Der Gemeindekirchenrat und das Kuratorium Liebfrauenkirche laden anschließend im Gelände der Liebfrauenkirche zu Imbiss und Gesprächen ein.
Bereits 704 taucht in einer in Würzburg ausgestellten Urkunde die Siedlung Arnstadt am Fuße des Thüringer Waldes auf. Sie zählt damit zu den ältesten deutschen Städten, die vermutlich auf einen bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzten Siedlungsplatz zurückgeht. Um 1200 begann unter den Äbten von Hersfeld der Bau der Liebfrauenkirche, aus dieser Zeit stammen die schweren romanischen Mauern der Turmunterbauten und der Wände des Kirchenschiffs. Hallenchor und Querhaus wurden dann nach 1280 in hochgotischen Formen ausgeführt. Der Stilumschwung ist deutlich an den Portalen, den Fensterlaibungen und dem Langhausin-neren ablesbar. Er kam vermutlich durch Handwerker aus den Klöstern Maulbronn und Walkenried nach Arnstadt. Als Stadtkirche einer prosperierenden Handelsstadt, aber auch als Grabkirche der Grafen von Schwarzburg, erhielt die Liebfrauenkirche eine reiche Ausstattung. Nach der "Umnutzung" des Kirchenbaus durch französische Truppen nach 1813 als Magazin und der Wiederherstellung in klassizistischen Formen 1880-88 ist man heute bestrebt, die ursprünglichen Formen und Ausstattungselemente wiederherzustellen.
Zu den prächtigen Einzelstücken der Ausstattung gehört auch eine sogenannte "Schöne Madonna" aus Lindenholz. Die um 1415/20 entstandene Figur ist etwa 135 cm hoch und polychrom gefasst. Kunsthistorisch besonders interessant ist auch der Flügelaltar aus dem Jahr 1498 aus der Werkstatt des Meisters des Regler-Altares mit einer Marienkrönung als Hauptbild. Bemalte Glasfenster des 14. Jahrhunderts und Grabdenkmäler ergänzen die historische Ausstattung.
Gemeinsam mit der KiBa, der Evangelischen Kirchenbaustiftung, hat sich 2001 und 2002 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an der Sanierung der Türme des mittelalterlichen Kirchenbaus beteiligt. Sie ist damit eines von über 350 Projekten, die die private Bonner Stiftung allein in Thüringen mit über 31 Millionen aus Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Insgesamt förderte sie seit ihrer Gründung 1985 über 3.000 bedrohte Denkmale mit mehr als 370 Millionen Euro.
Bonn, den 29. September 2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/93180125/fullView

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