Sonntag, 1. Juli 2007, 11.00 h, SWR Fernsehen
Liverpool, Drei Grazien, ein Beatle und ein Fluß, Großbritannien
Dienstag, 3. Juli 2007, 15.30 h, 3sat
Paris, Prunk und Poesie im Spiegel der Seine, Frankreich
Dienstag, 3. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Aus der Welt des Hinduismus, Thanjavur und Khajuraho, Indien
Sonntag, 8. Juli 2007, 11.00 h, SWR Fernsehen
Palmyra, Die Königin der Wüste, Syrien
Sonntag, 8. Juli 2007, 21.00 h, 3sat
(WH: Dienstag, 10. Juli 2007, 15.30 h, 3sat)
Luxemburg, Festung Europas
Dienstag, 10. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Geheimnisvolle Ruinen, Simbabwe und Sigirya, Simbabwe und Sri Lanka
Sonntag, 15. Juli 2007, 11.00 h, SWR Fernsehen
Segovia, Kulissen für Machtspiele, Spanien
Dienstag, 17. Juli 2007, 15.30 h, 3sat
Weimar, Die Stadt im Park, Deutschland
Dienstag, 17. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Schlösser des Absolutismus, Drottningholm und Blenheim
Sonntag, 22. Juli 2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
Arles ? Römische Spuren und die Stadt Vincent van Goghs, Frankreich
Sonntag, 22. Juli 2007, 21.00 h, 3sat
(Wh: Di. 24. Juli 2007, 15.30 h, 3sat)
Avignon, Exil der Päpste, Frankreich
Dienstag, 24. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Ägyptisches Welterbe, Memphis und Theben
Sonntag, 29. Juli 2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
Blaenavon ? Eisenhart und Kohleschwarz, Großbritannien
Sonntag, 29. Juli 2007, 21.00 h, 3sat
(WH: Dienstag, 31. Juli 2007, 15.30 h, 3sat)
21.00 h Krakau, Die heimliche Hauptstadt, Polen
Dienstag, 31. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Das Erbe der Maya, Tikal und Palenque
Die ausführlichen Informationen zu den Sendungen:
Sonntag, 1. Juli 2007, 11.00 h, SWR Fernsehen
Liverpool, Drei Grazien, ein Beatle und ein Fluß, Großbritannien
?Die Stärke von Liverpool liegt in seinen Menschen?, so definiert Paul
McCartney gegenüber dem Team von ?Schätze der Welt? das Besondere seiner
Geburtsstadt. Liverpool ist aber nicht nur die Heimat der Beatles und des
glorreichen FC Liverpool. Die Stadt am Mersey ? River war im 18.
Jahrhundert eine der bedeutendsten Städte des britischen Imperiums.
Vierzig Prozent des Welthandels wurden damals über Liverpool abgewickelt.
Ihren Wohlstand verdankte die Stadt auch dem Sklavenhandel. Zeugen dieser
nicht immer ruhmreichen Vergangenheit sind die sogenannten ?Drei Grazien?.
Am Ufer des Mersey thronen prachtvoll das Royal Liver Gebäude, das Haus der
Cunard ? Reederei und das der Hafenbehörde. Sie sind das Wahrzeichen von
Liverpool.
?Liuerpool?, zu deutsch ?schlammiger Pfuhl? wurde um 1200 erstmals erwähnt.
Der Marktflecken diente als Stützpunkt für Truppen die von England nach
Irland verschifft wurden. Bis Ende des 17. Jahrhunderts war die Stadt
unbedeutend und arm. 1571 baten die Einwohner Königin Elisabeth I. um
Steuersenkungen. Liverpool ist die ?arme, heruntergekommene Stadt ihrer
Majestät?.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem deutsche Bomben erhebliche Schäden
anrichten, nimmt die Bedeutung Liverpools kontinuierlich ab. In den 1980er
Jahren sorgten Auseinandersetzungen zwischen dem trotzkistisch geprägten
Stadtrat und der britischen Regierung unter Margaret Thatcher für Aufsehen.
Die eiserne Lady setzte das Stadtparlament ab. Liverpool war die ärmste
Großstadt Europas.
Heute schöpft die Stadt wieder Hoffnung. Langsam aber stetig entstehen
wieder neue Arbeitsplätze. Liverpool setzt auf Dienstleistungsunternehmen,
die IT ? Branche und den Tourismus.
Buch und Regie: Goggo Gensch
Dienstag, 3. Juli 2007, 15.30 h, 3sat
Paris, Prunk und Poesie im Spiegel der Seine, Frankreich
"Andere Städte sind Städte, Paris ist eine Welt" meinte schon Karl V. Auf
jeden Fall ist Paris ein schier endlose Zitatensammlung, denn durch alle
Jahrhunderte haben Künstler - und solche, die sich dafür hielten -
versucht, sich von dieser Stadt inspirieren zu lassen. Von ihren
Prachtbauten, mit denen sich Adel und Kirche Denkmäler setzten, von ihren
Plätzen und Straßen, in denen einfache Bürger um Freiheit und Gleichheit
kämpften. In Paris scheint alles eine besondere Bedeutung zu haben: die
clochards sind poetischer, die Gassen malerischer und in der Seine summt
ein Akkordeon.
