
Der gesamte Gebäudekomplex Hotel Grünes Tor
Grünes Tor (benannt nach dem grünen Eingangstor)
Um 1580 wurde in Schmalkalden für Landgraf Wilhelm IV. von Hessen eine
Residenz in der Mittelachse des damaligen Vieh- und Roßmarktes (Neumarkt)
erbaut. Dieses Stadtpalais, heute Weidebrunner Gasse 12 - das "Grüne Tor"-,
war Wahrzeichen des hessischen Besitzes an der Doppelherrschaft Schmalkalden.
Die andere Hälfte gehörte den Grafen von Henneberg. Als diese 1583 ausstarben,
fiel u. a. die ganze Stadt Schmalkalden an Hessen (bald darauf, 1585,
begann man mit dem Bau des Neuen Schlosses, der Wilhelmsburg).
Über mittelalterlichen Grundmauern wurde ein steinernes Erdgeschoß errichtet, darüber in Fachwerk
weitere vier Geschosse. Im Kellergewölbe ist noch der historische Weinkeller
des Landgrafen erhalten. Erhöht über diesem Weinkeller befanden sich die
Empfangsräume des Landgrafen Wilhelm IV. mit der Badestube. Sie sind über
einige Stufen von der Hofstube, der heutigen Eingangshalle, erreichbar.
Hervorgehoben ist die Bedeutung dieser Repräsentationsräume durch wertvollste
originale Wandmalereien der Renaissance, die erst im Zuge der Restaurierung
des Hauses wiederentdeckt und freigelegt wurden: die Wand zu den Räumen
des Landgrafen zur Hofstube zu ist mit Spruchbändern, Roll- und Beschlagwerk
und figürlichen Darstellungen geschmückt. Darunter befinden sich sog.
Trabanten in Landsknechtskostümen (einer davon mit Muskete), wie wir sie
von gleicher Hand im nur wenig später ausgestalteten Schloß Wilhelmsburg
wiederfinden. Eine weitere großartige Entdeckung während der Restaurierung
des "Grünen Tors" war die Freilegung einer mehrfach überstrichenen Decke
des heutigen "Goldenen Saals": auch die Allegorien der kunsthistorisch
äußerst bedeutenden gefaßten Stukkaturen an der Decke des ehemaligen Festsaales
im 2. Obergeschoß verweisen auf die Kasseler Hofkünstler, die dann auch
im Schloß Wilhelmsburg tätig waren. Im "Grünen Tor" nahm der Landgraf
solange selbst Aufenthalt, wenn er in Schmalkalden weilte. Hier gab er
noch 1586 Empfänge, im "Goldenen Saal" für adelige Gäste und Ratsmitglieder,
in der Hofstube (der Eingangshalle) für die Handwerksmeister. Nach Übernahme
der Herrschaft in Schmalkalden durch Hessen und den Neubau des Schlosses
entfiel die landesherrliche Funktion des Hauses. Im 17. Jahrhundert wurde
es verkauft und dann in barocker Manier durch ein Hintergebäude erweitert.
Der dadurch entstandene lnnenhof mit seinen umlaufenden Laubengängen bildet
nach der aufwendigen und liebevollen Restaurierung des gesamten Anwesens
seit 1994, eine überaus reizvolle Kulisse und ein romantisches Entrée
für das Hotel "Grünes Tor".

Die Zimmer

Flurbereich

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