Vertragsübergabe für Gewinner-Schloss

Deutsche Stiftung Denkmalschutz übergibt Fördervertrag: Einen ersten Fördervertrag über 250.000 Euro für die Sanierungsarbeiten an der Orangerie des Gothaer Schlosses überbringt am 6. November 2007 um 11.00 Uhr Hartmut Ellrich, Ortskurator Gotha/Gothaer Land im Beisein des Oberbürgermeisters der Stadt Gotha, Knut Kreuch, an Dr. Helmut-Eberhard Paulus, den Direktor der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
Insgesamt 500.000 Euro Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hatten sich die Schlösser-Stiftung und die Bevölkerung von Gotha im Sommer 2006 in der MDR-Show "Ein Schloss wird gewinnen" verdient. In der Abstimmung der Zuschauer setzte sich Gotha gegen das Lingner-Schloss in Dresden und Schloss Stolberg im Harz durch.

Die Lage an der via regia, einer der bedeutendsten mittelalterlichen Handelsstraßen, sicherte Gotha Bedeutung und Reichtum. Anstelle der Burg ließ Herzog Ernst I. von Sachsen-Gotha und Altenburg hoch über der Altstadt 1643-1655 das Schloss Friedenstein errichten. Die als Residenz des neuen Herzogtums Sachsen-Gotha geplante Anlage ist symmetrisch um eine Längsachse konzipiert. Treppenhäuser, die nördlich angebauten Wach- und Pagenhäuser sowie Seitenflügel mit fünfgeschossigen Eckpavillons ergänzen den Bau. Zu den herausragenden Räumlichkeiten des Schlosses zählen die Schlosskapelle und das Ekhoftheater.

Ab 1735 wurde nach den Plänen von Gottfried Heinrich Krohne der Küchengarten zwischen den Schlössern Friedenstein und Friedrichsthal zu einem einheitlichen Garten angelegt. Zu der symmetrisch auf das Schloss ausgerichteten Anlage gehören die 1766-1774 erbauten Orangerien und das so genannte Lorbeerhaus. Die nördliche Orangerie stammt von Krohnes Schüler Johann David Weidner. Bei einem Bombenangriff 1944 stark beschädigt, wurden die Gebäude nach Kriegsende zum Teil wiederhergestellt. Die nördliche Orangerie wird seit 1950 als Stadtbibliothek genutzt. Das nach Kriegszerstörung als Café wieder errichtete südliche Orangenhaus ist durch mangelnde Bauunterhaltung und Leerstand seit 1985 stark sanierungsbedürftig.

Nach den notwendigen Planungs- und Projektierungsarbeiten kann nun der erste Bauabschnitt der Instandsetzungsarbeiten beginnen. Zukünftig soll die seit Jahren leer stehende Orangerie wieder der Öffentlichkeit zugänglich werden. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz förderte im Gothaer Schloss bereits die Arbeiten an der Schlosskapelle, am Theater und Aufmassarbeiten des gesamten Schlosskomplexes.

Damit ist Schloss Gotha eines von über 370 Projekten, die die private Bonner Denkmalschutz Stiftung allein in Thüringen dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale fördern konnte.

Bonn, den 6. November 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Vertragsübergabe für Gewinner-Schloss
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