Burg Seinsfeld wird wieder dicht

Ortskurator überbringt Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: Einen Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über 50.000 Euro überbringt Ernst Greve, Ortskurator Koblenz/Mittelrhein der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, am 7. Januar 2008 um 11.00 Uhr an Rosi Kalampokis. Damit können die dringend notwendigen Dachdecker- und Dachklempnerarbeiten an der Burg erfolgen.
Die Burg Seinsfeld liegt nordwestlich des gleichnamigen Ortes im heutigen Landkreis Bitburg-Prüm. Es handelt sich um eine Wasserburg eines frühmittelalterlichen Typs mit fast kreisrundem, heute trocken gefallenem Wassergraben, der sogenannten Motte. Ihr Alter lässt sich nicht genau belegen, die erste urkundliche Erwähnung, in der König Johann von Böhmen die Burg an den Grafen Arnold von Blankenheim überträgt, stammt von 1325. Da der Ort Seinsfeld bereits seit 1140 genannt wird, könnte auch eine Burg zu dieser Zeit bereits existiert haben.

Die ältesten datierbaren Teile der Anlage stammen aus dem 15. Jahrhundert. Um 1680 wurde die Burg umfangreich erweitert und zu einer unregelmäßigen Dreiflügelanlage ausgebaut. Der um 1890 abgebrochene Westflügel entstand zwischen 1935 und 1949 auf den alten Fundamenten neu. Am westlichen Ende des Mittelflügels lässt sich noch der quadratische ehemalige Wehrturm erkennen, der heute auf drei Seiten eingebaut ist. In der Mitte des Mittelflügels springt hofseitig ein fünfseitiger Treppenturm vor.

Infolge jahrzehntelanger Vernachlässigung befindet sich die zum privaten Wohnen genutzte, aber größtenteils leerstehende Burganlage in einem schlechten Gesamtzustand. Insbesondere sind Dach-, Decken- und Mauerwerksbereiche durch Feuchtigkeit geschädigt. Auch lassen sich statische Schäden infolge von Fundamentabsenkungen feststellen. Die Fenster sind vielfach desolat, ebenso sind die Hausinstallationen in einem völlig veraltetem Zustand. 2006 konnte mit der Gesamtsanierung der Anlage begonnen werden. Die Dach- und Fensterinstandsetzung des nördlichen Bereichs des Ostflügels (Gebäudeteil D) ist abgeschlossen, die Innensanierung zur Mietwohnung soll dort in den nächsten Monaten erfolgen. Im weiteren Verlauf der Sanierung sollen die gleichen Arbeiten am westlichen Bereich des Nordflügels (Gebäudeteil B) durchgeführt werden, denn auch hier soll eine Mietwohnung entstehen. Der erste Schritt dazu kann nun durch den Fördervertrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über 50.000 Euro für die Dachdecker-, Klempner- und Fensterbauarbeiten beginnen. Anschließend ist die Sanierung eines abgesenkten Sandsteinbogens im östlichen Bereich des Nordflügels (Gebäudeteil A) vorgesehen.

Die Burg Seinsfeld ist damit eines von bisher über 80 Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sie mit Hilfe von privaten Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Rheinland-Pfalz fördern konnte. Sie wird in Koblenz und Umgebung seit 1998 von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Ernst Greve unterstützt.

Bonn, den 3. Januar 2008/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Burg Seinsfeld wird wieder dicht
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