Sendungen in 3sat:
06.10.2008, 20.15 Uhr
Welterbe Südamerika
14.10.2008, 21.45 Uhr
19.10.2008, 06.00 Uhr
20.10.2008, 12.45 Uhr
Die Bucht von Kotor, Montenegro
Fjord der Adria
21.10.2008, 21.45 Uhr
27.10.2008, 12.45 Uhr
Kathmandu, Nepal
Königsstädte am Fuße des Himalaya
22.10.2008, 21.45 Uhr
Die Victoria-Fälle, Sambia
Sendungen in SWR Fernsehen
04.10.2008, 06.00 Uhr
Anthony Island, Kanada
Heimat der Haida
11.10.2008, 06.00 Uhr
Grand Canyon, USA
Panorama der Erdgeschichte
18.10.2008, 06.00 Uhr
Head-Smashed-In, USA
Abgrund der toten Bisons
19.10.2008, 11.00 Uhr
Die Altstadt von Graz, Österreich
Als ob man zum Frieden käme
25.10.2008, 06.00 Uhr
Lunenburg, Kanada
Ein Leben nach dem Kabeljau
26.10.2008, 11.00 Uhr
Semmering, Österreich
Zauberberg und Eisenbahn
28.10.2008, 23.30 Uhr
Unbekanntes Madagaskar
Tsingy de Bemahara und Ambohimanga
Die ausführlichen Informationen zu unseren Oktober-Sendungen:
Samstag, 4.Oktober 2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Anthony Island – Die Heimat der Haida, Kanada
Ein heute völlig unbewohnte Insel im Pazifik vor der Küste Kanadas: In der Sprache ihrer
ehemaligen Einwohner, der Haida-Indianer, heißt sie "Skungwa'ai". Nachdem sie einst von
einer Pocken-Epedemie fast ausgelöscht worden wären, verließen sie ihre Heimat. Seit den
50er Jahren besinnen sich ihre Nachfahren wieder auf die Kultur der Ahnen und besuchen
deren Wohnorte.
Die Haida kannten einmal den Überfluss, weil sie die Natur respektierten und im Einklang mit
ihr lebten. Heute noch kann man die Zeugnisse ihrer Verbindung mit der spirituellen Welt
sehen. In Totempfähle schnitzten sie Symbolfiguren und ihre Wappentiere, den Killerwal,
Adler und Raben.
Mit einem ihrer Urenkel dürfen wir über die Insel streifen und die Spuren dieser einmaligen
Kultur entdecken.
Buch und Regie: Wolfgang Katzke
Montag, 6. Oktober 2008, 20.15 Uhr, 3sat
Welterbe Südamerika
Die einsame Insel im Pazifischen Ozean umweht seit Jahrhunderten ein Hauch von Zauber
und Magie. In einem Radius von 3600 Kilometern liegt kein bewohnbares Land in ihrer Nähe.
Die Ureinwohner lebten über Jahrhunderte völlig autark und in Frieden. Sie hatten
niemanden, mit dem sie hätten Handel treiben können. Und dennoch erschufen sie eine
Kultur, die jeden Besucher in Staunen versetzt.
Als erster Europäer hat Kapitän Jakob Roggewegen dieses Eiland entdeckt. Er war im
Auftrag der Holländischen Westindischen Kompanie unterwegs, um das sagenumwobene
Davisland zu suchen. Stattdessen stieß er an Ostern 1722 auf eine Insel, deren gesamte
Küste mit rätselhaften Steingiganten bevölkert war. Er nannte sie nach dem Tag ihrer
Entdeckung - OSTERINSEL.
Woher kamen diese Menschen, die in der Lage waren, 20 Meter hohe Steinkolosse
aufzustellen? Wie kamen sie auf diese einsame Insel? Auch konnten die "weißen Götter",
wie die Osterinsulaner die fremden Ankömmlinge nannten, weit und breit keine Felsen
sehen, die den Ureinwohnern als Bildhauerwerkstätte hätten dienen können. Welche
Transportwege benutzen sie?
