Förderzusagen als Weihnachtsgeschenk

Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt sich: Noch vor Weihnachten kann das Kuratorium Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) zwei Förderverträge der DSD überbringen. Bei einem Pressetermin am 13. Dezember 2007 werden um 11.00 Uhr im Anatomischen Theater von Wolfgang Degen und Heike Pieper die Verträge überreicht.
Ute Richter-Sepke von der Humboldt-Universität kann einen Vertrag über 62.500 Euro für die Restaurierung von Kuppel und Laterne des Anatomischen Theaters entgegen nehmen, Hans-Christian Steinmüller von der Admiralspalast GmbH & Co. KG einen Vertrag über 50.000 Euro, die den Arbeiten an der Fassade Planckstraße des Admiralspalasts zugute kommen. Nachdem die Arbeiten am Anatomischen Theater 2004 und 2006 bereits durch die "Stiftung Anatomisches Theater", eine Treuhandstiftung in der DSD, gefördert wurden, stehen in diesem Jahr erstmals auch Mittel der DSD zur Verfügung. Der Admiralspalast war bereits 2006 mit der gleichen Summe Förderprojekt der Bonner Denkmalschutz-Stiftung.

Der im Volksmund "Trichinentempel" genannte Bau des Anatomischen Theaters entstand 1789/90. Carl Gotthard Langhans schuf den Bau als ältestes Gebäude der Kgl. Tierarzneischule, auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes. Der Bau nimmt Bezug auf italienische Renaissancevillen wie die Rotonda von Palladio bei Vicenza und erinnert an das erste Anatomische Theater von 1594 in Padua.
Im Hörsaal im Inneren steigen die Sitzreihen des kreisrunden Saals amphitheatrisch an. Die Kuppel wirkt durch ihre gemalte plastische Gliederung noch höher, über den Thermenfenstern des Saales prangen gemalte Pferdeschädel, dazwischen figürliche Szenen. Das durch die zentrale Laterne der Kuppel fallende Tageslicht leuchtete den Saal aus. Im Saalboden des Erdgeschosses gab es eine Öffnung, durch die ein Hubtisch die Tierkadaver aus dem darunter gelegenen Präpariersaal in den Vorlesungsraum beförderte. Die reichen Fassaden-Schmuckelemente sind durch Verwitterungen größtenteils geschädigt, die Putzfassade zeigt deutliche Schäden und die Dächer sind unddicht. Die Wiederherstellung dieses architektonischen Berliner Kleinods hat sich die in der treuhänderischen Verwaltung der DSD gegründete "Stiftung Anatomisches Theater" zur Aufgabe gemacht, die bisher über 145.000 Euro zur Verfügung stellen konnte. Nun engagiert sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz.

Der ehemalige Admiralspalast entstand 1910-11 nach Entwürfen der Architekten Heinrich Schweitzer und Alexander Diepenbrock als Vergnügungspalast. Er zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen dieses Typs in Berlin und zu den letzten repräsentativen historischen Großbauten in der Umgebung des Bahnhofs Friedrichstraße. Trotz mehrfacher Umbauten im Inneren, die den Wandel des Zeitgeschmacks in Gestaltung und Kultur dokumentieren, haben sich wichtige Bestandteile der reichen Innenarchitektur wie der historische Zuschauerraum erhalten. Dass es der Admiralspalast GmbH & Co. KG als jetziger Eigentümerin gelungen ist, den Bau in seiner originalen Nutzung wiederherzustellen, ist ein besonderer Glücksfall, den die Stiftung mit ihrer Förderung der Fassadenarbeiten würdigen möchte.

Insgesamt hat die in Bonn ansässige Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Berlin über 120 Projekte unterstützt. Bundesweit konnte sie dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale über 3.200 Denkmale mit mehr als 400 Millionen Euro fördern.

Bonn, den 12. Dezember 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Förderzusagen als Weihnachtsgeschenk
Im Romoe Restauratoren Netzwerk finden Sie Fach- und Sachinformationen zu Restaurierung und Konservierung von Restauratoren und Ihren Restaurierungsprojekten. Weiterhin erhalten Sie Infos zu den Themen Berufsbild Restaurator, über Produkte und Handel im Bereich Restaurierungsbedarf und Restauratorenbedarf.