Möglich wird die Instandsetzung des Staffagebaus dank einer Spende der Hasso Plattner Förderstiftung Gemeinnützige GmbH.
Im Auftrag von König Friedrich Wilhelm IV. entwarf Ludwig Persius 1841 das italienisch anmutende Bauwerk im so genannten Paradiesgarten im Park Sanssoucis. Die Gartenanlage erfolgte um 1845 durch den Hofgärtnermeister Hermann Sello, der einen südländischen Garten, eine "lombardische Plantage" schuf. Friedrich Wilhelm und sein Architekt versuchten, in Anlehnung an die Beschreibungen Plinius des Jüngeren über seine Landgüter Laurentium und Tuscum im kleinen Maßstab ein antikes Landhaus zu rekonstruieren.
Persius schuf ein Atrium, in der Antike ein nach Innen orientierter offener Raum, der eigentlich immer Teil einer größeren baulichen Anlage war, als Einzelbauwerk. Mit Hilfe von weinberankten Pergolen wurde versucht, um das Atrium herum einen Außenraum zu schaffen. Durch die Öffnung im Dach des Atriums, die beiden Eingänge im Norden und Süden sowie eine weitere portalartige Öffnung im Osten erhält die Gartenarchitektur eine ungewöhnliche Transparenz. Außen umläuft den Bau ein so genannter Triglyphenfries, in dem die Triglyphen mit Öffnungen wechseln. Durch das bunte Glas der dort aufgestellten Vasen entstanden - je nach wechselndem Sonnenstand - unterschiedliche Lichtimpulse. Über das Compluvium der Dachöffnung sammelt sich das Regenwasser im säulenumstandenen Hof im Impluvium, dem Brunnenbecken des Hofs mit der 1846 von Friedrich Leopold Bürde geschaffenen Brunnengruppe "Adler, ein Reh schlagend". Den Innenraum prägen Wandbilder von Karl Lompeck.
Durch die Umgestaltung des Paradiesgartens 1937 nach Plänen von Heinz Scheffler ging die Gestaltung von Sello verloren, die bauliche Ausstattung von Stibadium, Eingangsportal und Wasserkaskade blieben bestehen. Nachdem der Garten seit den 1950er Jahren als Botanischer Garten genutzt wurde, konnten in den 1990er Jahren erste Instandsetzungsarbeiten durch das Landesbauamt Potsdam durchgeführt werden. Nun soll der Bau unter der Aufsicht der Abteilung Restaurierung der SPSG sowie in Kooperation mit dem Freundeskreis Botanischer Garten, vertreten durch Herrn Dr. Konrad Näser und Kerstin Kläring, nach dem originalen Bestand wieder hergestellt werden. Vorgesehen ist die Erneuerung der Fassaden, die Festigung der Wandflächen im Inneren, die Schablonierung der z.T. zu erneuernden Hölzer im Deckenbereich sowie die Reinigung und Ergänzung des Fußbodenmosaiks.
Für die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die bisher in Potsdam über 40 Projekte fördern konnte, ist es nach der Restaurierung der Quadriga auf dem Kutschstall bereits das zweite Projekt, das sie mit Hilfe der Plattner-Stiftung realisieren kann. Bundesweit stellte sie aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale bisher über 400 Millionen Euro zur Rettung von fast 3.400 Denkmalen zur Verfügung.
Bonn/Potsdam, den 3. Januar 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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