Spenden für Rostocker Marienkirche

Ortskurator überbringt Fördervertrag: Einen Fördervertrag über 475.000 Euro aus einer Spendenaktion der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) überbringt am 14. Dezember 2007 Michael Bräuer, Ortskurator Rostock der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, um 10 Uhr in der Marienkirche an Pastor Tilmann Jeremias.
Die Rostocker Marienkirche ist die Hauptkirche der durch Fern- und Seehandel reich gewordenen Hansestadt Rostock. Sie gilt neben der gleichnamigen Schwesterkirche in Lübeck als großartigster Kirchenbau der deutschen Ostseeküste. Es handelt sich um eine dreischiffige gotische Basilika mit Querschiff, Chorumgang und Kapellenkranz, deren Sterngewölbe sich in einer Höhe von 31,5 Metern schließen.

Als eines der ältesten Bauteile gilt das Sockelgeschoss des Westbaus, das vermutlich noch von der 1232 erstmals erwähnten frühgotischen Hallenkirche stammt. Um 1290 begann der Neubau einer querschiffslosen Basilika nach französischem Kathedralschema. Nach einem Einsturz 1398 wurde das mächtige Querschiff angebaut, das die Kirche heute fast wie einen Zentralbau wirken lässt.

Im 16. Jahrhundert erfolgte der Bau der ursprünglich wohl zweitürmig geplanten Turmanlage. In 35 Meter Höhe befindet sich an der Turmfassade ein Fries mit Apostelfiguren, den wohl ältesten figürlichen Backsteinen in Rostock. 1796/97 entstand die heutige barocke Turmbekrönung mit einer zierlichen Laterne. Das Äußere wird bestimmt durch das Farbspiel der Ziegel und der horizontalen farbigen Glasurziegelfriese.

Im Inneren ist die reiche Innenausstattung weitgehend erhalten. Zu den wertvollsten Schätzen gehören der Bronze-Taufkessel, eine Fünte von 1290 und der spätgotische Rochus-Altar. Hinter dem barocken Hauptaltar von 1721 befindet sich seit 1472 die Astronomische Uhr, die 1643 restauriert wurde. Die Kalenderscheibe deckt noch die Daten bis 2017 ab. Die geschnitzten Relieffelder der beiden inneren Kreise zeigen die Tierkreiszeichen und die Monatsarbeiten, in die Zwickel sind die Evangelistensymbole eingefügt. Beim 12-Uhr-Schlag erscheint ein Apostelzug.

Seit 1995 fördert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Arbeiten an der Rostocker Marienkirche. Für die schrittweise Instandsetzung der Dächer, die inzwischen neu eingedeckt werden konnten, sowie die Stabilisierung des Mauerwerks an den Querhäusern, am Langhaus und am Chor stellte sie bereits über 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. Aufgrund des schlechten Zustandes einiger Fenster mussten auch dort dringende Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden, die schrittweise zur Restaurierung der Gewölbe erfolgen. Nun können dank der Spenden aus einer großen Werbeaktion die dringend notwendigen Arbeiten am Turm begonnen werden.

Insgesamt konnte die private Bonner Denkmalschutzstiftung allein in Mecklenburg-Vorpommern über 800 Denkmale aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und durch private Spenden fördern. Bundesweit stellte die DSD bereits über 400 Millionen Euro für mehr als 3.200 Denkmale zur Verfügung.

Bonn, den 12. Dezember 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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