Durch den ertragreichen Zuckerrübenanbau in den Regionen des Braunschweiger Landes entstanden in den alten Bauerndörfern teils palastähnliche bäuerliche Wohnhäuser, die als "Rübenschlösser" bezeichnet wurden.
Die Fassaden des Vasel´schen Hofes sind klassisch gegliedert und qualitätsvoll dekoriert. Über einem hohen Souterrain mit vorgelagerter Treppenanlage erheben sich zwei weitere Geschosse. Neben dem Wohnhaus sind noch der schlichte Museumsanbau an der westlichen und der reich gestaltete Bibliotheksanbau von 1885 an der östlichen Schmalseite erhalten.
Die gründerzeitliche Ausstattung der drei Gebäudeteile ist fast unversehrt erhalten. Besonders die Übernahme des Hofs durch den Landwirt, Kunstsammler und autodidaktischen Volks- und Völkerkundler August Vasel (1848-1910) prägte ab 1875 durch dessen Kunstsinn die Ausstattung. August Vasel beauftragte den Braunschweiger Architekturprofessor Rincklage mit der Planung des zweigeschossigen Bibliotheksanbaus "als Juwel am Juwel". Neben der Ausstattung - Möbel, Einbauten, Tapisserien, Holzvertäfelung - haben sich auch noch umfangreiche Zierstücke und Gebrauchsgegenstände aus der Blütezeit der Vasel'schen Zeit erhalten.
Durch Dachundichtigkeiten war es zu Wassereinbrüchen gekommen, die den Pilz- und Anobienbefall der Holzkonstruktion beschleunigt hatten. Die engagierten Eigentümer haben seit über fünf Jahren die sorgsame Instandsetzung der Bibliothek, die Sanierung des Treppenaufgangs und des Balkons sowie die Neueindeckung der Gebäude mit Schieferplatten in englischer Deckung durchgeführt. Dabei wurden sie von der EU wie auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit je rund 50.000 Euro unterstützt. Die Vasel´sche Sammlung ist im Herzog Anton-Museum in Braunschweig untergebracht und der Öffentlichkeit zugänglich.
Damit ist das Fürstenhaus eines von über 160 Förderprojekten der Bonner Stiftung, das aus privaten Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachen Hilfe erfahren konnte. Bundesweit konnte die Stiftung seit ihrer Gründung 1985 bereits über 3.200 bedrohte Baudenkmale mit mehr als 370 Millionen Euro retten helfen.
Bonn, den 17. September 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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