Neues Dach für Schlosskirche Meerholz

Ortskurator überbringt Fördervertrag: Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für die Schlosskirche des Renaissance-Schlosses in Gelnhausen-Meerholz überbringt Christian Rusch, Ortskurator Frankfurt/Main der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, am 17. Dezember 2007 um 11.00 Uhr an Pfarrerin Christiane Luckardt von der Evangelischen Kirchengemeinde.
Damit stehen 50.000 Euro für die dringend notwendigen Dacharbeiten an der bedeutenden Schlossanlage im Kinzigtal zur Verfügung.

Die Schlosskirche von Gelnhausen-Meerholz entstand in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts und stellt in Verbindung mit der Schlossanlage das bedeutendste Renaissance-Bauwerk im mittleren Kinzigtal dar.

Die Kirche wurde damals als Teil des vierflügeligen Schlossensembles durch die Fürsten zu Ysenburg und Büdingen auf den Resten eines ehemaligen Prämonstratenser Chorfrauenstiftes errichtet. Zwischen 1158 und 1173 gegründet, bestand das Stift bis 1554, als es in den Besitz der Grafen von Ysenburg überging. Der Schlossbau entstand trotz des Protestes der Stadt Gelnhausen, da das ihr von Kaiser Ludwig 1333 gegebene Privileg - 1429 von Kaiser Sigismund erneuert - besagte, dass im Umkreis von einer Stunde keine Burg noch Schloss mit Mauern, Zinnen und Graben angelegt werden durfte. Während der Fürst das Schloss, in dem nach dem Krieg ein heute noch bestehendes Alten- und Pflegeheim eingerichtet wurde, 1942 an die Stadt Frankfurt verkaufte, schenkte er die Kirche 1982 an die Kirchengemeinde Meerholz-Hailer.

Der alte einschiffige Kirchenbau der Klosterkirche an der Südseite des Ensembles wurde nun zur Schlosskirche und herrschaftlichen Grablege umgebaut. Heute zeigt sie sich als schlichter, im Kern gotischer Putzbau mit dreiseitigem Schluss. Den Turm an der Südseite schmückt eine spätmittelalterliche Steinbalustrade sowie Eckquaderungen aus Naturstein. Eine Türmerstube in der Haube und eine Laterne bekrönen den Turm.

Die qualitätvolle Ausstattung stammt aus der Zeit um 1684. Eine zweigeschossige, an drei Seiten umlaufende Empore mit Herrschaftsloge und eine neubarocke Kanzelwand von 1906 mit Figuren der Reformatoren Luther und Calvin prägen den Raum. Die Kirche besitzt eine besondere architektonische und kunsthistorische Bedeutung.

Durch die marode Dachdeckung und Dachentwässerung sind bereits statische Schäden an der Dachkonstruktion entstanden. Daher ist die Sanierung des Daches dringend notwendig.

Schloss Meerholz ist damit eines von über 70 Förderprojekten, das die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Hessen aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Seit 2004 wird die Stiftung in Frankfurt von Christian Rusch als ehrenamtlichem Ortskurator unterstützt.

Bonn, den 14. Dezember 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Neues Dach für Schlosskirche Meerholz
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