Förderzusage für ein Herrenhaus in Weischlitz-Kürbitz

Deutschen Stiftung Denkmalschutz hilft: Anette Mittring und Hannelore Schmelzer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbringen am 11. Juni 2008 um 15.00 Uhr einen Fördervertrag für die Sicherungsarbeiten am Herrenhaus Weischlitz-Kürbitz an Bürgermeister Uwe Müller.
Damit stehen der Gemeinde im Vogtlandkreis 20.000 Euro für die Finanzierung der weiteren Sicherung zur Verfügung, an der sich auch der Förderverein, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und das Land Sachsen beteiligen. Die Mittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ermöglichen der Gemeinde die Gegenfinanzierung der zu 70 Prozent vom Land getragenen Maßnahmen.
Die Gebäude des Rittergutes Kürbitz bilden zusammen mit der Salvatorkirche, dem ehemaligen Gasthof und der steinernen Elsterbrücke ein Dorfplatzensemble von überregionaler Bedeutung. Unter Einbeziehung des mittelalterlichen Vorwerkes entstand zu Anfang des 16. Jahrhundert das Rittergut Kürbitz. Bis zum Jahre 1945 war es im Besitz der Familie von Feilitzsch.
Den Kern der Anlage bildet dabei das Herrenhaus, das unter Verwendung eines "Festen Hauses" aus dem 13. Jahrhundert errichtet wurde. Über dem zweigeschossigen steinernen Unterbau erhob sich ein Fachgeschoss mit steil aufragendem Satteldach. Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte durch Anbauten mit Walmdächern an der Nord- und Ostseite eine Erweiterung. Im Inneren hat sich die barocke Raumaufteilung im Wesentlichen erhalten. Dabei sind die Stuckdecken des 17. und 18. Jahrhunderts sowie eine später verschalte spätgotische Balkendecke von besonderer baugeschichtlicher Bedeutung.

Dabei bildete das Herrenhaus mit seinem hohen Fachwerkgiebel eine Dominante, die durch einen Brand im Jahre 1987 teilweise verloren gegangen ist. Seither bewahrte nur ein Notdach die Baulichkeit vor weiteren Schäden, das im vergangenen Jahr in einem ersten Schritt wiederhergestellt werden konnte. Nach 20jährigem Leerstand und völlig fehlende Bauunterhaltungsmaßnahmen sind jedoch gravierende Schäden entstanden, die als bestandsgefährdend zu bezeichnen sind. Im Bereich der Anbauten besteht durch Risse sogar Einsturzgefahr.

Die Gemeinde Weischlitz hat das Gebäude inzwischen übernommen, hat aber nicht genügend finanziellen Spielraum. Als Nutzung stellt man sich ein Museum zur hochmittelalterlichen Besiedlungsgeschichte und zur Geschichte der Rittergüter vor.

Das Herrenhaus ist eines von über 650 Förderprojekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Sachsen aus privaten Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Die GlücksSpirale ist die Rentenlotterie von Lotto - "die Rentenlotterie, die Gutes tut". Mit jedem Kauf eines Loses fließen über die DSD auch Mittel in den Denkmalschutz.

Bonn, den 9. Juni 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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