Kreuzeskirche wieder sicher

Am Sonntag, den 20. August 2006 nimmt in Duisburg-Hamborn in Nordrhein-Westfalen die Evangelische Kirchengemeinde die Friedenskirche wieder in Dienst. Nach dreijährigen Sanierungsarbeiten findet um 14.00 Uhr auf Einladung von Pfarrer Matthias Weber-Ritzkowsky und Kirchenmeister Werner Stöfken erstmals wieder ein Dankgottesdienst statt.
Mit dem Beginn der Stahlproduktion Anfang der 1890er Jahre setzte in Duisburg ein rasantes Bevölkerungswachstum ein. Innerhalb von 15 Jahren entwickelte sich die Landgemeinde Hamborn zu einer Großstadt. Als Zeichen dieser durch die Industrie bedingten urbanen Entwicklung zur gründerzeitlichen Stadt entstand ab 1895 bis 1897 die Friedenskirche als erste evangelische Kirche des Ortes nach Plänen des Berliner Architekten Doflein. Die an der alten Hauptverbindungsstraße von Hamborn über Meiderich nach Duisburg gelegene Kirche erhebt sich leicht von der Straße abgerückt in einer großzügigen Grünfläche und bildet mit dem aufwendig gestalteten Pfarrhaus und dem 1888 angelegten Friedhof ein geschlossenes, qualitätsvolles städtebauliches Ensemble.

Der Kirchenbau entstand als Predigtkirche mit Zentralbaucharakter in neoromanischen Formen in Ziegelbauweise. Der Zugang liegt im mächtigen, vorgezogenen Turm. Über dem von Drillingsfenstern gegliederten Turmobergeschoss schließt ein hoher kupferner Spitzhelm den Turm ab. Das Schiff unter einem Schieferdach gliedern hohe Rundbogenfenster mit abschließenden Rundbogenarkaden auf Säulen, horizontale helle Natursteingesimse und Strebepfeiler. Der Bau dokumentiert in besonderer Weise die städtebauliche und historische Entwicklung der Stadt von ihrem Aufschwung bis hin zu den strukturellen Problemen heute.

Aufgrund der maroden Schieferdachdeckung konnte Nässe in den Dachraum eindringen und die Konstruktion schädigen. Der Dachstuhl und die Decke zeigen bereits Befall durch Echten Hausschwamm, die Konstruktion des Turmdachstuhles war schwer geschädigt. Vor dem Eingang musste 2002 ein Schutzdach errichtet werden, um die Besucher vor herabfallenden Mörtelteilen zu schützen. Seither konnte mit Mitteln der DSD, des Landes und der Kirche Turm und Schiff repariert werden. Allein die DSD konnte bisher über 600.000 Euro zur Verfügung stellen, darunter auch 20.000 Euro von der Kiba, der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmale. Weitere Fördermittel sollen folgen.

Die Friedenskirche ist eines von über 140 Projekten, die die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung aus privaten Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale in NRW bisher fördern konnte. Allein in Duisburg wurden 5 Denkmale mit 1,2 Millionen Euro unterstützt, darunter die Evangelische Pauluskirche in Duisburg-Hochfeld, die Friedenskirche in Duisburg-Hamborn, die Katholische Stadtkirche St. Peter und Paul in Duisburg-Marxloh und der Eimerketten-Dampfbagger Minden in Duisburg-Ruhrort.


Bonn, den 18. August 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/90633849/fullView


Kreuzeskirche wieder sicher
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