Glocken läuten wieder

Ab dem 31. August 2008 läuten in Lutherstadt Eisleben im Landkreis Mansfeld-Südharz die Glocken der St.-Petri-Pauli-Kirche wieder. Zur Einweihung des wieder instand gesetzten spätgotischen Geläuts laden Pfarrerin Claudia Bergmann und Pfarrer Scott A. Moore zum Festgottesdienst um 10.00 Uhr ein.
Nach der Sanierung des Turms konnte zum Abschluss der Maßnahmen nun auch das Glockengeläut wiederhergestellt werden, das als eines der größten seiner Zeit gilt. Nun klingen sie wieder zur Ehre Gottes, zur Freude der Kirchengemeinde und der Menschen in Eisleben.

Mit dem Bau der Kirche St. Peter-Paul in Eisleben wurde 1447 begonnen. Bis 1474 entstand als erstes Bauteil der viergeschossige rechteckige Westturm. Nur kleine schießschartenartige Fenster öffnen die durch umlaufende Profile gekennzeichneten Geschosse, lediglich das Glockengeschoss hat breite spitzbogige Öffnungen. Der achteckige Westturmaufbau mit wuchtiger Haube und Laterne wurde 1560-66 aufgesetzt.

Zwischen 1486 und 1513 errichtete man dann eine dreischiffige spätgotische Hallenkirche von vier Jochen, die unter einem mächtigen steilen Satteldach liegt. Nach Osten hin wird die Halle von einem dreiseitig geschlossenen Chor abgeschlossen. An der Nordostecke des Westturms befindet sich ein runder Treppenturm, zwischen Chor und südlichem Seitenschiff ist die Sakristei angebaut. Chor und Mittelschiff werden im Inneren von Sternnetzgewölben überfangen, in den Seitenschiffen sind Parallelrippen-Netzgewölbe eingezogen.

Im Turm befindet sich eines der bemerkenswertesten Geläute Sachsen-Anhalts, das zugleich eines der größten spätgotischen Stadtkirchengeläute im deutschen Sprachraum ist. Die drei ungewöhnlich großen und tontiefen Glocken wurden zwischen 1499 und 1509 von Pawel Moes gefertigt.

Während der Innenraum zu DDR-Zeiten im Rahmen der Luther-Ehrungen von 1976-82 instandgesetzt werden konnte und sich in einem vergleichsweise guten Zustand befindet, wurde die Bauhülle leider vernachlässigt. 1991 konnte die Sanierung des Turmdachs erfolgen. Doch wiesen Risse im Turmmauerwerk und in den Gewölben von Turm und Schiff auf weitere Schäden hin. Es bestand sogar ein Läuteverbot, um weitere Schäden durch die Schwingungen der Glocken zu vermeiden. Im Jahr 2003 konnte die Instandsetzung des Turmmauerwerks mit der statischen Sicherung, der Fundamentsanierung sowie der Mauerwerksfestigung und Neuverfugung beginnen

An den Instandsetzungsarbeiten von Turm und Geläut beteiligte sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die St.-Petri-Paul-Kirche ist damit eines von über 460 Förderprojekten, die die Denkmalschutz-Stiftung aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Sachsen-Anhalt fördern konnte. Aus den Erträgnissen der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, werden bundesweit gemeinnützige Projekte aus den Bereichen Wohlfahrt, Sport und Denkmalpflege jährlich mit rund 50 Millionen Euro gefördert.

Bonn, den 28. August 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Glocken läuten wieder
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