Verantwortung für den Denkmalschutz

Deutsche Stiftung Denkmalschutz diskutiert über Kultur als Staats- und Bürgeraufgabe: Ihren diesjährigen Parlamentarischen Abend stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) am 27. November 2007 unter das Motto "Staatsaufgabe Kultur- Verantwortung für den Denkmalschutz".
Staatsminister Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), konnte als Redner aktuell auf den erfolgreich im Parlament verabschiedeten 400 Millionen Euro Kultur-Investitionsfonds der Bundesregierung verweisen, in dem 40 Millionen für die Instandsetzung von Baudenkmälern enthalten sind und sprach "von einem glücklichen Tag für den Denkmalschutz in Deutschland." Gemeinsam mit Professor Dr. Gottfried Kiesow, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, machte er jedoch auch deutlich, dass die Erhaltung des baukulturellen Erbes eine übergreifende Aufgabe ist und deshalb neben der staatlichen Verantwortung das private Engagement in der Denkmalpflege unverzichtbar sei. Der Staat ist nach Ansicht des Vorsitzenden der wohl größten privaten Initiative für den Denkmalschutz in Deutschland angehalten, nicht nur durch finanzielle Investitionen Anreize zu geben, sondern auch gute Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu zählt für DSD und BKM etwa auch, dass die Länder der Verpflichtung, die sie mit ihrer Kulturhoheit für den Denkmalschutz haben, in dem dafür notwendigen fachlichen und finanziellen Maße nachkommen. Der Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages, Hans-Joachim Otto, wies darauf hin, dass eine Aufnahme des Staatsziels Kultur in das Grundgesetz vor allem bei Entscheidungen auf kommunaler Ebene hilfreich für die Kultur wäre. Otto betonte wie Kiesow die nationale Verantwortung für die Welterbestätten in Deutschland. Er sprach sich in diesem Zusammenhang für die Einrichtung eines Welterbefonds aus und forderte, halbstaatliche Finanzquellen wie Lotteriemittel für gemeinnützige Zwecke zu erhalten und die Lotteriegesetzgebung dauerhaft entsprechend zu gestalten. Staatsminister Neumann versicherte, nach dem Wiedereinstieg des Bundes in die verstärkte Förderung des Denkmalschutzes werden mit dem neuen Investitionsprogramm neben den bedeutenden Leuchttürmen wie die Staatsoper in Berlin, in Anbetracht von 300.000 sanierungsbedürftigen Denkmalen in Deutschland, auch wieder orts- und landschaftsprägende mittlere und kleinere Projekte in den Regionen die Unterstützung seines Hauses finden.

Die Stiftung hatte Mitglieder des Deutschen Bundestages, Vertreter der Landes- und Bundesministerien sowie im Denkmalschutz engagierte Partner aus den Landesverwaltungen, der Bau- und Immobilienwirtschaft, der Architekten- und Bauingenieurschaft sowie der Kirchen zum Gespräch in die Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin eingeladen. Stiftungsvorstand Prof. Dr. Michael Krautzberger konnte neben zwölf Bundestagsabgeordneten auch den Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Dr. Engelbert Lütke-Daldrup, Sachsens Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Frau Eva-Maria Stange, die neue Präsidentin des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, sowie Reinhold Dellmann, Minister für Infrastruktur und Raumordnung des Landes Brandenburg, begrüßen.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz will durch ihre politische Arbeit in der Bundeshauptstadt, die sie durch eine Berliner Repräsentanz sicherstellt, die Unterstützung von Parteien, Regierung und Verbänden für den Denkmalschutz stärken. Auch wenn Denkmalschutz als Teil der Kulturpolitik Ländersache ist, muss der Bund die richtigen Rahmenbedingungen sicherstellen.

Bonn/Berlin, den 28. November 2006/Schi/Scha
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse


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