Nun geht es zum wiederholten Male um die Restaurierung der kostbaren Mosaikflächen im karolingischen Zentralbau. Die Schäden an den Mosaiken sind durch die Verschmutzungen sowie durch eine Fettschicht, die die Goldtessare zerstört, entstanden. Salzausblühungen, schadhafte Fugen, Hohlstellen und abgängige Mosaiksteine ergänzen das Schadensbild, das eine Gesamtrestaurierung der Mosaikflächen notwendig macht.
Herzstück und Wahrzeichen von Aachen ist die Marienkirche Karls des Großen, der heutige Aachener Dom. Am Aachener Dom wird deutlich, was die UNESCO Konvention zum Schutz des Welterbes meint, wenn sie von einem Denkmal "außergewöhnliche und weltweite Bedeutung" verlangt. Diese seit 1978 auf Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgeführte Kirche gehört zu den besterhaltenen Baudenkmäler der Karolingerzeit und zu einem der bedeutendsten Kulturdenkmäler Europas.
Der Aachener Dom verdankt seine großartige geschichtliche Bedeutung auch der Tatsache, dass er neben der Begräbnisstätte für Kaiser Karl den Großen (+814) und Krönungsort für über 30 deutsch römische Könige im Mittelalter zu einem der wichtigen Wallfahrtsorte der Christenheit aufstieg. Ein "neues Rom" wollte Kaiser Karl schaffen, als er um 786 mit dem Bau seiner Pfalzkapelle in Aachen begann. Unter seiner Herrschaft wurde Aachen zum Mittelpunkt seines europäischen Reiches, zum Ausgangspunkt neuer Staatsordnungen und Reformen. Selbst heute steht der Aachener Dom für die kulturelle und politische Einheit Europas.
Die Marienkirche, mit ihrem achteckigen Zentralbau, dem Oktogon, wurde um das Jahr 800 fertig gestellt. Zu ihrer Zeit war sie der größte kuppelüberwölbte Bau nördlich der Alpen. Noch heute beeindruckt der karolingische Kernbau durch seine kühne Architektur und seine kostbare Ausstattung. Im Laufe des Mittelalters wurden dem Oktogon weitere Bauelemente wie die gotische Chorhalle und weitere Kapellen hinzugefügt. Noch Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Ensemble mit dem Aufbau des Westturms erweitert. So erhielt der Aachener Dom seine heutige Gestalt im Verlauf einer mehr als 1200jährigen Geschichte.
Der Aachener Dom ist eines von über 190 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein in NRW. Aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale konnte die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz bundesweit bisher über 3.400 bedrohte Denkmale mit mehr als 400 Millionen Euro unterstützen. Seit Oktober 2006 wird die Stiftung im Raum Jülich von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Roland Tauber unterstützt.
Bonn, den 13. Februar 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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