Hilfe für die Johanneskirche in Halle

Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert Dacharbeiten: Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) für Dacharbeiten an der Johanneskirche in Halle/Saale überbringt am 31. März 2008 Professor Dr. Klaus Trouet vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz um 16.00 Uhr an Ulrich Zeissler, Vorsitzender des Gemeindekirchenrates und Martin Gottschalk, stellvertretender Vorsitzender.
Die Johanneskirche, Kirche des Jahres 2006/2007 des Landes Sachsen-Anhalt, wird von der engagierten Gemeinde seit 1993 saniert. Die 90.000 Euro von der DSD, davon 40.000 von der KiBa, stehen nun für die Dachdecker- und Dachklempnerarbeiten zur Verfügung.

Im Süden der Stadt Halle wurde 1892/93 auf freiem Feld eine Kirche errichtet. Erst 1911-27 erfolgte dann die Bebauung des Umfelds der Kirche mit dem Johannesviertel. Die Bebauung des oval angelegten Johannesplatzes ist hierbei symmetrisch auf den Kirchenbau ausgerichtet. Der Klinkerbau in gotisierenden Formen ist das erste größere Bauwerk des Halleschen Architekten Friedrich Fahro. Die Kirche zählt mit ihrer prägnanten Architekturgestaltung und als Teil einer städtebaulichen Gesamtplanung zu den wichtigen Baudenkmälern der Region Halle.

Die dreischiffige Hallenkirche wird nach Osten von einem eingezogenem 5/8-Chor und nach Westen von einem hohen Turm mit Spitzhelm ergänzt. Sie ist im Innern kreuzrippengewölbt und mit einer dreiseitig umlaufenden Empore ausgestattet. Nördlich und südlich des Turms befindet sich je ein Treppenturm, am Chor eine Umbauung mit Sakristei.

Aufgrund jahrzehntelang nur mangelhaft betriebener Bauinstandhaltung weist die Hallenser Johanneskirche infolge undichter Dächer vor allem Feuchtigkeitsschäden einschließlich Schwammbefall in den Dächern auf. Zudem fallen Steine aus der Fassade heraus, das ist Mauerwerk durchfeuchtet, die Fenster sind völlig desolat und der Innenputz löst sich.

Nachdem die Kirche 1977 durch die Landeskirche aufgegeben und nur noch als Materiallager genutzt wurde, begann man erst 1991 mit der Wiederinstandsetzung. Bisher konnten aber lediglich Reparaturen an den Turm- und Schiffdächern, am Mauerwerk sowie am Inventar erfolgen.

Die Johanneskirche wurde 2006/2007 zur Kirche des Jahres in Sachsen-Anhalt gewählt. Ausschlaggebend war vor allem das große Engagement der Gemeinde, die heute mit 1.500 Mitgliedern kulturelles und soziales Zentrum des Stadtviertels ist. Nun soll mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Dachsanierung des Schiffs, des Chors, der Sakristei und des Sakristeiumgangs sowie die Fassadeninstandsetzung und die Sanierung der Chorfenster durchgeführt werden.

Damit wird die Johanneskirche zu einem von über 460 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in Sachsen-Anhalt. Aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale konnte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit bisher über 3.400 bedrohte Denkmale mit mehr als 410 Millionen Euro unterstützen.

Bonn, den 28. März 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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