Als 52 Jahre später der berühmte Kapitän James Cook die Insel wieder anlief, lag die
Hochkultur der Osterinsel mit ihren Steingiganten zerstört am Boden. Es gab keine
gesellschaftlichen Führer mehr. Nur noch wenige Menschen lebten angstbesetzt in
unzugänglichen Höhlen. Was war passiert in der kurzen Zeit ?
Die Überlieferungen der Ureinwohner bieten nur widersprüchliche Antworten. Was auch
immer passiert sein mag, die Steingiganten, welche diese abgeschiedenste Insel der Welt
bevölkern, sind stille Zeugen einer Katastrophe, die dem Besucher die Vergänglichkeit der
Erde vor Augen führt.
Auf einer Breite fast dreimal so groß wie die Niagarafälle stürzen die Wassermassen hier in
die Tiefe, und von weitem schon tönt es wie ein Erdbeben. Die Tröpfchenatmosphäre
schimmert in allen Regenbogenfarben. Iguazú bedeutet in der Sprache der Guaraní-Indianer
"große Wasser".
Zu beiden Seiten des Stromes erstreckt sich ein Naturpark. Dort hält sich bis heute eines der
vielfältigsten Ökosysteme der Erde. Die gewaltige Sprühnebelwolke der Wasserfälle versorgt
die gesamte Umgebung mit dem notwendigen Nass.
Unüberschaubar groß ist hier die Artenvielfalt. Schmetterlinge, Vögel und unzählige
verschiedene Pflanzen nähren sich aus den enormen Wassern. Besonders von der
argentinischen Seite her bietet sich dem Besucher eine unvergessliche Szenerie.
Karg und bizarr ragen die Vulkane des Galápagos-Archipels aus den Fluten des Pazifischen
Ozeans. Über 300 Fischarten bevölkern das Meer rund um die Inseln. Hier entstanden unter
einzigartigen Bedingungen neue Lebensformen.
Ein Abbild des "Garten Eden" hoffte Charles Darwin auf Galápagos zu finden. Er war
ausgezogen, um die biblische Schöpfungsgeschichte zu beweisen. Was er fand, belehrte ihn
eines Besseren. Die abgeschlossene Tier- und Pflanzenwelt auf Galápagos zeigt, dass sich
das Leben ständig verändert. Alle Lebewesen unterliegen einer von ihrer Umwelt
beeinflußten Evolution. Der Film beobachtet die Schildkröten, denen der Archipel seinen
Namen verdankt, Galápagos und er zeigt den einzigartigen Tierreichtum der Inseln.
Schwarzes Gold - das ist der Name der Stadt und gleichzeitig seine Geschichte. Die ersten
Pioniere im 17. Jahrhundert haben sich hier niedergelassen, weil die Goldfunde alles
übertrafen, was die Portugiesen in Brasilien zuvor entdeckt hatten. Die gesamte, damals
viele Tagesreisen von der Küste entfernte Gegend barg so große Mengen des Edelmetalls,
dass die Kolonialherren zehntausende von Sklaven aus Afrika nach Brasilien einschifften,
um die Bodenschätze auszuheben.
Der Film zeigt die Architektur einer der bedeutendsten Goldgräberstädte der Welt und die
Geschichte seines wichtigsten Baumeisters. Antonio Francisco Lisboa. Er ist mit seinem
Werk und seiner tragischen Lebensgeschichte eng mit dem Schicksal seiner Stadt
verbunden. Lisboa wurde bekannt unter seinem Spitznamen "O Aleijadinho" (das
Krüppelchen), weil er unter einer unheilbaren Krankheit litt, die seinen Körper ähnlich wie
Lepra langsam zersetzte. Die Spuren, die er durch seine Skulpturen, Reliefs und
architektonischen Arbeiten in Ouro Preto hinterlassen hat, sind von einer einzigartigen Kraft
und Schönheit.
