Nach der feierlichen Eröffnung mit Professor Dr. Ralph Alexander Lorz, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Bürgermeisterin Dr. Birgit Richtberg, Prof. Dr. Gottfried Kiesow, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Jochen Dietz, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins und Dr. Dieter Wolf vom Hessischen Museumsverband, ist das Museum ab 14.00 Uhr geöffnet.
Am Schnittpunkt der alten Heerstraße "durch die kurzen Hessen" von Frankfurt nach Vacha und dem Vogelsberger "Dippweg" gelegen, erbauten die Herren von Romrod bereits im 12. Jahrhundert südlich von Alsfeld eine mit Burg und Graben befestigte Talburg, die über die Jahrhunderte mehrfach verändert und ergänzt wurde. Im Ortskern, nahe der Kirche, entstand 1722 in einer Häuserzeile am Ocherbach ein traufständiges, zweigeschossiges Gebäude als bäuerliches Einhaus. Die jüdische Gemeinde Romrods erwarb es 1837 und baute es bis 1843 zur Synagoge um. Der Bau beherbergte neben dem Synagogenraum auch Schule, Lehrerwohnung, Küche, Gemeinderaum und Frauenbad. Zum Bauensemble gehört auch eine Scheune, eine in Rähmbauweise errichtete Dachwerkscheune über einem Steinsockel.
Hier werden nun nach den Entwürfen von Bernd Jansen die umfangreichen Funde der Grabungen im Schlosshof aus den Anfangszeiten der damaligen staufischen Wasserburg erläutert. Die Geschichte der Stadt Romrod wird den Besuchern ebenso nahe gebracht wie einzelne historische Persönlichkeiten. Zu sehen sind unter anderem Speerspitzen, Broschen, Hutnadeln, Lederschuhe, Spielfiguren und Tongefäße: Dinge, die dem Besucher die mittelalterliche Lebenskultur der ersten Anwohner näherbringen. Zentrales Ausstellungsstück sind die gut erhaltenen Reste der Holzhäuser aus dem 12. Jahrhundert, die im Schlosshof aufgefunden wurden. Neben den originalen Funden vermitteln Filmbeiträge im Medienraum und Schautafeln viel Wissenswertes über die Geschichte Romrods.
Die Restaurierungsarbeiten an der ehemaligen Synagoge und der anschließenden Scheune wurden von der Europäischen Union, dem Land Hessen, der Kommune und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert. Mit Unterstützung des Hessischen Museumsverbandes konnte nun die museale Gestaltung erfolgen.
Mit der Eröffnung der im örtlichen Sprachgebrauch schon als "Schlossmuseum" eingeführten neuen Attraktion des Kulturzentrums von Romrod ist nach dem Schloss ein weiteres großes Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Romrod abgeschlossen. Auch bei der Restaurierung der Kirche unterstützt die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung die Gemeinde. Insgesamt konnte sie seit ihrer Gründung 1985 aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Hessen 75 Denkmale fördern.
Bonn, den 17. Oktober 2007/ Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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