Das Georgenhospital wurde bereits im frühen Mittelalter zur Pflege schwer erkrankter Kreuzritter gegründet. Eine erste Anlage befand sich unterhalb des 1146 gegründeten Klosters Michaelstein in der Nähe von Blankenburg. Um 1300 wurde sie dann in den Ort selbst verlegt.
Die heutige barocke Anlage wurde von 1713-1750 zusammen mit der Hl. Geist-Kapelle errichtet. Sie ersetzte das als Armen- und Altenhaus genutzte mittelalterliche Hospital von 1318. Diese barocke stadtbildprägende Hofanlage, deren letzte Bewohnerin im Jahr 2000 starb, hat sich fast vollständig erhalten.
Vollendet wurde das schlichte langgestreckte Hauptgebäude mit Satteldach, massiver Straßenfassade und rückwärtiger Fachwerkkonstruktion 1737. Im risalitartig vorgezogenen Mittelteil mit drei Spitzbogenfenstern und Dachreiter befindet sich die 1717 geweihte eingeschossige Kapelle, die 1838 gotisiert wurde. Die nördlich und südlich sich anschließenden Bereiche haben zwei Geschosse. Die Anbauten im Nordosten und Südosten entstanden vor 1750, im Jahr 1860 kamen vier weitere freistehende Nebenhäuser entlang der Hospitalstraße hinzu.
Aufsteigende Feuchtigkeit hatten zu erheblichen Schäden geführt. Zudem störten stilfremde Bauteile aus DDR-Zeiten das Gesamtbild des jahrzehntelang ungenügend genutzten Bauwerks, das nun wieder einer sinnvollen Nutzung zugeführt worden ist. Dabei hat der Bauherr die Sanierungsarbeiten der gesamten Anlage mit großem und sehr substanzschonendem Engagement vorangetrieben.
Mit einem Förderbetrag von 61.500 Euro unterstützte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 2003 den dritten Bauabschnitt zur denkmalgerechten Innensanierung des Südflügels. Seit 2000 ist der St. Georgenhof eines von allein über 276 Denkmalen, die die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung seit ihrer Gründung 1985 aus Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale und privaten Spenden in Sachsen-Anhalt fördern konnte.
Bonn, den 17.07.2006/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
URL zur Meldung: http://www.denkmalschutz.de/presse/93258615/fullView

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