Als die Spanier 1532 in Peru eindrangen setzten sie die alten Inkaherrscher als kontrollierte
Könige ein. Einer von ihnen, Manco Cápac musste nach einem verlorenen Aufstand gegen
die Spanier fliehen. Im unzugänglichen Bergland von Cuzco soll er eine neue Stadt
gegründet haben. Vilcabamba wurde sie in den Überlieferungen genannt.
Ihr Anblick ist überwältigend. Auf einem steilen Gebirgsstock haben die Inka eine Stadt
angelegt, in der wahrscheinlich nahezu 4.000 Menschen gelebt haben.
Von keinem Punkt des Tales aus ist sie zu sehen. Nur ein schmaler Pfad, der wohl schon zu
spanischer Zeit durch einen Bergrutsch blockiert war, führt hinauf. Zu Füßen einer schroffen
Felswand, dem Huayna Picchu, erstreckt sich die in drei Bereiche gegliederte Anlage.
Der Film führt seinen Betrachter durch die Ruinen der Inka-Stadt. Im Süden der Anlage liegt
die Tempelstadt. Gegenüber das Königsviertel mit dem Torreón, einem halbrunden Turm,
der auf einem heiligen Felsen errichtet wurde. Im dritten Teil der Anlage befinden sich die
Ruinen der Wohnhäuser. Die unterschiedlichen Bereiche bilden auch heute noch eine
harmonische Einheit, die viel über die Lebensformen der Inka erzählt.
Erst 1911 wurde die Stadt von dem Amerikaner Hiram Bingham entdeckt. Er nannte sie
Machu Picchu, "alte Bergspitze", weil er nicht sicher wusste, ob es die von den Spanier nie
entdeckte Stadt, Vilcabamba war.
Buch und Regie: Marcus Vetter, Christian Romanowski, Wolfgang Katzke, Roland May.
Gustav Alolph Bähr, Peter Wendt
Samstag, 11.Oktober 2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Grand Canyon – Panorama der Erdgeschichte, USA
Wer zum ersten Mal über den Rand dieses gewaltigen Einschnitts der Erdkruste fliegt, ist -
obwohl durch unzählige Fotos, Filme und Berichte vorbereitet - überwältigt, wie dramatisch
diese Schlucht in Wirklichkeit ist. Es gibt Schluchten auf dieser Erde die tiefer oder enger
sind - so grandios wie der Grand Canyon, so ehrfurchtgebietend, so faszinierend und so
berühmt ist keine zweite.
Im Nordwesten Arizonas gelegen, besteht der Grand Canyon aus einer 1800 Meter tiefen
Schlucht, die eine Breite von bis zu 30 Kilometern erreicht und sich über rund 450 Kilometer
Länge durch das bewaldete Kaibabplateau zieht. Geologen schätzen, daß sich das Gebiet in
den vergangenen vierzig bis fünfzig Millionen Jahren herausgebildet hat.
Für die europäischen Eroberer war der Canyon jahrhundertelang unbezwingbares
Niemandsland. Erst 1869 erforschte Major John Wesley Powell auf einer legendären
Befahrung des Colorado das Innere der großen Schlucht. Er gab ihr auch den Namen
"Grand Canyon".
Heute ist der Grand Canyon zusammen mit dem Empire State Building der am meisten
besuchte Ort der Vereinigten Staaten. Fünf Millionen Menschen kommen jedes Jahr.
"Treten Sie an den Rand des Grand Canyon, schauen Sie hinab, immer tiefer in seine
erschreckenden Abgründe. Dann erfahren Sie ihre eigene, völlige Bedeutungslosigkeit."
So die amerikanische Psychologin M.E. Hart über die Wirkung dieses Naturwunders. Für
Simone de Beauvoir galt der Grand Canyon als "geheimnisvolles Sinnbild aller Landschaften".
Buch und Regie: Goggo Gensch
Dienstag, 14. Oktober 2008, 21.45 Uhr, 3sat
Die Bucht von Kotor, Fjord der Adria, Montenegro
Wiederholungen: Sonntag. 19. Oktober 2008, 6.00 Uhr, 3sat
Montag. 20. Oktober 2008, 12.45 Uhr, 3sat
Atemberaubend ist der Blick über das flache Wasser der Adria auf die Schwarzen Berge.
