Professor Kiesow übergibt Fördervertrag

Für die Sanierungsarbeiten am Alten Rathaus in Dinkelsbühl im Landkreis Ansbach gibt es Fördermittel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Anlässlich eines Vortrages im Konzertsaal des Spitals am 30. Januar 2008 um 20.00 Uhr überbringt Professor Dr. Gottfried Kiesow, Vorstandsvorsitzender der DSD, einen Fördervertrag an Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer.
Damit stehen weitere 350.000 Euro für die anstehenden Instandsetzungsarbeiten am Alten Rathaus zur Verfügung, in dem zukünftig das Museum für Stadtgeschichte eingerichtet werden soll.

Die auf Friedrich I. Barbarossa zurückzuführende Siedlung Dinkelsbühl entstand um 1180 an der Kreuzung zweier bedeutender Fernstraßen. Nach der Verleihung des Ulmer Stadtrechtes 1305 erfuhr die Stadt eine Blüte durch Wollweberei, Tuchmacherei und Sichelschmieden, die sie bis heute prägt. Dinkelsbühl mit ihren stattlichen Kirchenbauten, den prächtigen Handelshäusern und der reichen Fachwerkarchitektur gilt als eine der am besten erhaltenen spätmittelalterlichen Städte Deutschlands. Das Alte Rathaus von Dinkelsbühl entstand vermutlich ursprünglich als staufischer Ministerialensitz, auf dessen Fundament zu Beginn des 14. Jahrhunderts ein Wohnturm errichtet wurde. Erstmals urkundlich erwähnt ist 1361 das sogenannte "stainhaus", das Haus der Patrizierfamilie Hans Berlin, später des Heinrich Arnolt. Beide Familien zählen zum ältesten Patriziat von Dinkelsbühl.

Der groß proportionierte dreigeschossige Quaderbau mit seinem steilen Satteldach ist eine völlig singuläre Erscheinung im Stadtbild. Er beherrscht die städtebauliche Situation an der Ecke Altrathausplatz-Ledermarkt. Um 1524 bis 1550 entstand eine Erweiterung durch Flügelanbauten auf den gegenwärtigen Umfang. Dadurch entstand ein Komplex, der eine Vierflügelanlage darstellt, die um einen Innenhof herum gruppiert ist. Weitere Umbauten und Änderungen um 1600 betrafen vor allen Dingen den Hof mit der Galerie und den Fresken. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1855 diente der Bau als Rathaus. Eine steinerne Außentreppe an der Straßenverengung des Ledermarktes, vergleichbar der noch erhaltenen Rathaustreppe in Nördlingen, wurde 1804 abgebrochen. 1919 brannte der Bau völlig aus, wurde aber in Wahrung des ursprünglichen Bestandes wiederhergestellt. Ab Herbst 2008 soll das "Haus der Geschichte Dinkelsbühl von Krieg und Frieden" in das Alte Rathaus einziehen. Das Alte Rathaus mit Löwenbrunnen und das nahe Wörnitztor bilden alljährlich die imposante Kulisse der 'Kinderzeche' zur Stadtübergabe.

Seit 1991 konnte die bundesweit tätige private Bonner Denkmalschutz-Stiftung aus Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fast 100 bedrohte Denkmale unterstützen. Bundesweit stellte sie in den letzten 20 Jahren mehr als 370 Millionen Euro zur Verfügung.

Bonn, den 28.01.2008/Schi

zur Pressemeldung
» http://www.denkmalschutz.de/1869.html


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