Internationaler Museumstag

Im Mai 2006 wird der Internationale Museumstag weltweit zum 29. Mal gefeiert, die Museen in Deutschland werden dieses Ereignis am Sonntag, 21. Mai, begehen. Vom International Council of Museums, ICOM, 1977 ins Leben gerufen, will diese Initiative Museen und ihren Mitarbeitern in aller Welt die Möglichkeit bieten, gemeinsam auf die Bedeutung ihrer Arbeit als Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben hinzuweisen. In Deutschland wird der Internationale Museumstag wieder von zahlreichen Stiftungen und Verbänden der Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt.
Motto 2006: Museen und junge Besucher
(Museums and Young People)

Das Thema des Internationalen Museumstages 2006 lautet „Museen und junge Besucher“ (Museums and Young People). Die Museen sind aufgefordert, ihre vielfältigen Aktivitäten speziell für diese Zielgruppe einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und damit deutlich zu machen, welch wichtige Rolle sie als Foren der Begegnung und der Bildung für ein junges Publikum spielen können.

Mit Stolz können sich die Museen selbstbewusst zeigen: der Gang ins Museum ist für die Altersgruppe der 14 bis 21-Jährigen – eine Bevölkerungsgruppe, die von den Werbestrategen am meisten umworben wird – ein Top-Event wenn es um Kulturaktivität geht. Weder Pop-Konzerte, noch Kino-Besuche, noch andere Angebote werden so häufig wahrgenommen wie der Museums- und Ausstellungsbesuch.

Junge Besucher, Kinder und Jugendliche sowie junge Erwachsene machen im Museum ganz unterschiedliche Erfahrungen: Jüngere Kinder werden durch Aktivitäten zum Selbermachen angeregt und erfahren lebendige Vermittlungsformen von Ausstellungsstücken. Für ältere Kinder stellen Museen einen vielfältigen und anschaulichen Informationspool dar, der aktiv genutzt werden kann. Er sensibilisiert sie für bestimmte Fragestellungen und Zusammenhänge, öffnet ihre Horizonte und weckt Neugierde. Schließlich kann gerade für Heranwachsende das Museum einen erstaunlichen Katalysator für ihre sich entfaltende Individualität darstellen. Junge Besucher kommen ins Museum, um Neues kennen zu lernen, sich zu entspannen und zu unterhalten, aber auch um nachzudenken, sich zu bilden oder einen ästhetischen Genuss zu erleben. Unterschiedlichste Museumstypen mit ihren vielfältigen Sammlungsbeständen – von Picassos „Badenden“, über eine historische Dampfmaschine, ägyptische Mumien und versteinerte Dinosaurier bis hin zu funktionstüchtigen Schiffsmodellen – bieten ihnen abwechslungsreiche Möglichkeiten, ihre Freizeit zu gestalten.

Studien belegen, dass junge Besucher häufig mit ihren Eltern oder Verwandten, mit gleichaltrigen Freunden oder mit ihrer Schulklasse ins Museum kommen. Das soziale Umfeld ist für die Heranführung an das Museum damit von herausragen-der Bedeutung und muss verstärkt von den Museen ins Blickfeld genommen werden. Je schwächer die Schulbildung und das soziale Umfeld, desto geringer ist das Interesse von Jugendlichen an Kultur und Museen. Aber auch diese Nicht-Besucher sollen in den Genuss eines unterhaltsam gestalteten Museumsbesuchs kommen. Obwohl drei Viertel aller Schülerinnen und Schüler Museen besuchen, ist es wichtig, das Verhältnis zu dieser Gruppe zu entwickeln und zu stärken.

Für den Internationalen Museumstag 2006 können Sie sich mit Ihrem Programm für junge Besucher beteiligen. Dazu einige Anregungen:

Laden Sie junge Besucher in Ihr Haus ein, um über deren Erwartungen und Erfahrungen gegenüber den Museen zu sprechen: Wie sollte das bes-te / interessanteste Museum aus Sicht junger Besucher aussehen? Ermöglichen Sie ihnen, ihr Wunschmuseum selbst zu gestalten!

Was wollten junge Besucher schon immer über Museen wissen?

Sprechen Sie mit jungen Besuchern über Artefakte im Museum: Was sammeln sie selbst zu Hause? Was wäre davon ausstellungswürdig und wie würden sie es im Museum präsentieren?

Wen nehmen junge Besucher mit ins Museum? Wer ist der ideale Begleiter?

Wecken Sie das persönliche Interesse eines jungen Besuchers – vielleicht wird ihm durch eine Führung oder durch ein Kunstwerk, eine antike Mün-ze, ein historisches Handwerksgerät oder eine industrielle Maschine zum ersten Mal Geschichte, Kunst, Zusammenhänge im Bereich von Technik und Stadtentwicklung deutlich?

Bündeln Sie Ereignisse und kooperieren Sie: mit dem Turnverein in die Sport-Ausstellung, mit der Bio-Klasse ins Naturkundemuseum, mit der Geschichtswerkstatt ins Historische Museum, mit der Kunst-Klasse ins Kunstmuseum – gemeinsam mit einem Künstler oder Kurator. Lassen Sie Kinder und Jugendliche hinter die Kulissen der Museumsarbeit schauen. So werden neue Eindrücke möglich und das Museum lebendig.

Das Thema „Museen und junge Besucher“ bietet vielfältige Ansätze zur Konzeption von Ideen, Veranstaltungen und Projekten, zur Zusammenarbeit mit Partnern und Institutionen vor Ort und zur Kontaktaufnahme mit Schulen und Vereinen. Jedes Museum hat unterschiedliche Möglichkeiten und Ressourcen – die Museumsorganisationen und die Partner der Sparkassen-Finanzgruppe freuen sich, wenn sich möglichst viele Museen am Internationalen Museumstag mit besucherorientierten Angeboten für unser Museumspublikum von morgen beteiligen.


ICOM-Deutschland

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