Damit stehen weitere 350.000 Euro für die anstehenden Instandsetzungsarbeiten am Alten Rathaus zur Verfügung, in dem zukünftig das Museum für Stadtgeschichte eingerichtet werden soll.
Die auf Friedrich I. Barbarossa zurückzuführende Siedlung Dinkelsbühl
entstand um 1180 an der Kreuzung zweier bedeutender Fernstraßen. Nach
der Verleihung des Ulmer Stadtrechtes 1305 erfuhr die Stadt eine Blüte
durch Wollweberei, Tuchmacherei und Sichelschmieden, die sie bis heute
prägt. Dinkelsbühl mit ihren stattlichen Kirchenbauten, den prächtigen
Handelshäusern und der reichen Fachwerkarchitektur gilt als eine der am
besten erhaltenen spätmittelalterlichen Städte Deutschlands.
Das Alte Rathaus von Dinkelsbühl entstand vermutlich ursprünglich als
staufischer Ministerialensitz, auf dessen Fundament zu Beginn des 14.
Jahrhunderts ein Wohnturm errichtet wurde. Erstmals urkundlich erwähnt
ist 1361 das sogenannte "stainhaus", das Haus der Patrizierfamilie Hans
Berlin, später des Heinrich Arnolt. Beide Familien zählen zum ältesten
Patriziat von Dinkelsbühl.
Der groß proportionierte dreigeschossige Quaderbau mit seinem steilen
Satteldach ist eine völlig singuläre Erscheinung im Stadtbild. Er
beherrscht die städtebauliche Situation an der Ecke
Altrathausplatz-Ledermarkt. Um 1524 bis 1550 entstand eine Erweiterung
durch Flügelanbauten auf den gegenwärtigen Umfang. Dadurch entstand ein
Komplex, der eine Vierflügelanlage darstellt, die um einen Innenhof
herum gruppiert ist. Weitere Umbauten und Änderungen um 1600 betrafen
vor allen Dingen den Hof mit der Galerie und den Fresken.
Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1855 diente der Bau als Rathaus.
Eine steinerne Außentreppe an der Straßenverengung des Ledermarktes,
vergleichbar der noch erhaltenen Rathaustreppe in Nördlingen, wurde 1804
abgebrochen. 1919 brannte der Bau völlig aus, wurde aber in Wahrung des
ursprünglichen Bestandes wiederhergestellt.
Ab Herbst 2008 soll das "Haus der Geschichte Dinkelsbühl von Krieg und
Frieden" in das Alte Rathaus einziehen. Das Alte Rathaus mit
Löwenbrunnen und das nahe Wörnitztor bilden alljährlich die imposante
Kulisse der 'Kinderzeche' zur Stadtübergabe.
Seit 1991 konnte die bundesweit tätige private Bonner
Denkmalschutz-Stiftung aus Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie
GlücksSpirale allein in Bayern fast 100 bedrohte Denkmale unterstützen.
Bundesweit stellte sie in den letzten 20 Jahren mehr als 370 Millionen
Euro zur Verfügung.
Bonn, den 28.01.2008/Schi
zur Pressemeldung
» http://www.denkmalschutz.de/1869.html

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