Schroffe Felswände umschließen die Bucht von Kotor. Wie ein skandinavischer Fjord
schneidet sie sich in die dalmatinische Küste von Montenegro. Wie viele geschützte
Meeresbuchten war auch hier ein Schlupfwinkel für Seeräuber und Piraten, aber auch ein
Handelsumschlagplatz und Marinestützpunkt. Die bewegte Geschichte von über
zweitausend Jahren hat die beiden Städte Perast und Kotor geprägt. Erst gehörte die Region
zum illyrischen, dann zum römischen, später zum byzantinischen Reich. Dreihundert Jahre
herrschten die Venezianer bis Ende des 18. Jahrhunderts, dann kamen die Österreicher,
danach die Russen und die Truppen von Napoleon. Die Region war stets Grenze und
Bindeglied zwischen Okzident und Orient, auch zwischen Katholiken und Orthodoxen,
zwischen dem Christentum und dem Islam.
Die noble Architektur und der Reichtum übertrafen zur venezianischen Zeit alle Küstenorte
der Region. Paläste, Kathedralen und Kirchen, die Zeugen von über zweitausend Jahren
Kulturgeschichte wurden durch das verheerende Erdbeben im April 1979 größtenteils
zerstört. Die UNESCO setzte im gleichen Jahr die beiden Städte Perast und Kotor auf ihre
sogenannte "Rote Liste" der gefährdeten Natur- und Kulturgüter, um internationale
Massnahmen zur Rettung dieser Welterbestätte einzuleiten. Zwar wurden viele Gebäude
wieder aufgebaut und stehen heute neben Ruinen, für deren Restauration die Mittel fehlen.
Dennoch ist die Bucht mit ihrer faszinierenden Landschaft und mit den Stätten vergangenen
Reichtums als UNESCO Weltnatur- und Weltkulturerbe wieder Tagesziel von Kreuzfahrten in
der Adria.
Buch und Regie: Werner Zeindler
Samstag, 18.Oktober 2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Head-Smashed-In – Abgrund der toten Bisons, USA
Der "Abgrund der zu Tode gestürzten Bisons" ist ein Ort der an eine Zeit erinnert, in der sich
Amerikas Ureinwohner das Land mit den Bisons teilten. "Head-Smashed-In Buffalo Jump"
gilt als einer der ältesten und besterhaltenen Jagdplätze in Nordamerika.
1981 wurde "Head-Smashed-In" von der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt. Der Abgrund
liegt in der kanadischen Provinz Alberta, etwa 175 Kilometer südlich von Calgary. Die
Ausläufer der Rocky Mountains gehen hier in die Great Plains, ein halbtrockenes Vorland,
über.
Bei der historischen Bisonjagd versuchten getarnte Jäger die Tiere in eine Richtung zu
locken, aus der sie nur auf einen Abgrund fliehen konnten. Wenn sich Tiere aus der Herde
der Klippe näherten, tauchten schreiend und winkend weitere Indianer auf. Sie umzingelten
die erschrockene Herde, die in Panik auf den Abgrund rannte. Die ersten Bisons versuchten
meist an der Kante zu stoppen, wurden aber von den nachfolgenden Tieren überrannt. Sie
stürzten sich wie die Lemminge in den Tod.
Seinen Namen verdankt "Head-Smashed-In" übrigens nicht den getöteten Bisons, sondern
einer Legende. Ein junger Krieger wollte die herabstürzenden Tiere aus nächster Nähe
beobachten. Er stellte sich ganz eng an die Wände der Klippe, die Bisons stürzten vor ihm
zu Tode. An diesem Tag war freilich die dem Exitus geweihte Herde größer als sonst. Immer
mehr stürzten herab und erdrückten den jungen Mann an dem steilen Fels. Die Blackfoot
nannten die Stelle "where he got his head smashed in", "wo sein Schädel zerschmettert wurde".