Der Seine wollen wir uns anvertrauen, ihrem Lauf, ihrem Rhythmus, um dem
Besonderen und seiner Geschichte nachzuspüren. Von der Île St. Louis , wo
einst Kühe weideten, bis zum Eiffelturm, "der Giraffe auf Elefantenfüßen".
Vorbei an Notre Dame, wo wir mit den Wasserspeiern auf die Stadt
runterblicken; Zwischenstation an den Kerkern der ehemaligen Concièrgerie;
weiter zum Louvre und im Triumphzug über die Champs Elysées...
Und nebenher schlendert Henry Miller am Ufer entlang, unter Brücken
hindurch und macht sich so seine Gedanken. Ein Amerikaner in Paris. Wie so
viele in den 20er, 30er des 20. Jahrhunderts. Sie sitzen stundenlang vor
einer Tasse Milchkaffee, hören die Straßen reden und die Steine singen und
schreiben - auf der Suche nach dem Zufall und sich selbst - mit hungrigem
Magen und klammen Fingern - die Dachstuben warm.
"Paris ein Fest fürs Leben". Das wiederum schrieb Ernest Hemingway. Auch
wenn die "années folles", die verrückten Jahre längst vorbei sind,
etwas haben sie zurück gelassen.
Denn "Seine" klingt immer noch wie "Sehnsucht".
Buch und Regie: Gabi Reich
Dienstag, 3. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Aus der Welt des Hinduismus, Thanjavur und Khajuraho, Indien
Tausend Jahre ist er alt, der Brihadeshvara-Tempel von Thanjavur, und man
sieht es ihm nicht an. Im Mittelalter hat er als Festung gegen anstürmende
Feinde gedient und später Zerstörungsversuchen fanatischer Moslems
widerstanden. Heute ist er ein bedeutender Wallfahrtsort der Hindus, ein
beliebter und belebter Tempel.
Thanjavur, etwa 350 km südlich von Madras (jetzt auch Chennaj) genannt,
eine große, aber unbedeutende Provinzstadt im indischen Bundesstaat
Tamilnadu, war zu Beginn des 11. Jahrhunderts die Hauptstadt des
Cola-Reichs, dessen Macht weit über die Grenzen des heutigen Indien
reichte. Aus dieser frühen Blütezeit der Stadt ist allein der
Brihadeshvara-Tempel geblieben, erbaut von König Rajaraja in den Jahren
1002 bis 1010. Es ist ein Tempel von beeindruckender Größe und Schönheit -
Gott Shiva geweiht.
Der Film zeigt den gut erhaltenen Tempel und seine noch immer zahlreichen
Besucher. Er lässt uns etwas von der sinnlichen Heiterkeit des Hinduismus
spüren, der Frömmigkeit und Lust ganz mühelos zusammenführt. Sogar die
Wurzeln des üppigen indischen Films finden sich im Tempel
Erotische Kunst zur Verherrlichung der Götter. Die Tempel von Khajuraho in
Zentralindien lösen noch heute bei vielen Besuchern Empörung oder
Verwirrung aus.
Die über 2000 Skulpturen an den Außenwänden der Tempel zeigen Götter,
Himmelstänzerinnen, Engel, Fabeltiere und Maithunas: Paare beim Akt.
Kaimur-Sandstein erlaubte den Bildhauern, genaueste Einzelheiten zu
gestalten. In einem Ausbruch kreativer Energie erschufen sie eine
überschwängliche Verherrlichung des Lebens, ein opulentes, sinnliches und
heiteres Aufeinandertreffen der göttlichen und der profanen Welt. Doch im
Zusammenhang mit der hinduistischen Mythologie müssen die erotischen
Darstellungen angemessen interpretiert werden. Im Liebesakt wird nicht nur
die Vereinigung von Mann und Frau, sondern auch der Zeugungsakt der
Weltschöpfung durch die Götter gesehen.
Von den ehemals 85 Tempeln, die vor 1000 Jahren gebaut wurden, sind heute
noch 25 erhalten. Sie gehören zu den künstlerischen Wundern der Welt. Jeder
Tempel wurde nach festgelegten Regeln gebaut und dabei dem Aufbau des
menschlichen Körpers nachempfunden.
Buch und Regie: Albrecht Heise und Thomas Schadt
Sonntag, 8. Juli 2007, 11.00 h, SWR Fernsehen
Palmyra, Die Königin der Wüste, Syrien
Palmyra, das ist die Palmenreiche, die große Oase auf halbem Weg zwischen
Euphrat und Mittelmeer. Eine arabische Stadt, die auch zu römischer Zeit
unabhängigen Handel betrieb.
Im 2. und 3. Jahrhundert war Palmyras große Zeit. Das Geschäft mit den
Karawanen blühte. Der wirtschaftliche Erfolg brachte Palmyra auch
politische Macht. Hier residierte der Statthalter der römischen Provinz des
Orients. Die Erscheinung und das Leben in der Stadt wurde nach römischem
Vorbild verändert. Es entstand ein Forum, ein Amphitheater, Tempelanlagen
und Straßen.
