Mit dem Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale" soll auch nach Abschluss der Baumaßnahmen an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren.
Die Johanniter erbauten in der Mitte des 12. Jahrhunderts im Südwesten der Stadt Duisburg eine Hospitalkapelle, die man 1295 in die Stadtmauer einbezog. Fundamente dieser romanischen Anlage und eines steinernen Wohnturmes aus dem 11./12. Jahrhundert, vermutlich eines Adelssitzes, sind heute noch unter der jetzigen Kirche vorhanden. 1475 erweiterte man den Bau um einen spätgotischen Chor.
Seit 1543 ist die Kirche evangelisch. Der von Ost nach West ausgerichtete Bau wurde 1789 wegen Baufälligkeit geschlossen und 1802 weitgehend neu umgebaut. Heute ist die Kirche ein in Backstein errichteter und verputzter Saalbau mit abgeschrägter Westwand. Hohe Rundbogenfenster und Kreisfenster gliedern den Saal, der mit einem Walmdach abschließt. Vor der Ostseite steht der Turm, der ein Glockendach mit Laterne und hoher Spitze trägt.
Den schlichten Innenraum mit der neueren Flachdecke und der umlaufenden, auf zehn Säulen ruhenden Empore prägen die Holzkanzel und die Orgel der Firma Leichel, die aus der Mitte des 19. Jahrhundert stammen und die vergoldete Taufschale aus dem Jahr 1665. Im 2. Weltkrieg zerschlugen Bomben die Dächer von Turm und Schiff. Nach einer provisorischen Abdichtung deckte man 1948 das Schiff neu, 1953-1955 wurde im Schiff eine Flachdecke eingebaut.
Die Kirche besitzt aufgrund ihrer Baugeschichte und Lage an einem der einstigen Stadttore besondere Bedeutung für das Stadtbild und die Entwicklung der Stadt. Sie stand schon immer am Stadtrand von Duisburg, ursprünglich direkt an der Stadtmauer. Heute ist sie Sinnbild der tiefgreifenden Veränderung einer durch Industrie geprägten und zerrissenen Stadt, in der historische Gebäude wie Inseln erscheinen. Ein Masterplan des Architekten Sir Norman Foster soll für Duisburg hier die notwendige Umkehr einleiten und städtische Zusammenhänge wiederherstellen.
Nach kleineren Reparaturen stand eine grundlegende Instandsetzung an. Das Äußere des Kirchenschiffs sowie der Turm wurden restauriert, Kirchenschiff und Anbauten haben eine neue Dachdeckung erhalten. An den Außenarbeiten beteiligte sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 85.000 Euro sowie weiteren 15.000 Euro der KiBa. Damit ist die Marienkirche eines von über 220 Projekten allein in NRW, die seit ihrer Gründung 1985 aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und privaten Spenden unterstützen konnte. Seit 1999 wird die Arbeit der Stiftung in Essen und Umgebung von einem ehrenamtlich tätigen Ortskuratorium unter der Leitung von Dr. Werner Sitzler unterstützt.
Bonn, den 8. Mai 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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