Kirchturm soll wieder sicher werden

Ortskurator überbringt Fördervertrag für Wuppertal-Ronsdorf: Kurz vor Weihnachten, am 14. Dezember 2007, gibt es Hilfe für die Reformierte Kirche in Wuppertal-Ronsdorf.
Dr. Klaus Hoffmann, Ehrenamtlicher Mitarbeiter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Wuppertal, überbringt um 11.00 Uhr einen Fördervertrag der Stiftung an Pfarrer Dr. Jochen Denker. Damit stehen zusätzliche 20.000 Euro für die dringenden Mauerwerksarbeiten an der Turmfront der Kirche zur Verfügung.

Der reformierte Prediger Elias Eller gründete 1737 die reformierte Gemeinde Ronsdorf. Zentral im Ortskern erhebt sich heute auf einem ummauerten, mit Bäumen bestandenen Plateau die Kirche, die 1855 bis 1858 nach Plänen des Ronsdorfer Baumeisters Matthey und des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner errichtet wurde.

Die Saalkirche wurde über rechteckigem Grundriss aus Grauwackequadern in neoromanischen Formen erbaut. Der Turm ist zur Hälfte eingebaut, springt auf quadratischem Grundriss im Obergeschoss ein und schließt mit einem oktogonalen eingesprungenen Turmaufsatz, bekrönt von einem polygonalen Spitzhelm ab. Rundbogenfenster mit Maßwerk, Eckfilialen und Rundbogenfriese gliedern den Bau. Über dem mehrfach gestuften Turmportal belichtet ein Radfenster den Innenraum.
Im Inneren ist der Kirchenbau eine dreischiffig, kreuzgratgewölbte Halle, zwischen deren Holzstützen auf drei Seiten Emporen eingehängt sind. Ein Kanzelaltar in der hohen Halbkreisnische des Mittelschiffs, das Gestühl und die spätromantische Orgel stammen aus der Bauzeit.

Die Kirche besitzt als eines der wenigen nach dem Zweiten Weltkrieg im Ortszentrum erhaltenen historischen Gebäude eine besondere städtebauliche Bedeutung. Architektonisch kommt der Kirche als Innen und Außen weitgehend erhaltener Zwirnerbau regionalhistorischer Zeugniswert zu. Die 1895 eingezogenen Anker im Turm sowie der Steinaustausch durch Basaltlava am Turmmauerwerk verursachen inzwischen durch die Verwendung von unsachgemäßem Mörtel Schäden: es zeigen sich ausgewaschene, zu dünne Fugen und Risse in den Steinen. Nachdem bereits einige Steine herausgefallen sind und die Turmfront und die Filialtürme statisch gefährdet sind, besteht dringender Handlungsbedarf. Die Kirchengemeinde wird neben dem aktiven Förderverein, der Kiba und dem Gesamtverband der evangelischen Kirchen Wuppertal nun auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt.

Nach der Villa Amalia, der Kohlfurther Brücke in Wuppertal-Kohlfuhrt, der Friedhofskirche in Elberfeld und der Immanuelskirche in Oberbarmen ist die Reformierte Kirche bereits das fünfte Förderprojekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Wuppertal. Seit 1985 konnte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in NRW über 200 Denkmale fördern. Seit 2000 wird die Stiftung in Wuppertal durch Herrn Dr. Klaus Hoffmann als Ehrenamtlichem Mitarbeiter unterstützt.
Bonn, den 13. Dezember 2007/Schi


Kirchturm soll wieder sicher werden
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