Dazu zählen beispielsweise so berühmte Anlagen wie der Park Sanssouci, der Schlossgarten Charlottenburg, der Park Babelsberg, der
Neue Garten, der Schlossgarten Rheinsberg, der Schlosspark Glienicke und die Pfaueninsel. Der Begriff preußische Gärten bezeichnet dabei keinen Stil,
sondern umfasst Anlagen, die sich auf den Gebieten des einstigen Staates Preußen befinden.
An diesen Gärten und vielen anderen lässt sich zeigen, wie in einem internationalen Beziehungsgeflecht von Einflussnahme und Beeinflussung über
Jahrhunderte hindurch Gartengestaltungen und -techniken ausgetauscht und angeeignet wurden. Kenntnisse über neuere Gärten und Entwicklungen
gelangten über verwandtschaftliche und freundschaftliche Bindungen, über Bildungsreisende und Schriften zu den preußischen Gärten. Im 19. Jahrhundert
übte die geformte Gartenlandschaft in Potsdam und Berlin eine große Ausstrahlungskraft auf andere Staaten aus. Seit dem Jahr 1990 nun steht diese
Denkmallandschaft auf der UNESCO-Welterbeliste.
Erstmals treffen sich jetzt rund 80 deutsche und ausländische Fachkollegen aus 18 Ländern darunter viele aus dem östlichen Europa, vor allem aus Bulgarien,
Polen, Russland, der Tschechischen Republik, der Ukraine und Ungarn , um zu erörtern, welche Bedeutung den preußischen Gärten mit Blick auf die
europäische Gartenkunstgeschichte zukommt. Zudem werden sie sich mit dem Thema Gartenkunst als aktuellem Forschungsfeld auseinander setzen.
Die Tagung in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Komitee für die Kulturlandschaften von ICOMOS-IFLA, dem Internationalen Rat für
Kulturdenkmäler und schutzwürdige Bereiche, findet vom 4. bis. 6 Oktober 2007 in Potsdam statt und wird von der VolkswagenStiftung mit 45.000 Euro unterstützt.
Eröffnung ist am Donnerstag, dem 4. Oktober, um 9 Uhr im Schlosstheater im Neuen Palais im Park Sanssouci; im weiteren Verlauf findet die Veranstaltung
ihre Fortsetzung in Räumen der Universität Potsdam. Das Programm der Tagung ist zu finden unter http://www.spsg.de/index_4688_de.html.
Interessierte Journalistinnen und Journalisten sind herzlich eingeladen.
Falls Sie teilnehmen möchten oder im Vorfeld Fragen haben, wenden Sie sich
bitte an Gisela Stahlberg (E-Mail: g.stahlberg[at]spsg.de; Telefon 0331/9694-309)
oder Dr. Heiner Krellig (E-Mail: h.krellig[at]spsg.de; Telefon 0331/96 94-232).
Zur Tagung:
Thematisiert werden im Vergleich deutscher und internationaler Positionen gegenseitige Vorbilder und Anregungen, das Wirken der Fürsten und
Gartenkünstler, deren Gartenschöpfungen und Schriften. In elf Vorträgen von Wissenschaftlern aus elf Ländern geben diese Einblick in spezifische
Forschungsarbeiten, um vergleichende Entwicklungen in der Gartengeschichte und deren Aneignungen aus europäischer Sicht aufzuzeigen. Vor allem auf die
ostmitteleuropäischen Länder richtet sich der Blick: Gerade in Russland, Polen, der Ukraine, Bulgarien, aber auch in Ungarn und der Tschechischen Republik
erforschen jüngere Wissenschaftler mit einem neuen Geschichtsverständnis engagiert die Gartengeschichte ihres Landes. Der Hauptteil der Veranstaltung
schließt mit einem öffentlichen Festvortrag am Freitag, dem 5. Oktober, um 19.30 Uhr. Der Präsident von ICOMOS-IFLA, Professor Dr. Luigi Zangheri, beschäftigt
sich dann mit dem Thema Wertung in der Gartenkunstgeschichte.
Buchpublikation:
Ebenfalls hinweisen möchten wir auf das zur Tagung im Verlag Edition Leipzig
erscheinende Buch Preußische Gärten in Europa 300 Jahre
Gartengeschichte, das druckfrisch am Morgen des 4. Oktober gegen 10.15 Uhr
im Rahmen der Tagungseröffnung der Öffentlichkeit vorgestellt wird.
Herausgeber ist die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-
Brandenburg SPSG.
Gartenhistoriker aus 18 europäischen Ländern haben die 70 Beiträge verfasst über die europäischen Entwicklungen in Gartenkunst und -kultur und deren
Aneignungen in Preußen. Einzeln dargestellt finden sich hier zum einen die neuerliche Untersuchung der preußischen Gärten und deren
Rezeptionsgeschichte innerhalb Europas. Einen Schwerpunkt bilden erstmalige Wertungen aus dem Ausland, insbesondere aus den ostmitteleuropäischen
Ländern. Ferner werden Reiseberichte und Lehrbücher von Gartenkünstlern, die ikonologische Deutung der Gärten als Sinnträger oder Fragen der Ausbildung
seit Einrichtung der berühmten preußischen Gärtnerlehranstalt im Jahre 1823 untersucht. Die Ergebnisse werden bei der Tagung von den europäischen
Gartenhistorikern vorgestellt und diskutiert. Das Buch bietet zudem Ansätze für weitergehende wissenschaftliche Arbeiten allein durch seine umfangreiche
Bibliografie zu den Gärten der Stiftung für den Zeitraum von 1769 bis zum Jahr 2005.
Presse-Information der
Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG):
SPSG-Pressereferat, Elvira Kühn, Dr. Ulrich Henze,
Telefon 0331/96 94-318, Fax 0331/96 94-102,
Postfach 601 462, 14414 Potsdam

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