Buch und Regie: Goggo Gensch
Sonntag, 19. Oktober 2008, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Die Altstadt von Graz – Als ob man zum Frieden käme
"Graz macht den Eindruck, als ob man zum Frieden käme aus dem Krieg", so Franz
Grillparzer.
Der österreichische Dramatiker hatte recht. Zumindest wenn man am Schlossberg, beim
Grazer Wahrzeichen, dem Uhrturm, steht und auf die Stadt hinunter schaut.
Hier, in der Hauptstadt der Steiermark, scheinen die Uhren wirklich ein klein wenig
langsamer zu gehen als anderswo.
Auf dem Schlossberg liegen auch die Wurzeln der Stadt, die 1128 erstmals erwähnt wurde.
Gradec hieß sie da, zu deutsch "kleine Burg". Im 15. Jahrhundert war Graz die Hauptstadt
Innerösterreichs. Der spätere Kaiser Friedrich III. hatte ein Herz für die Stadt und setzte erste
bauliche Akzente. So ließ er eine Stadtburg errichten und die Pfarrkirche Sankt Ägydius, den
heutigen Dom.
So friedlich Graz uns heute auch scheint. Es war immer eine wehrhafte Stadt. Zuerst drohte
Gefahr durch die Eroberungszüge der Türken, später durch die Truppen Napoleons. Zur
Abschreckung bauten die Grazer bauten nicht nur ihre Festungen aus, sie sammelten in all
den Jahrhunderten auch Waffen jeder Art. Heute haben sie die größte antike
Waffensammlung der Welt.
Graz gilt als die italienischste Stadt Österreichs. Das liegt vor allem an den vielen Architekten
die im 16. Jahrhundert aus der Lombardei in die Stadt kamen.
Die vielen Renaissancebauten waren auch ein Grund für die Unesco, die Altstadt von Graz,
1999 zum Weltkulturerbe zu ernennen
Mit einer viertel Million Einwohner ist Graz heute die zweitgrößte Stadt Österreichs. Dank
seiner Geografie, eine Drehscheibe zwischen West- und Südeuropa. Das zeigt sich auch an
der Sonne. Sie scheint hier viel öfter und vielleicht auch ein klein wenig heller als irgendwo
sonst in Österreich.
Buch und Regie: Goggo Gensch
Dienstag, 21. Oktober 2008, 21.45 Uhr, 3sat
Kathmandu – Königsstädte am Fuß des Himalaya, Nepal
Wiederholung: Montag. 27. Oktober 2008, 12.45 Uhr, 3sat
Ein Tal der Götter und Legenden im Herzen Nepals, eingebettet in die fruchtbare Ebene
zwischen Tibet und Indien. Jahrhundertelang kreuzten sich im Kathmandu-Tal die Pilger-
und Handelswege, hier sind Buddhismus und Hinduismus eine einzigartige Synthese
eingegangen.
Tausende von Stupas, Steintempel und Pagoden zeugen noch heute von der blühenden
Kultur der drei großen Siedlungszentren im Kathmandu-Tal: Kathmandu, Patan und
Bhaktapur.
Prachtvolle Palastarchitektur entstand unter der Malla-Dynastie, die bis ins 18. Jahrhundert
in den drei Stadtkönigreichen regierte. Die drei Herrscher versuchten sich gegenseitig mit
dem Bauen von immer schöneren und höheren Pagoden zu übertreffen und die Gunst ihrer
hinduistischen Götter auf sich zu lenken. "Nyatapola", die "Fünf-Dächer-Pagode" aus Ziegeln
und Holz wurde mit über 30 Metern Höhe zum Wahrzeichen des Kathmandu-Tals.
