"/Kultur- und Kunstgeschichte/Turm in Löbau"

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Der gusseiserne Turm in Löbau




Baugeschichte
Bauzeitliche Quellen sind leider keine vorhanden. Weder das örtliche Stadtarchiv, das Bauamt Löbaus oder aber die noch existierende Gießerei in Bernsdorf sind in Besitz von Konstruktionszeichnungen, bzw. schriftlichen vermerken zum Bau. Bis in die 60er Jahre müssen verschiedene Holzmodelle vorhanden gewesen sein, deren Verbleib jedoch nicht geklärt ist. (1)

Schlusswort
Würdigung als bautechnische Innovation- im Geist der Moderne in Material und Technik. An den Weltbesten Konstruktionen- Paxton- orientiert. In der Materialverwendung auf der Höhe der Zeit. Löbauer Bürger sehr modern.

Einschätzung der restauratorischen und denkmalpflegerischen Maßnahmen
Ein Problem des Nachgusses einzelner Teile stellt die Authentizität des Materials dar. Auch wenn die beauftragte Gießerei mit dem Nachguss historischer Gussteile betraut und erfahren war, so ist jedoch die Zusammensetzung, die chemischen und somit physikalischen Eigenschaften des heute gegossenen Metalls von anderer Qualität als das historische Material.

Umsetzung des Restaurierungskonzeptes
Als oberste Prämisse des Sanierungsvorhabens galt der Erhalt von Original- Substanz in größtmöglichem Umfang. Die Anker im Fundament wurden trotz statischer Sicherheit der bauzeitlichen Konstruktion mit einer Stahlbetonmanschette versehen.

Befund und Schadensanalyse von 1993
Gemeinsam mit Denkmalpflegern und weiterem Fachpersonal wurde entschieden, dass eine umfassende, aussagekräftige Schadensanalyse nur nach vollständiger Entfernung aller aufgebrachten Oberflächenbehandlungen möglich sei. Es wurde sich für ein Abstrahlen der Gussteile mit Korund entschieden.

Restaurierungsgeschichte
Erste Sanierungsmaßnahmen erfolgten bereits wenige Jahre nach Errichtung des Turmes, als 1889 die Vergoldung und der Anstrich erneuert wurden. Im August des Jahres 1952 wurden Entrostungs- und Anstricharbeiten durchgeführt.

Die Gießerei / Materialkenntnis im 19. Jh.
Das 1788 gegründete Eisenwerk mit Eisenhammer und Schmelzofen zum Verhütten des lokalen Raseneisensteins im Lausitzer Örtchen Bernsdorf wird mit dem Guss des Löbauer Turmes beauftragt. Die ursprünglichen Gießereigebäude der "Gießereimaschinenbau GmbH" bestehen heute nicht mehr, sie wurden in den frühen 90ern neu errichtet.

Das Material Guss - seine Herstellung, Geschichte und Bedeutung
Aufgrund der gießereitechnischen Neuerung des Ersetzens von Holkohle durch Steinkohle war um die Mitte des 19. Jahrhunderts eine Optimierung der Produktion von Gussteilen möglich. Guss fand zuerst nur im industriellen Bauen Anwendung.

Die Gestaltung des Turmes- Material und Ästhetik
Über die Erscheinung des Turmes, sein Dekor und dessen Wirkung ist bereits viel gesprochen und beschrieben worden. Im Rahmen der Feier zur Wiedereröffnung nach den Restaurierungsmaßnahmen von 1993/ 94 Prof. äußerte sich Dr. Martin Sperlich, Direktor der Staatlichen Schlösser und Gärten Berlin hierzu wie folgt:

Geschichtlicher Hintergrund - Die Idee vom Turm in Löbau
Die Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem nahe der Lausitzer Kleinstadt Löbau gelegenen Berg ist das Ergebnis bürgerlicher Initiative gewesen. Am Anfang soll es das schlichte Vermissen einer Lokalität, eines Ziel- und Aussichtsortes auf dem Löbauer Berg gewesen sein, was erstmals ein Bürger der Stadt nach einer Wanderung 1850 bemerkt und als Diskussionsgegenstand publik macht.

Baubeschreibung / Konstruktion und statisches System
Der Grundriss des Außenbaus des Turmes ist ein Oktogon von vier Metern im Durchmesser. Die äußeren Eckpunkte bestehen aus acht Säulen, die aus jeweils drei- Meter- Stücken zusammengesetzt sind. In deren Nuten sind die einzelnen Plattenwände eingeschoben und verbleit. Die Platten sind teils mit Inschriften, Wappen, Medaillons in Porträtform und farbigen, vergoldeten Fassungen versehen.

Quellen, Literatur, Bilder
Nachfolgend ausführliche Informationen zu den Quellen, der verwendeten Literatur und verwendeten Bilder.

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