Jan van Lessen, Vorstandsmitglied der Stiftung Schloss Gollwitz, und Prof. Dr. Michael Krautzberger vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, können am 16. April 2008 einen entsprechenden Förderbescheid aus der Hand des brandenburgischen Ministerpräsidenten, Matthias Platzeck, entgegen nehmen. Platzeck zeigt sich erfreut, dass damit dieses wichtige Projekt pünktlich zum 10. Jahrestag der Aktion "Tolerantes Brandenburg" einen entscheidenden Schritt voran gebracht werden kann. Dass Gollwitz in vorbildlicher Weise die gute Kooperation vieler privater, öffentlicher und gemeinnütziger Einrichtungen bei einer Rettung und nachhaltigen Nutzung eines Denkmals dokumentiert, lobt Prof. Krautzberger.
Die von der Stiftung Begegnungsstätte Gollwitz betriebene Jugendbegegnungsstätte soll zukünftig dem Dialog und Verständnis von jüdischen und nichtjüdischen Jugendlichen in Deutschland dienen. So stehen Diskussionen und Seminare für Schul- und Berufsklassen, Jugendgruppen und Gruppen aus Vereinen und Verbänden auf dem Programm, durch die insbesondere junge Menschen angesprochen werden sollen. Die Kosten der Gesamtinstandsetzung werden auf rund 2,4 Millionen Euro veranschlagt.
Nach ersten Notsicherungsarbeiten an dem seit 15 Jahren leer stehenden Schloss 2004 kann nun unter der Leitung des Architekturbüros Dr. Achim Krekeler die Sanierung des Mauerwerks, die Erneuerung der Dachdeckung, die Sanierung der Decken und die Verbesserung des Tragwerks erfolgen. Während im Ober- und Mansardgeschoss 22 Gästezimmer mit 60 Betten entstehen, werden im Erdgeschoss Veranstaltungs- und Tagungsräume eingerichtet.
Bereits 1375 ist in Gollwitz ein Gut dokumentiert, das sich bis 1664 im Besitz der Familie von Rochow befand. Die Familie von Görne, die das Gut 1664 bis 1817 besaß, ließ im 17. Jahrhundert ein neues Gutshaus errichten, das 1893 umgebaut wurde. Von dieser Anlage sind noch Nebengebäude erhalten, während das eigentliche Gutshaus im 20. Jahrhundert erneuert wurde. Bauliche Zeugen der älteren Bauten finden sich noch im tonnengewölbten Kellerraum, dessen Ziegelformat auf eine mittelalterliche Entstehung verweist.
Auch im Inneren sind zahlreiche Baudetails wie der Kamin der Eingangshalle, die mehrläufige Treppe mit originalem Geländer, Türblätter, Wandschränke, Wandvertäfelungen, Parkettböden und Fußbodenfließen erhalten.
Die zur Restaurierung und zum Erhalt des historischen Schlosses gegründete "Stiftung Schloss Gollwitz" in der Treuhandschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wirbt um weitere Spenden unter der Kontonummer 2 656 553 06 bei der Dresdner Bank AG, BLZ 370 800 40.
Bonn/Potsdam, den 16. April 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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