Damit können dringende Zimmerer- und Holzarbeiten zur Instandsetzung der Mühle erfolgen. Sie zählt mit ihrer Technik und ihrer Bauweise zu den überregional bedeutenden Wassermühlen in Westfalen.
Im Tal der Stever, heute im Kreuzungsbereich einer Kreisstraße, liegt die ehemalige Doppelmühlenanlage. Die Hofstelle, zu der die Mühle gehört, wurde bereits im 13. Jahrhundert urkundlich als Klosterlehen und Sitz eines Schulten erwähnt. Ihr Unterwasser ist als Kolk, das Oberwasser, das von alten Bäumen umstanden wird, ist teichartig erweitert.
Von der Doppelmühle ist der nördliche Bau nur noch in Fundamentresten erhalten. Die südliche Getreidemühle ist dagegen auch heuten noch ein stattliches dreigeschossige Mühlengebäude, das über einem hohen Bruchstein-Sockelgeschoss in sorgfältig behauenen Baumberger Sandsteinquadern vermutlich 1666 errichtet wurde. Das zweite Obergeschoss betont ein umlaufendes profiliertes Gesims. Unregelmäßig große, schmale Fenster, die zum Teil mit profilierten Gewänden gefasst sind, gliedern die Fassaden. Ein Walmdach mit einem Fachwerkgiebel schließt den Bau ab. Das erste Obergeschoss wird vom Oberwasser aus durch eine Treppe erschlossen, in das Untergeschoss führt eine Tür mit mächtigem Sturz, in dessen Supraporte eine Sonnenuhr und die Jahreszahl 1666 eingemeißelt sind.
Die Technik der Mühle ist weitgehend erhalten. Im Erdgeschoss steht eine Francis-Turbine von 1928, im ersten Obergeschoss die hölzernen Mahlgänge mit Bütte und Gosse sowie die Holzkonstruktion mit Transmission zum Transport von Getreidesäcken. Das zweite Obergeschoss der weitgehend original erhaltenen Mühle diente als Wohngeschoss.
Aufgrund fehlender statischer Einbindung haben sich bereits starke Verformungen der südwestlichen Außenwand ergeben. Auch die Giebelseite des Dachgeschosses ist statisch gefährdet, das gesamte Gebäude steht schief. Schollenbildung und Risse am Baumberger Sandstein sowie mangelhafte Fugen verursachen ebenso wie der stetige Wasserfluss erhebliche Feuchteschäden.
Der neu gegründete Förderkreis unter der Leitung von Detmar Schulze Westerath will die Mühle nun übernehmen und zukünftig als Anschauungsobjekt und kulturell nutzen.
Die Nottulner Mühle ist damit eines von über 190 Förderprojekten allein in Nordrhein-Westfalen, die die in Bonn ansässige DSD als private Stiftung aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und durch Spenden seit 1985 fördern konnte. Bundesweit stellte die DSD bereits über 400 Millionen Euro für mehr als 3.200 Denkmale zur Verfügung. Seit 2000 wird die Arbeit der Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Münster und Umgebung von einem ehrenamtlich tätigen Ortskuratorium unter der Leitung von Johannes Kliem unterstützt.
Bonn, den 10. Dezember 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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