ART COLOGNE 2007 bringt fast verborgene Schätze wieder auf den Markt

Impulsgeber für die jüngere Generation: Sammler reagieren auf "Hidden Treasures" mit starkem Kaufengagement.
Kontinuität, Stabilität, Qualität und Zukunftsorientiertheit sind die vier tragenden Säulen der ART COLOGNE (18. - 22.04.2007).
Um ein überzeugendes, marktgerechtes Angebot zu erzielen, integriert sie in die stattliche Riege international gestandener Galeristen mit ihren anspruchsvollen Programmen der Moderne und Zeitgenossen junge Künstler (New Talents) und junge Galerien (New Contemporaries). Verbessernden Neuerungen stets aufgeschlossen, erweiterte die ART COLOGNE im vergangenen Jahr ihr Konzept um ein Erfolg versprechendes Segment: "Hidden Treasures". Mit "Hidden Treasures" erinnert sie jährlich wechselnd an einige Künstlerinnen und Künstler, die der zeitgenössischen Kunst und der jüngeren Generation wichtige Impulse gegeben haben, im aktuellen Marktgeschehen indes kaum vertreten sind oder unter Wert gehandelt werden.

Bei Sammlern, Kuratoren und Museumsverantwortlichen fand die Neuerung 2006 auf Anhieb große Resonanz. ART COLOGNE Direktor, Gérard A. Goodrow: "Unsere Erwartungen sind aufgegangen. Sammler und Einsteiger nehmen die Tipps gerne an und erwidern sie mit erstaunlichem Kaufengagement."

Alle Teilnehmer bei "Hidden Treasures" bekommen eine Einzelkoje von ca. 40 Quadratmetern in unmittelbarer Nachbarschaft ihrer Galerie, die sie seit Jahren vertritt. Verantwortlich für die Auswahl ist das ART COLOGNE Committee unter Beratung von Gérard A. Goodrow. Das Mindestalter beträgt 40 Jahre. Auch bereits verstorbene Künstlerinnen und Künstlern wird hiermit eine Plattform gegeben.

In "Hidden Treasures" 2007 sind folgende Künstlerinnen und Künstler: Victor Burgin (Galerie Thomas Zander, Köln), Dorothy Iannone (Galerie Steinek, Wien), Gary Kuehn (Galerie Haas, Zürich/Berlin), Peter Roehr (Galerie Mueller-Roth, Stuttgart), Stefan Wewerka (Galerie Kewenig, Köln/Palma de Mallorca).

Stefan Wewerka (1928 in Magdeburg geboren, lebt in Köln und Berlin) ist ein vielseitiger Künstler. Sein Oeuvre umfasst Objekte, Zeichnungen, Aquarelle, Grafiken, Environments, Happenings, Aktionen, Film, Design, Möbel-, Schmuck- und Modeproduktionen, Wohnungseinrichtungen. Seine erste Ausstellung bestritt er 1958 in der Galerie nächst St. Stephan in Wien unter dem Titel "Erdarchitekturen". 1961 beteiligte er sich an Aktionen zusammen mit Paik, Patterson, Spoerri und Vostell. 1968 trat er gemeinsam mit Dieter Roth in der Kölner Galerie Tobiès & Silex auf. Im gleichen Zeitraum zeigten ihn René Block in Berlin, Galerie Gunar in Düsseldorf, die Galerie Lichter in Frankfurt, die Galerie Art Intermedia in Köln und das Kölner Wallraf-Richartz-Museum. In den folgenden Jahren war zu Gast in Museen von Duisburg, Humlebaek, im Kölnischen Kunstverein, auf der documenta Kassel (1987), in der Staatsgalerie Stuttgart, im Pariser Centre Pompidou und im Kunstverein Wolfsburg. 1992 zeigte er seine Skulpturen und Möbel in dem von ihm entworfenen und nach ihm benannten Wewerka-Pavillon in Münster. 1998 richtete ihm das Frankfurter Museum für Kunsthandwerk eine Retrospektive ein. 2001 organisierte das Georg-Kolbe-Museum Berlin die Ausstellung "Wewerka - Tradition einer Künstlerfamilie." Zuletzt war Stefan Wewerka an der Themenschau "Fluxus und Freunde" im Kloster Unser Lieben Frauen in Magdeburg beteiligt.
Wewerka-Arbeiten befinden sich in öffentlichen Sammlungen von Bayreuth, Wien, Karlsruhe, Bremen und Marl.