Bhaktapur, "die Stadt der Gläubigen" ist heute - nach langjährigem Restaurierungsprogramm
- die besterhaltene der drei Königstädte. Mit dem Stadtbild haben sich auch kulturelle
Traditionen und Rituale bewahrt, zum Beispiel "Bisket Jatra", das achttägige Neujahrsfest,
bei dem die Oberstadt gegen die Unterstadt zum Wettstreit antritt. Ganz Bhaktapur ist auf
den Beinen und versucht den ohne Nägel gezimmerten großen Prozessionswagen, eine
Nachbildung eines längst verfallenen Tempels, in den eigenen Stadtteil zu ziehen.
Buch und Regie: Elke Werry
Mittwoch, 22. Oktober 2008, 21.45 Uhr, 3sat
Die Victoria-Fälle, Sambia
Als sich David Livingstone am 16. November 1855 zum ersten Mal dem Naturschauspiel der
Victoria-Fälle nähert, schreibt er folgendes in sein Tagebuch: "Das Erste was man aus einer
Entfernung von etwa zwei Stunden erblickt, gleicht in der Tat ganz und gar den riesigen
Rauchsäulen, die bei dem in Afrika so gewöhnlichen Wegbrennen des dürren Graswuchses
auftreten. Vom Winde gebogen und sich anscheinend mit den Wolken vermischend,
leibhaftiger Rauch! Die Eingeborenen nennen das Naturwunder, dem sie aus Furcht nicht
gerne nahe kommen, "Donnender Rauch", wörtlich, - Rauch lärmt hier - und diese
Benennung kann nicht anders als passend gefunden werden."
Hannes Schönemann hat sich auf die Spuren von David Livingston begeben und erzählt in
seinem Film die Geschichte der Entdeckung der Victoria-Fälle.
Buch und Regie: Hannes Schönemann
Samstag, 25. Oktober 2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Lunenburg – Ein Leben nach dem Kabeljau, Kanada
Lunenburg ist eine kleine Stadt an der Atlantikküste Kanadas - und ein Stück kanadischer
Geschichte. Gegründet von britischen Kolonialherren, besiedelt von braven deutschen
Auswanderern, die es als Fischer und Schiffsbauer zu einigem Wohlstand brachten. Das
alles sieht man dem historischen Städtchen heute noch an - aber auch, wie die Geschichte
weiterging: Das so überaus erfolgreiche Fischen ließ das Ökosystem vor der Küste
Lunenburgs zusammenbrechen. Der Kabeljau, die Lebensgrundlage der Stadt, war plötzlich
nicht mehr da. Man stand vor dem Nichts. Das war 1990.
Lunenburg hat den Schock überlebt. Zwar sind viele der Fischer fortgezogen. Doch für ihre
historischen Häuser fanden sich rasch neue Liebhaber. Und es fand sich neue Arbeit in der
Stadt. Lunenburg lebt - auch ohne den Kabeljau.
Buch und Regie: Albrecht Heise
Sonntag, 26. Oktober 2008, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Semmering – Zauberberg und Eisenbahn, Österreich
An alles hatten Karl Ritter von Ghega, der Planungschef der österreichischen Staatsbahn,
und seine Mitarbeiter gedacht, als die Semmeringbahn am 18. April 1854 feierlich von Kaiser
Franz Josef eröffnet wurde. Nur an eines nicht: der Schornstein der Lokomotive war für die
Gloggnitzer Bahnhofshalle zu hoch. Bei der Einfahrt krachte er herunter und hüllte die feine
österreichische Gesellschaft in Rauch und Ruß. Der Kaiser aber behielt die Nerven und Karl
Ritter von Ghega durfte triumphieren. Die erste Hochgebirgsbahn der Welt konnte ihren
Betrieb aufnehmen.
Nur sechs Jahre früher, im Revolutionsjahr 1848, entschloss man sich zu ihrem Bau. Es war
eine verwegene Unternehmung. Über den Gebirgspass Semmering führte der kürzeste Weg
von Wien an die Adria. 42 Kilometer galt es zu überwinden. Von Wien gab es schon eine
Eisenbahn ins niederösterreichische Gloggnitz. Und auf der anderen Seite des Gebirges
führte die Strecke vom steirischen Mürzzuschlag nach Graz und von dort weiter nach Süden.
