Zu dem Termin werden auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Ladtagsabgeordneter Aloys Lenz sowie einige Pferdepaten erwartet. Nachdem erste Vorarbeiten an dem schwer beschädigten Karussell von 1779 erfolgten, stehen für die nun beginnenden Arbeiten am konstruktiven Fachwerkgerüst weitere 50.000 Euro zur Verfügung.
1777 beauftragte Erbprinz Wilhelm von Hessen-Kassel den Ingenieur und Architekten Franz Ludwig Cancrin mit der Einrichtung einer Kur- und Badeanlage an dem 1709 nahe Hanau entdeckten Gesund- und Heilbrunnen.
Gleichzeitig mit der Kuranlage entstand ein englischer Landschaftspark, der einer der ältesten und entwicklungsgeschichtlich bedeutendsten in Deutschland ist. Neben zahlreichen Staffagebauten errichtete Cancrin 1779 ein Pferdekarussell.
Das Karussell ist in der Form eines Rundtempels mit zwölf äußeren und inneren Säulen erbaut. Im Inneren eines künstlichen Hügels befand sich ein Drehstiel, der ein waagerecht liegendes Mühlrad, auf dem Pferde und Wagen standen, antrieb. Eine Besonderheit stellt auch der schwebende innere Boden dar, der durch den inneren Säulenkranz von den Sprengwerken der Dachkonstruktion hängt. Das Karussell besitzt besondere, überregionale technische Bedeutung.
Durch allgemeine Vernachlässigung sind an den Aufbauten und der Mechanik erhebliche Schäden entstanden. Der schwebende Boden ließ sich durch das Holzsprengwerk nicht stabil halten und verformte sich unter der Lasteinwirkung. Mit der Absenkung des inneren Säulenkranzes und des inneren Fußbodens legten sich diese auf das darunter drehende Rad, das dadurch gebremst und blockiert wurde. Der 1998 gegründete Förderverein setzt sich engagiert für die Wiederherstellung der Attraktion im Staatspark ein und beauftragte 2000 gemeinsam mit der Staatlichen Schlösserverwaltung ein Architekturbüro mit der Erstellung eines Projektentwicklungskonzeptes. 2006 konnten erste Vorarbeiten erfolgen: Bäume wurden gefällt, die Einfriedung beräumt sowie mittels einer Drainage das Wasser abgeführt. Nun können die konstruktiven Zimmererarbeiten an der Fachwerkkonstruktion beginnen.
Das Karussell in Hanau-Wilhelmsbad ist damit eines von über 80 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sie dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Hessen fördern konnte. Seit 1998 wird die Stiftung in Frankfurt und Umgebung von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unterstützt, das seit 2004 Christian Rusch leitet.
Bonn, den 13.2.2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Im
Romoe Restauratoren Netzwerk finden Sie Fach- und Sachinformationen zu
Restaurierung und
Konservierung von Restauratoren und Ihren Restaurierungsprojekten. Weiterhin erhalten Sie Infos zu den Themen Berufsbild Restaurator, über Produkte und Handel im Bereich
Restaurierungsbedarf und Restauratorenbedarf.