Rokokosaal in Potsdam erhält erneut Stiftungshilfe

Benefizveranstaltung des Ortskuratoriums zahlt sich aus: Dr. Wolfgang Illert, Geschäftsführer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), wird am 27. Juni 2008 um 10 Uhr einen Fördervertrag an Dr. Andreas Keller vom Förderverein der Dortu-Schule überbringen.
Seit Anfang des Jahres unterstützt ein ehrenamtliches Ortskuratorium unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Joachim Giersberg die Arbeit der Stiftung in Potsdam. Es hat im April eine Benefizveranstaltung zugunsten des Rokokosaales in der Dortu-Schule durchgeführt und kann mit diesem Fördervertrag erste Erfolge vorstellen. Damit stehen weitere Mittel in Höhe von 11.775 Euro für die Restaurierungsarbeiten an dem im 18. Jahrhundert entstandenen Saal im friderizianischen Stil in der heutigen Dortu-Schule zur Verfügung.

Die Wohnhäuser in der heutigen Dortustraße in Potsdam wurden 1771 nach Plänen des Architekten Georg Christian Unger (1743-1799) errichtet. Eines dieser Häuser gehörte 1826 den Eltern des revolutionären Demokraten Maximilian Dortu, der 1849 hingerichtet wurde. Die Familie Dortu schenkte das Anwesen 1860 der Stadt für gemeinnützige Zwecke, die es 1867 zur Schule umbaute.
Im Erdgeschoss ist noch heute ein Raum aus der Bauzeit mit einer repräsentativen Rokoko-Stuckdecke erhalten. Der komplett erhaltene florale Schmuck an Wänden und Decke im Stil des spätfriderizianischen Rokoko wird dem Umkreis von Johann Christian Hoppenhaupts d.J. zugeschrieben. Der Raum stellt eine Besonderheit dar, weil solche aufwändigen und kunstvollen Dekorationen sonst nur in königlichen Schlössern zu finden sind. In keinem anderen bürgerlichen Wohnhaus in Potsdam ist eine vergleichbar kostbare Innenraumausstattung erhalten.

Bis etwa 1940 diente auch der Rokoko-Raum selbst als Klassenzimmer, später wurde er bei gelegentlichen schulischen Veranstaltungen und später aufgrund des schlechten Bauzustandes als Lagerraum genutzt. Nunmehr möchte die Schule die Räume gern für besondere Anlässe und kulturelle Veranstaltungen nutzen und damit der Öffentlichkeit zugänglich machen.
Die Decke wurde durch Studenten der Potsdamer Restaurierungsfachschule umfassend untersucht und restauriert. Nun bemüht sich der engagierte Förderverein der Schule um die weitere Wiederherstellung des Saales sowie des dazugehörigen Nebenraumes. Inzwischen konnten die Fußböden instandgesetzt und damit verbundene Arbeiten an den Heizungs- und Elektroanlagen durchgeführt werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnte Dank einer zweckgebundenen Spende bereits 2007 bei diesen Arbeiten helfen. Nun steht die Restaurierung der Fenster und der Lambris, der hölzernen Wandverkleidung, an.

Der Rokokosaal ist damit eines von fast 50 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in Potsdam, das sie dank privater Spenden, Stiftungen und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Seit Anfang des Jahres unterstützt ein ehrenamtliches Ortskuratorium unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Joachim Giersberg die Arbeit der Stiftung in Potsdam.

Bonn, den 25. Juni 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Rokokosaal in Potsdam erhält erneut Stiftungshilfe
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