Dorothy Iannone (1933 in Bosten geboren, lebt in Berlin) ist wie Wewerka ein Vielseitigkeitstalent. Zu ihrem Werk zählen Objekte, Malerei, Zeichnungen, Grafik, Materialbilder, Videoinstallationen, Dichtungen, Editionen. Ihre frühen Arbeiten sind dem abstrakten Expressionismus zuzurechnen. Später malt sie figurative Bilder und üppige Bildgeschichten. Aufsehen erregte sie mit ihren freizügigen erotischen Darstellungen. Von 1967 bis 1974 arbeitete Dorothy Iannone mit Dieter Roth zusammen. Sie stellte aus in der Galerie Wilbrand, Köln (1998), bei Laura Mars Group, Berlin (2002), in der Gesellschaft der Freunde junger Kunst, Baden-Baden und im Sprengel Museum in Hannover. Nach der Jahrhundertwende häufen sich ihre Auftritte in bedeutenden Galerien und Häusern: 2005 bei Gagosian in Berlin und in der Nicole Klagsbrun Gallery, New York. 2006 in der Tate Modern, London, im Whitney Museum, New York, in der Kunsthalle, Wien und wiederholt bei Laura Mars Group, Berlin.

Gary Kuehn (geboren 1939, Plainfield/New Jersey, lebt in New York) ist sowohl durch seine Malerei, als auch Skulptur bekannt. 1977 war er zur documenta in Kassel eingeladen. Die Galerie Ricke zeigte ihn 1979 erstmals in Köln und richtete ihm in den Folgejahren weitere Ausstellungen ein. 2001 gastierte er bei Margarete Roeder in New York. Danach war er an zahlreichen Kollektiv- und Themenausstellungen in bedeutenden Museen und Kunsthallen mit von der Partie: 2002 Neues Museum, Nürnberg, 2003 Kunstraum Innsbruck, 2004 Kunsthalle Düsseldorf und Haus Esters, Krefeld, 2005 Kunstmuseum St. Gallen und Esso Gallery, New York, 2006 Kunsthalle Darmstadt. In diesem Jahr im Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg, und im Museum Moderner Kunst, Frankfurt. Im Besitz von Gary Kuehns Arbeiten sind u.a. das New Jersey State Museum in Trenton, das Newark Museum, das Wadsworth Atheneum in Hartford/Connecticut und das Whitney Museum in New York.

Victor Burgin (geboren 1941 in Sheffield/England, lebt und arbeitet in San Francisco) ist ein bedeutender Vertreter der Konzeptkunst. Er verwendet Fotografie und Film für seine Text-Bild-Kompositionen. 1972 nahm Burgin sowohl an der Kasseler documenta sowie an der Biennale in Venedig teil. 1980 war er an der Biennale von Sydney dabei. 1986 war er Turner-Preisträger, ausgelobt von der Tate Gallery, London. 1996 bot ihm die Biennale von Lyon ein Forum. An vielen international renommierten Orten konnte Burgin weiterhin sein Schaffen zeigen: 1996 bei John Weber in New York, 1998 in der Kunsthalle Budapest, 2002 im Kunstmuseum Wolfsburg und im Museum Ludwig, Köln, 2003 im Cornerhouse, Manchester, 2004 im Jeu de Paume, Paris, im ICA, London, im UCLA Hammer Museum, Los Angeles, 2005 im MAMBA, Buenos Aires, 2006 im Centre Pompidou, Paris und im Kunstverein München. Wichtige Institutionen u.a. das Centre Pompidou, Paris, das Fotomuseum Winterthur, das Los Angeles County Museum of Art, das MIT List Visual Art Center, Cambridge/MA, das Museum of Modern Art, New York, das Reina Sofia, Madrid, die Tate Gallery, London, das Walker Art Center in Minneapolis haben Werke von Victor Burgin erworben.

Peter Roehr (geboren 1944 in Lauenburg/Pommern, gestorben 1968 in Frankfurt/Main) hatte nur wenige Jahre, um ein erstaunliches Werk zu hinterlassen. Auf ein imposantes Curriculum kann bei ihm nicht zurückgegriffen werden. Paul Maenz war einer der ersten, der in seiner Kölner Galerie während der 70er und 80er Jahre mehrfach auf Roehr aufmerksam machte. Mit dem Prinzip der seriellen Reihung von industriell gefertigten, identischen Materialien, wie Etiketten, Werbefotos, Buchstaben und vielem anderen mehr fand Roehr einen Weg, sich von dem bis in die 60er Jahre vorherrschenden Subjektivismus in der Kunst freizumachen. Ästhetische Probleme wie Komposition, Gestaltung oder Kreativität im Sinne von individualisiertem Erfindungsreichtum spielten für Peter Roehr keine Rolle. Er beherzigte Duchamps Diktum vom Wert des Ready Mades eben so wie Wahrhols affirmative Indifferenz zur Objektwelt. Roehrs Werk besteht aus Typo- und Text-Montagen (Schreibmaschine auf Papier), Objekt-Montagen (Pappbuchstaben, Etiketten, Markierungspunkte) und Foto-Montagen (Fotografien, meist aus Drucksachen wie Werbeprospekte und Zeitschriften).


http://www.artcologne.de/

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