In eineinhalbjähriger Bauzeit konnte der unmittelbar östlich des Bahnhofs gelegene Festungsbau in das großräumige Planungsvorhaben der Landesgartenschau 2008 integriert werden.
Aus Mitteln französischer Kriegsentschädigungen von 1815 wurde durch den Deutschen Bund der Bau einer Zentralfestung ersten Ranges vor Ulm finanziert. Weder der Versailler Vertrag noch die beiden Weltkriege haben Europas größte Festungsanlage zerstört, die sich aber auch nie bewähren musste. Die Grundsteinlegung der Bundesfeste erfolgte 1844, fertiggestellt wurde sie 1859 als Gürtelfestung mit Stadtumwallung und vorgelagerten Außenwerken. Sie sollte zur Sicherung und Stärkung des 1815 nach den Erfahrungen der napoleonischen Besetzung gegründeten neuen Deutschen Staatenbundes dienen.
Aufgabe der Festungen war - neben den Grenzfesten wie Landau/Pfalz oder Koblenz - den Rückhalt einer in Südwestdeutschland operierenden Armee zu gewährleisten oder als Ausgangspunkt für Operationen in Richtung Frankreich zu dienen.
Das Festungswerk "Caponniere 4" mit einer Gesamtlänge von etwa 55 Metern, einer Breite von etwa 25 Metern und einer Höhe von etwa 3,5 Metern ist Bestandteil der Bundesfeste Ulm auf der rechten Flussseite der Donau. Sie entstand südlich des Bahnhofs von Neu-Ulm auf dem Areal einer ehemaligen Möbelfabrik. Die "Caponniere 4" diente mit den weiteren Anlagen auf bayerischer Seite als gewaltiger Brückenkopf. Das zweigeschossige, mehrschiffige Gebäude ist mit Sichtziegeln erbaut, die Fassaden gliedern Werksteingesimse. In der einen Spitze liegen die tonnengewölbten bombenfesten Kasematten.
Anlässlich der Landesgartenschau im Jahr 2008 sowie der Tieferlegung des Neu-Ulmer Bahnhofes ergab sich die einmalige Möglichkeit, die Caponniere 4 dank der Unterstützung durch das Land, der Bayerischen Landesstiftung, des Bezirks Schwaben des Landkreises Neu-Ulm sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die allein 210.000 Euro zur Verfügung stellt, in das großräumige Planungsvorhaben zu integrieren. Damit ist der nahezu geschlossene Grüngürtel, der den großangelegten Glacisanlagen bereits als Naherholungsgebiet dient, um ein weiteres Glied reicher. Die Caponniere 4 beherrscht dann als weiterer Festungsbau maßgeblich das Stadtbild von Neu-Ulm. Die Caponniere 6 wurde anlässlich der 1. Landesgartenschau in Neu-Ulm im Jahr 1980 bereits instandgesetzt.
Die Caponniere 4 zählt damit zu den über 120 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale seit 1990 allein in Bayern fördern konnte.
Bonn, den 22. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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