Bereits am 26. Mai werden ab 13.00 Uhr in einem Kolloquium die Restaurierungsarbeiten vorgestellt, den Abschluss der Feierlichkeiten bildet ein Orgelkonzert am Sonntag um 17.00 Uhr. Der eindrucksvolle Altar wird Michael Wolgemut, dem letzten spätgotischen Maler Nürnbergs und Lehrer Albrecht Dürers, zugeschrieben. 1479 aufgestellt, zählt er zu den größten und wertvollsten Altären Sachsens.
Nur an besonderen Festtagen wurde der Altarschrein völlig geöffnet und stellte sich in seiner ganze Größe von fast sieben Meter Breite und ohne Predella zweieinhalb Meter Höhe dar. Dabei rahmen zwei Standflügel und je zwei bewegliche Flügel den Mittelschrein und geben feinen Maßwerkbaldachinen den Blick frei auf eine lebensgroße Versammlung von Heiligenfiguren, die aus Lindenholz geschnitzt, gefasst und vergoldet sind. In der Mitte steht eine Strahlenkranzmadonna mit zwei Engeln zu ihren Füßen, zu ihren Seiten je vier Heilige: links Agnes, Apollonia, Maria Magdalena und Katharina, rechts Barbara, Margareta, Ursula und Dorothea. Zwischen den Schnitzfiguren stehen in zierlichen Fialen zehn kleine Propheten. Die delikaten Schnitzfiguren wurden häufig als Frühwerk von Veit Stoß angesehen.
Die äußeren beweglichen Flügel und die Standflügel zeigen gemalten Szenen von verschiedenen Künstlern der Wolgemut-Werkstatt. Von Wolgemut selbst stammen vermutlich die vier Szenen des Weihnachtszyklus mit Verkündigung, Geburt, Anbetung und die Darstellung der heiligen Sippe. Auf den zweiten Flügeln ist ein Passionszyklus dargestellt: Christus im Garten Gethsemane, die Dornenkrönung, die Geißelung sowie Kreuztragung und Kreuzigung. Auf der Rückseite des Mittelschreines finden sich Darstellungen des Jüngsten Gerichts, des Schweißtuchs der Veronika, des Mannaregens und des Opfers des Melchisedeks in Grisaille-Malerei.
Das Gesprenge von 1569 wurde entfernt, der neue Blattkamm stammt vermutlich von 1839. In der Predella ist der thronende Christus dargestellt, zu dessen beiden Seiten die Apostel stehen.
Der gesamte Altar wurde nach Erstellung eines Restaurierungskonzeptes in den vergangenen fünf Jahren unter der Federführung des sächsischen Landesamtes für Denkmalpflege restauriert. Dabei wurden die Oberflächen gereinigt, gesichert und gefestigt und auch die Statik des Altaraufbaus wiederhergestellt. Das jetzige Erscheinungsbild des Altars wird nach Abnahme der störenden Bierlasur über der Predella durch die qualitätvolle Sichtfassung des 19. Jahrhunderts geprägt.
An den Gesamtkosten der Restaurierungsarbeiten von rund 500.000 Euro beteiligte sich seit 2002 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gemeinsam mit dem Förderverein mit über 150.000 Euro. Der Wolgemut-Altar ist damit eines von über 630 Projekten allein in Sachsen, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte.
Bonn, den 25. Mai 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Pressemitteilung

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