Nach einem ersten Fördervertrag 2006 und der Unterstützung bei der bereits erfolgreich abgeschlossenen Instandsetzung des Humpishauses 2001 verstärkt damit die Bonner Denkmalschutz-Stiftung ihr Engagement in Ravensburg.
Das sogenannte Humpisquartier liegt in einem der ältesten Siedlungsgebiete von Ravensburg. Es handelt sich um einen mittelalterlichen Häuserkomplex, der sich seit dem 12. Jahrhundert in der Ravensburger Oberstadt entwickelt hat. Der Name des Viertels leitet sich von der hier beheimateten Händlerfamilie Humpis ab, die mit der Gründung und Führung der "Großen Handelsgesellschaft" (1380-1525) einen wesentlichen Anteil am Aufschwung der Stadt Ravensburg im Spätmittelalter hatte. Über 100 Jahre bestimmten die Humpis mit Niederlassungen in Genua, Venedig und vielen anderen Handelsstädten den europäischen Handel mit Baumwolle und "oberschwäbischer Leinwand".
Die meisten der heute sieben Bauten des Quartiers, die sich um einen Innenhof gruppieren, entstanden in ihrer qualitätvollen Ausstattung im 15. Jahrhundert. Weite Teile des Humpisquartiers verblieben auch nach dem Ausscheiden der Humpis für lange Zeit in den Händen der patrizischen Oberschicht. Auch in der Folgezeit, als durchweg Handwerker die Gebäude nutzten, wurden sie kaum verändert, so dass sich dieser spätmittelalterliche Baubestand bis heute in nahezu ursprünglicher Erscheinungsform erhalten hat. Sogar Reste eines steinernen Wohnturmes sind bis zum bauzeitlichen Fliesenboden noch gut erkennbar.
Die Gebäude des Humpisquartiers, die inzwischen alle der Stadt gehören, wurden nur noch teilweise genutzt und befanden sich in desolatem Zustand. Nun will die Stadt das gesamte Quartier mit der Einrichtung eines Museums für Stadtgeschichte und bürgerliche Kultur kulturellen Zwecken zuführen. Nach der umfangreichen statischen Sicherung der Gebäude starteten 2007 die Instandsetzungsarbeiten, die auch die Wiederherstellung der ursprünglichen Laubengänge als Erschließung aller Gebäudeteile beinhaltet.
Das Humpisquartier gehört zu den über 120 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in Baden-Württemberg, die sie seit ihrer Gründung 1985 aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Seit 2001 wird die Stiftung im Raum Neckar-Alb von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Dr. Gerold Jaeger unterstützt.
Bonn, den 19. Februar 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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