Wenn die Restauratorenzunft im Krimi eine Rolle spielt, haben echte Restauratorinnen und Restauratoren selten Freude daran. Denn nur allzugerne folgen die Autoren dann dem Klischee vom weltabgewandten Stiesel, der gerade mal als Mordopfer taugt.
In dem von dem deutsch-niederländischen Autorenduo Jac. Toes und Thomas Hoeps im vergangenen Herbst gleichzeitig in Deutschland (Grafit) und den Niederlanden (De Geus) veröffentlichten Krimi "Nach allen Regeln der Kunst" (Kunst zonder genade)ist das vollkommen anders. Da wird neben der holländischen Polizei-Profilerin Micky Spijker mit Robert Patati ein Restaurator für zeitgenössische Kunst zum - zunächst unfreiwilligen - Ermittler. Während in seiner Werkstatt im Mönchengladbacher Museum Abteiberg eine unsachgemäß gelagerte und nun zerflossene Schokoladenskulptur von Dieter Roth auf seine Hilfe wartet, verfolgt er gemeinsam mit Spijker einen Serienmörder, der entlang der deutsch-niederländischen Museumsroute "Crossart" mit und in Kunst tötet. Nur dank Patatis großer Kenntnisse über die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts kann der Fall gelöst werden.
Eine Idee, die offenkundig aufgeht. Die deutsche Ausgabe ist soeben in die dritte Auflage gegangen und die beiden Autoren werden immer wieder von angesehenen Museen zu Lesungen eingeladen.
„Viele Leser wollen wissen, ob es die Kunstwerke wirklich gibt, die unseren Mörder zu seinen Mordmaschinen inspirieren. Wenn wir dann von Beuys’ Kreuzen oder Tinguelys Märchen-Relief-Maschine erzählen, fühlen wir uns schon wie Botschafter der Museen“, berichten die beiden Autoren. Auch die Kunst der Restaurierung und das Spannungsverhältnis zwischen Vergänglichkeit und musealem Auftrag, in dem sich Restauratoren bewegen, stößt auf großes Interesse. Hoeps und Toes planen deshalb, das grenzüberschreitende Ermittlerteam Spijker und Patati in einem Nachfolgekrimi erneut mit einem Fall zu konfrontieren. Doch bis dahin werden die beiden Autoren noch häufiger in Lesungen von der künstlerischen Mordserie am Niederrhein erzählen. Demnächst im Düsseldorfer „Museum Kunst Palast“ und der Lübecker „Kunsthalle St. Annen“.
Weitere Informationen und Termine unter www.grafit.de oder www.myspace.com/ts_pop
Pressemitteilung - Grafit-Verlag

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