Viele Monate wanderte Karl Ritter von Ghega durch den Semmering um all die Schluchten
und Berge kennen zu lernen. Die Bahnstrecke musste über Gräben hinweg, durch Berge
hindurch und an Felswänden entlang gebaut werden. Ghega plante 15 Tunnel und 16, zum
Teil zweistöckige, Viadukte. Zeitweise bauten bis zu 20.000 Arbeiter an der Bahnstrecke.
1998 wurde die Semmeringbahn und damit diese tollkühne technische Meisterleistung von
der Unesco zum Weltkulturerbe ernannt.
Der Film zeigt die heute noch faszinierende Bahnstrecke, er erinnerte auch an die K und K -
Zeit als der Semmering zum Zauberberg wurde. In den Villen und Palästen feierten die
Sommerfrischler rauschende Feste, die Künstler des Fin de Siècle pilgerten in eine
Landschaft die sich ausbreitet als sei sie inszeniert. Der Semmering war zum Mythos
geworden und der Traum von der Adria wahr.
Buch und Regie: Ute Gebhardt
Dienstag, 28. Oktober 2008, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Unbekanntes Madagaskar – Tsingy de Bemahara und Ambohimanga
Als vor Jahrmillionen der afrikanisch-indische Urkontinent auseinander driftete, blieb mitten
im Ozean die Insel Madagaskar zurück. Während es auf den Kontinenten zu gewaltigen
Veränderungen kam, blieb auf der Insel alles wie es war. Das Vorhandene entwickelte sich
lediglich weiter, zu einer bis heute beispiellosen Vielfalt. Erst vor tausend Jahren begannen
Einwanderer diese urkontinentale Landschaft zu verändern. Nur wenige Landschaften
konnten sich dieser Urbarmachung widersetzen. Das Naturreservat der "Tsingys" stellt einer
Besiedelung bis heute eine natürliche Barriere entgegen: bizarre, nadelförmige
Felsformationen. Wind- und Regenerosion haben aus Korallenriffen zahllose, bis zu 30
Meter hohe, Felsspitzen geformt. Bis heute ist das Gebiet mit seinen Höhlen, Schluchten und
Flüssen in weiten Teilen unzugänglich und kaum erforscht.
Auch die wenigen Einheimischen die am Rande der Tsingys leben, begegnen dem
abweisenden Felsmassiv mit großem Respekt. Kaum einer, der es wagen würde in die von
messerscharfen Zinnen bewachten Schluchten vorzudringen.
Es gibt hier Orte die "fady" sind, tabu. Nur Auserwählte dürfen sie betreten. "Tromba", der
Platz der Orakel und Weissagungen ist solch ein Ort für die Menschen eines kleinen Dorfes
am Manambolo-Fluss, dessen Seitenarme sich in den Tsingys verlieren. Diese Bewohner
haben ein "Schätze der Welt" Team mitgenommen auf ihrer Pirogenfahrt durch eine
einzigartige Landschaft in der man eine Ahnung davon bekommt, wie die Welt vor Urzeiten
ausgesehen haben mag.
In den religiösen Vorstellungen der Madegassen wird das Schicksal der Lebenden von den
Ahnen bestimmt. Die Verstorbenen sind nicht tot, sie sind nur in eine andere Form des
Lebens übergegangen. Durch spezielle Riten an den Grabstätten werden die Seelen der
Vorfahren um Rat gefragt.
Der Hügel von Ambohimanga ist der Geburtsort von Andrianamapoinimerina, des
berühmtesten Königs aus dem Volk der Merina. Bis 1898 war hier seine und die Grabstätte
anderer Könige. Dann wurde die Hauptstadt nach Antananarivo verlegt und die königlichen
Ahnen mussten mit.
Die ehemalige Königsstadt ist eine der heiligsten Plätze der Merina geblieben. Nichts darf
hier verändert werden und so sieht es hier immer noch aus wie vor 200 Jahren.
