An der Instandsetzung der Orgel beteiligte sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die bei der Orgeleinweihung von Uwe Schröder, Ortskurator Schwerin, vertreten wird.
Die Dorfkirche von Dreilützow ist ein rechteckiger Feldsteinbau, der vermutlich Anfang des 15. Jahrhunderts erbaut wurde. Die Fenster- und Portaleinfassungen sowie der blendengeschmückte Giebel sind in Backstein errichtet, ebenso wie das Hauptgesims. Im 18. Jahrhundert wurde an das zweijochige Kirchenschiff im Westen ein Holzturm angefügt.
Das relativ schlichte Äußere birgt im Inneren nicht nur einen eindrucksvollen Kanzelaltar von 1732, sondern auch eine bedeutende Orgel. Deren reich geschnitzter Orgelprospekt von 1708 wurde ursprünglich für die St. Lamberti-Kirche in Lüneburg errichtet. 1803 bis 1855 stand die Orgel in Camin bei Wittenburg und wurde 1855 nach Dreilützow umgesetzt. Nach der Restaurierung und Rekonstruktion durch die Dresdner Orgelbauer Jehmlich erklingt sie in der Dorfkirche von Dreilützow wieder in der barocken Fassung. Das prachtvoll gestaltete, ursprünglich sehr kleine Instrument mit 6 Registern gelangte 1803 von Lüneburg nach Camin. 1833 baute Friedrich Friese (I) für 150 Rtl ein angehängtes Pedal dazu und reparierte den Balg. Als man die alte Caminer Kirche aufgab, übernahm Dreilützow das Werk. Im Zusammenhang mit dieser Umsetzung wurden möglicherweise die Balganlage, Teile der Tontraktur und die Manualklaviatur erneuert. Ziel der Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten im Jahre 2004 war neben der Bewahrung des historischen Bestandes die weitestgehende Wiederannäherung an den Zustand von 1708. Dazu fanden umfangreiche restauratorische Arbeiten an Windladen, Pfeifenwerk sowie Ton- und Registertraktur sowie die Wiederherstellung des Gehäuses statt.
An der Restaurierung des Orgelwerks und des Orgelprospekts beteiligte sich 2004 auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 40.000 Euro. Die Instandsetzung der Orgel ist ein Beitrag der Stiftung im Rahmen eines großen Orgel-Projektes der ZEIT-Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern.
Anlässlich der 300 Jahrfeier finden weitere Orgelkonzerte am 21. und 29. Juni, am 21. August, 13. September und 13. Dezember statt. Anfragen beantwortet Pastor Anders (tim.anders[at]gmx.de).
Die Orgel in der Dorfkirche von Dreilützow gehört damit zu den über 400 Projekten der Stiftung allein in Mecklenburg-Vorpommern, die sie dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale seit 1990 fördern konnte.
Bonn, den 18. April 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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