Um 19.00 Uhr findet ein festliches Konzert Chores MIXTURA CANTORUM mit Chor- und Orgelmusik statt. Unter der Leitung von Karl-Heinz Malzer und mit Tobias Kerscher an der Orgel kommen Werke von der Renaissance bis zur Moderne zur Aufführung. Veranstaltet wird der Speinshart-Tag vom Verein der Freunde und Förderer der internationalen Begegnungsstätte Kloster Speinshart e. V., der damit dazu beitragen will, das Prämonstratenserkloster Speinshart wieder mit einem seiner Tradition angemessenen Leben zu erfüllen. An der Sanierung des Klosters beteiligt sich seit 1995 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD).
Das Prämonstratenserkloster Speinshart wurde 1145 durch eine Stiftung des fränkischen Reichsgrafen Adelvolk von Reifenberg gegründet. Der weltliche Schutz wurde dem neu gegründeten Kloster 1163 durch Kaiser Friedrich Barbarossa zugesichert, zu den weiteren Gönnern des Klosters zählten Pfalzgraf Otto von Wittelsbach, Bischof Heinrich von Regensburg und die Landgrafen von
Leuchtenberg. 1556 wurde das Kloster aufgelöst, nach der Re-Katholisierung der Oberpfalz unter Kurfürst Ferdinand Maria 1669 jedoch wieder an die Prämonstratenser des Steingadener Konvents zurückgegeben. 1803 wurde das Kloster abermals säkularisiert und erst 1921 wieder eingerichtet.
Die Klosterbauten, die die ersten elf Prämonstratensermönche nach 1145 errichteten, waren vermutlich aus Holz. Doch noch im 12. Jahrhundert entstand eine massive dreischiffige Basilika mit drei Ostapsiden, die sich teilweise bis heute in den bestehenden Mauern der barocken Klosterkirche erhalten haben. Im 14. Jahrhundert wurde das Kloster mit einer hohen Wehrmauer und einem Wassergraben umgeben.
Seit 1674 ersetzen Neubauten das baufällig gewordene Kloster. 1706 wurde die nach Plänen des Baumeisters Wolfgang Dientzenhofer errichtete Kirche geweiht. Die Stuckarbeiten im Kircheninneren führte von 1695 bis etwa 1700 Carlo Domenico Luchese, die Malereien sein Bruder Bartholomeo Luchese aus. Unter teilweiser Verwendung der romanischen Vorgängerbauten entstand bis in die 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts hinein eine reich ausgestattete barocke Vierflügelanlage. An die Klosterkirche im Norden schließen sich südlich drei dreigeschossige Konventgebäude an, die einen rechteckigen Innenhof umschließen. Kirche und Kloster zählen zu den interessantesten und künstlerisch wertvollsten Schöpfungen des süddeutschen Barocks.
Der 1979 gegründete Verein setzt sich für die Instandsetzung und Wiederbelebung des Klosters ein. Dabei wird er seit 1995 auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit bisher über 590.000 Euro unterstützt. Die DSD ersetzt mit ihren Mitteln jeweils den gemeindlichen Anteil, um so weitere Fördermittel von Bund, Land, Landkreis und Bistum zu ermöglichen. Die barocke Vierflügelanlage des Klosters ist eines von über 110 Förderprojekten der privaten Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sie seit ihrer Gründung 1985 allein in Bayern aus Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale hat fördern können. Bundesweit förderte sie bereits mehr als 3.200 Denkmale mit über 390 Millionen Euro.
Bonn, den 4. Juli 2007 /Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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