In Ambohimanga haben sich die letzten Holzgiebelhäuser Madagaskars erhalten, fein gefügt
aus Palisanderholz, von wahrhaft königlichen Ausmaßen.
Vergleicht man die Paläste mit denen europäischer Potentaten, lebten die Merinaherrscher
bescheiden. Ein einziger Raum, eine ummauerte Feuerstelle, zwei Betten für den König,
wovon eines am zentralen Stützpfeiler in fünf Meter Höhe befestigt ist - bei Gefahr konnte er
so nach oben fliehen - , am Boden ein Bett für die Frauen und die Kinder.
Der heilige Bezirk der Stadt wird durch einen mit Stroh bedeckten Turm bewehrt. Nachts
wurde der Zugang durch einen viele Tonnen schweren, tellerförmigen, Stein verschlossen. In
den Gärten um die Holzpaläste wachsen Feigen- und Kautschukbäume.
Buch und Regie: Rüdiger Lorenz
Eine Vorschau auf unsere Sendungen im November 2008:
Sa., 1.11.2008, 6.00 Ihr, 3sat
Türkisches Welterbe
So., 2.11.2008, 6.00 Uhr, 3sat
Sighisoara – Ort der kleinen Ewigkeiten, Rumänien
So. 2.11.2008, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Der Neusiedlersee – Nirgendwo ist mehr Himmel, Österreich / Ungarn
Mo., 3.11.2008, 12.45 Uhr, 3sat
Sighisoara – Ort der kleinen Ewigkeiten, Rumänien
Di., 4.11.2008, 21.45 Uhr, 3sat
Spissky Hrad – Festung am Kreuzweg der Kulturen – Slowakische Republik
Di. 4.11.2008, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Architektur aus Lehm – Djenné und die Felsen von Bandiagara, Mali
Mi. 5.11.2008, 17.00 Uhr, 3sat
Sighisoara – Ort der kleinen Ewigkeiten, Rumänien
Sa., 8.11.2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Monticello – Die konkrete Utopie, USA
So., 9.11.2008, 6.00 Uhr, 3sat
Spissky Hrad – Festung am Kreuzweg der Kulturen – Slowakische Republik
So. 9.11.2008, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Die Wachau – Eine Landschaft die lächelt, Österreich
Mo., 10.11.2008, 12.45 Uhr, 3sat
Spissky Hrad – Festung am Kreuzweg der Kulturen – Slowakische Republik
Sa., 15.11.2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Quebec – Das französische Herz Nordamerikas, Kanada
So., 16.11.2008, 6.00 Uhr, 3sat
Kishi Pogost – Das warme Holz, Russland
So. 16.11.2008, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Schloß und Park Schönbrunn in Wien, Österreich
So. 16.11.2008, 22.25 Uhr, 3sat
Mythische Städte in der Wüste - Djenné, Bandiagara und Timbuktu, Mali
Mo., 17.11.2008, 12.45 Uhr, 3sat
Kishi Pogost – Das warme Holz, Russland
Sa., 22.11.2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Rocky Mountains – Reise in die Eiszeit, Kanada
So., 23.11.2008, 6.00 Uhr, 3sat
Djoudj – Wasserwildnis am Rand der Sahara, Senegal
So. 23.11.2008, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Die Altstadt von Salzburg, Österreich
Mo., 24.11.2008, 12.45 Uhr, 3sat
Djoudj – Wasserwildnis am Rand der Sahara, Senegal
Di., 25.11.2008, 21.45 Uhr, 3sat
Tsodilo – Die flüsternden Felsen der Kalahari, Botswana
Di. 25.11.2008, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Pilgerstätten in Ägypten – Das Katharinenkloster und Abu Mena
Sa., 29.11.2008, 6.00 Uhr, SWR Fernsehen
Taos Pueblo – Ureinwohner am Rio Grande, USA
So., 30.11.2008, 6.00 Uhr, 3sat
Tsodilo – Die flüsternden Felsen der Kalahari, Botswana
So. 30.11.2008, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Regensburg – Aus tiefem Schlaf erwacht, Deutschland
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