Anschließend lädt die Kirchengemeinde zu Kaffee und Kuchen auf dem Kirchhof ein. Am 31. August sind um 15.00 Uhr ein Vortrag über die Restaurierung des Altars sowie ein anschließendes Benefizkonzert des Kammerchors der Musikschule "Friedrich Wilhelm von Redern" Angermünde geplant.
Das Angerdorf Herzfelde liegt 13 km von Templin. Die Gutsanlage, als Mustergut der Provinz Brandenburg geführt, sowie das Schloss mit Parkanlage bestimmten in vergangenen Jahrhunderten im Zusammenspiel mit der Dorfkirche das Ortsbild. Die Kirche ist ein turmloser Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, worauf die schmalen spitzbogigen Fenster und Portale ebenso wie die Gestaltung des Ostgiebels mit Dreifenstergruppe verweisen.
Das Innere der Dorfkirche war ursprünglich von einer hölzernen Tonne überspannt, deren Wölbung noch an der östlichen Giebelwand ablesbar ist. Heute ist der Raum flach gedeckt. An dem Rundfenster der Ostwand finden sich noch Reste der gemalten mittelalterlichen Einfassung mit roter Rautenmalerei.
Den Raum dominiert der Altaraufsatz vom Anfang des 17. Jahrhunderts mit seinem dreigeschossigen Aufbau. Zwischen säulengerahmten Nischen und seitlichen Beschlagwerkwangen finden sich figürliche Reliefs. Die Predella ziert ein Relief des Abendmahls, seitlich finden sich Figuren der Heiligen Petrus und Paulus. Im Hauptgeschoss ist eine Kreuzigung dargestellt, die von Figuren der Evangelisten Lukas und Johannes gerahmt werden. Markus und Matthäus flankieren im niedrigen Aufsatz die Auferstehungsszene.
Der Altar wird einer qualitätvollen Werkstatt zugeschrieben, deren Werke auch in der Nikolaikirche und Sabinenkirche in Prenzlau sowie in den Kirchen von Seehausen, Seelübbe, Melzow und Menkin zu finden sind.
Wegen Baufälligkeit war die Kirche seit 1978 gesperrt. Durch die engagierte Gemeinde könnte sie bis Mitte der 90er Jahre wieder in ihrem ursprünglichen Nutzung saniert und geöffnet werden. Nur die Restaurierung des Altars stand noch aus, dessen Holzsubstanz durch Anobienbefall stark geschädigt war. Die Farbfassungen der Figuren war teilweise abgesplittert und abgeblättert. 2007 erhielt die Gemeinde für die Restaurierung Unterstützung durch den Förderverein Kirchenmusik, den Kirchenkreis, die Landeskirche, den Landkreis und die Sparkasse Uckermark sowie dank einer privaten Spende auch durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die allein 5.000 Euro zur Verfügung stellen konnte.
Der Altar der Dorfkirche von Herzfelde gehört zu den über 400 Projekten allein in Brandenburg, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale seit 1990 fördern konnte.
Bonn, den 14. August 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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