Speisen wie im Schloss

In Halberstadt wird das Schraube-Museum wieder eröffnet: Mit einer Pressekonferenz am 16. Mai 2007 um 11.00 Uhr im wiederhergestellten Gründerzeitsalon des Schraube-Museums, Voigtei 48, bereitet Halberstadt die Wiedereröffnung des Schraube-Museums, Wohnkultur und Handwerk in Halberstadt zur Eröffnungsveranstaltung des Internationalen Museumstages für Sachsen-Anhalt am 20. Mai vor.
Gesprächspartner sind unter anderem Oberbürgermeister Andreas Henke, der Vorsitzende des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt, Professor Matthias Puhle, und der Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Gerhard Eichhorn.

Bis zum Zweiten Weltkrieg prägte das Stadtbild eine flächendeckende Fachwerkbauweise, die durch die schweren Verluste durch Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg fast nur noch in den Straßenzügen nördlich und westlich des Domes erhalten blieb. Dort finden sich in Halberstadt bis heute Fachwerkbauten aus der Zeit von der Gotik bis zum Klassizismus.

Beim Kaufmannshof Vogtei 48 in Halberstadt handelt es sich um eine der wenigen geschlossen erhaltenen innerstädtischen Hofanlagen aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert. Ältester Teil der Fachwerkanlage ist das 1687 entstandene traufständige dreigeschossige Haupthaus, das an der Straße liegt. Dreizehn Fensterachsen gliedern die Fassade, die durch ein mächtiges Tor sowie eine fast in der Mitte liegende Tür aufgebrochen wird. Ein weiterer Eingangsbereich wurde später für ein kleines Wäschegeschäft im Vorderhaus ergänzt. Die Nebengebäude im Hofbereich wurden bis ins 20. Jahrhundert hinein verändert, wobei manche Fachwerkbereiche teilweise in Backstein erneuert wurden. In der eindrucksvollen barocken Anlage blieb ein großer Teil der historischen Ausstattung erhalten.

Durch testamentarische Verfügung hat die letzte Eigentümerin, Margarete Schraube, 1980 das Ensemble der Stadt für museale Nutzung vermacht. 1985 wurde im Seitenflügel das "Museum für bürgerliche Wohnkultur um 1900" eingerichtet.

Durch Jahre der Bauvernachlässigung waren die Dach- und Fachwerkkonstruktion durch Feuchtigkeit geschädigt, die nordwestlichen Nebengebäude einsturzgefährdet. Weite Bereiche der Gebäude waren von Hausschwamm befallen. Ab 2003 konnten jedoch die hofseitigen Fassaden des Hauptgebäudes statisch gesichert und die Nebengebäude konstruktiv ertüchtigt werden. Einschließlich weiterer Maßnahmen am hofseitigen Museumsgebäude und am Vorderhaus konnten die Arbeiten zum Jahresende 2006 als abgeschlossen gelten, danach begann die Instandsetzung der Innenräume. Die Gestaltung des Wohn-Salons im Schraube-Museum war im August 2006 abgeschlossen, die Innenraumgestaltung kann sich mit dem Speisesaal des Wernigeroder Schlosses messen und ist eines der wenigen noch erhaltenen Beispiele bürgerlicher Wohnkultur in der durch Krieg und Nachkriegszerstörung stark beeinträchtigten Stadt Halberstadt.

An der Instandsetzung des Schraube-Museums beteiligte sich seit 2003 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit rund 150.000 Euro. Das Gebäude ist damit eines von über 360 Projekten allein in Sachsen-Anhalt, das die in Bonn ansässige private Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale hat unterstützen können. Bundesweit stellte sie seit ihrer Gründung 1985 mehr als 390 Millionen Euro für bedrohte Denkmale zur Verfügung.

Bonn, den 15. Mai 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Pressemitteilung

Speisen wie im Schloss
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