Hilfe für das Dach über St. Stephan

Erika Friderichs überreicht Fördervertrag an Gemeinde in Mainz-Gonsenheim: Erika Friderichs, Mainzer Ortskuratorin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), überreicht am 03. Juni 2008 um 11.00 Uhr an Pfarrer Stefan Schäfer von der Katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus einen Fördervertrag der DSD. Damit stehen weitere 35.000 Euro für die Dachdecker- und Klempnerarbeiten am Kreuzgang zur Verfügung.
Zwischen 975 - 992 ließ Erzbischof Willigis auf der höchsten Erhebung der Stadt die heutige Pfarrkirche St. Stephanus erbauen. Auftraggeberin für die damalige Stiftskirche, von der aus eines der Archidiakonate des Erzbistums verwaltet wurde, war höchstwahrscheinlich die Kaiserwitwe Theophanu. Willigis wurde in der von ihm gegründeten Kirche 1011 begraben, die genaue Grabstätte ist jedoch durch folgende Umbauten nicht mehr feststellbar.
Der heutige Bau entstand um 1267, fertig gestellt wurde er um 1340. Auf dem Grundriss des Willigis-Baus entstand eine gotische Hallenkirche, wiederum als Doppelchoranlage. Nach dem Mainzer Dom gilt St. Stephan als bedeutendste Kirche der Stadt Mainz. Die Westapsis der dreischiffigen Halle wird von einem mächtigen achteckigen Turm überragt, das Obergeschoss datiert von 1495.

Von 1449 bis 1499 entstand der mit Netz- und Sterngewölbe versehene Kreuzgang an der Südseite. In der Barockzeit wurden die Innenräume von St. Stephan entsprechend ausgestaltet. Die barocke Ausstattung ging jedoch durch eine Explosion im nahe gelegenen Pulverturm der Festung Mainz 1857 verloren. Der große Glockenturm diente von Oktober 1813 bis Januar 1814 auch als Signalstation der optischen Telegrafenlinie nach Mainz.

Im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt, wurde der Westturm restauriert, während die Gewölbe von Langhaus und Chor durch eine flache Holzdecke ersetzt wurden. Als Glockenersatz für die geschmolzenen fünf Glocken diente die Beatrix-Glocke aus der zerstörten Kirche St. Emmeran in Mainz.

Einzigartig in Deutschland sind die Chorfenster der Stephanskirche, die ab 1978 von Marc Chagall gestaltet wurden. Bis zu seinem Tod 1985 schuf Chagall insgesamt neun Fenster, die in ihren verschiedenen leuchtenden Blautönen biblische Gestalten und Ereignisse darstellen. Chagall wollte sein Werk als Beitrag zur jüdisch-deutschen Aussöhnung verstanden wissen.

Bei der wegen Feuchtigkeitsschäden dringend anstehenden Dachsanierung wird die Gemeinde von Land, Bund, Bistum und Kommune sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unterstützt. Damit ist St. Stephan in Mainz-Gonsenheim eines von über 90 Förderprojekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Rheinland-Pfalz aus privaten Spenden und Mitteln der Fernseh-Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Die GlücksSpirale ist die Rentenlotterie von Lotto, "Die Rentenlotterie, die Gutes tut". Mit jedem Kauf eines Loses fließen über die DSD auch Mittel in den Denkmalschutz. In Mainz wird die Arbeit der Stiftung durch ein ehrenamtlich tätiges Ortskuratorium unter der Leitung von Erika Friderichs unterstützt.

Bonn, den 2. Juni 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Hilfe für das Dach über St. Stephan
Im Romoe Restauratoren Netzwerk finden Sie Fach- und Sachinformationen zu Restaurierung und Konservierung von Restauratoren und Ihren Restaurierungsprojekten. Weiterhin erhalten Sie Infos zu den Themen Berufsbild Restaurator, über Produkte und Handel im Bereich Restaurierungsbedarf und Restauratorenbedarf.