Die Geschichte Palmyras sind aber nicht nur imposante Bauwerke, es ist auch
die Geschichte von Menschen, die das Geschick dieser Stadt gelenkt haben.
Der Film erzählt von der schönen Zenobia. Sie selbst ernannte sich zur
Königin von Palmyra und eroberte Ägypten, die Kornkammer des Römischen
Reichs. Doch Zenobia wird von den Römer geschlagen und muss mit ihnen die
Stadt verlassen. Palmyra wird verschont. Aber die Stadt erhebt sich ein
zweites Mal, kurz nach dem Abzug der Truppen und diesmal kennen die Römer
keine Gnade: Palmyra wird geplündert und geschleift. Doch der Mythos, der
zwischen den großen Ruinen im Wüstensand geblieben ist, ist auch heute noch
lebendig.
Buch und Regie: Jens Dücker
Sonntag, 8. Juli 2007, 21.00 h, 3sat
(WH: Dienstag, 10. Juli 2007, 15.30 h, 3sat)
Luxemburg. Festung Europas
Die wechselvolle Geschichte der Stadt begann im 10. Jahrhundert mit einer
Burg. Die Natur hatte die Voraussetzungen geschaffen: Steil aufragende
Felsterrassen, die sich gut verteidigen ließen. Seit damals wucherten die
Festungsanlagen - ein Vorgang, der bis ins 19. Jahrhundert dauern sollte.
Obwohl die meisten der Wallanlagen, die einst die Stadt einschnürten, heute
verschwunden sind, prägen die Reste der Festung noch heute ihren Charakter.
Die Festungsbauten waren ein Gemeinschaftswerk europäischer
Festungsingenieure. Nach der Eroberung durch die Burgunder im Mittelalter
bauten die Spanier die Festung aus, dann die Franzosen. Ihnen folgten die
Österreicher, wieder die Franzosen, schließlich die Preußen. Weil die Stadt
an einer strategisch wichtigen Position in Europa lag, war sie stets
Zankapfel der Mächtigen in Europa.
Mit der Wiedererlangung der Souveränität des kleinen Landes 1867
verschwanden die meisten Festungsanlagen. Die Luxemburger zerstörten sie
bewusst - so schützten sie sich vor weiteren Begehrlichkeiten europäischer
Großmächte.
1993 wurden die verbliebenen Festungsteile und auch Teile der Altstadt in
die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Dieses historische
Ensemble ist das Ergebnis eines Kreislaufs von Zerstörung und Wiederaufbau.
Luxemburg, das Kernland des vereinten Europas, verdankt seine Identität
diesem kriegerischen Bauwerk, entstanden aus dem Gezänk von Potentaten.
Buch und Regie: Utz Kastenholz
Dienstag, 10. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Geheimnisvolle Ruinen, Simbabwe und Sigirya, Simbabwe und Sri Lanka
Im Südosten Simbabwes, in einer kargen und schwer zugänglichen Gegend, lag
für Jahrhunderte ein Geheimnis verborgen. Seefahrer und Händler
unterschiedlichster Herkunft, die die Ostküste Afrikas bereisten und in das
Landesinnere des Kontinents vordrangen, erzählten Geschichten von einem
Ort, der in der Sprache der Shona "dzimba dza mabwe" heißt und mit "große
Häuser aus Stein" übersetzt wird.
Eine große Stadt, die ganz aus Stein erbaut ist, von der aber weder der
genaue Ort bekannt war, noch welche Menschen dort lebten.
Ende des letzten Jahrhunderts gelang es dem deutschen Forscher Karl
Gottlieb Mauch, das sagenumwobene Great Simbabwe zu erreichen. Aber mit
seiner Entdeckung sind eine Vielzahl neuer Fragen hinzugekommen.
Im Herzen der Insel Sri Lanka, im 5. Jahrhundert nach westlicher Rechnung:
Ein verblendeter Sohn stürzt den Vater vom Thron. Doch er will nicht nur
die Macht, auch die Schätze des Königs. Der, ein großer Erbauer von
Bewässerungssystemen antwortet: "Mein Reichtum ist das Wasser!" Der
Thronräuber gerät außer sich vor Wut, kettet den Vater an einen Felsen und
läßt ihn qualvoll verdursten. Er verjagt seinen Bruder, den rechtmäßigen
Erben, aus dem Land. Doch bald beherrscht nur noch die Angst vor dessen
Rache seine Gedanken. Er flieht in den Dschungel, hoch auf einen
unzugänglichen Felsen und mauerte sich dort mit seinen Schätzen ein. Dem
Wahn des Vatermörders verdanken wir einen herrlichen Palast zwischen Himmel
und Erde, ein achtes Weltwunder sagen manche. Die Felsenfestung von
Sirigiya mit den Resten des Palastes, den Zisternen, Pools, erotischen
Fresken, Felsenhöhlen und Wassergärten zeugen noch heute von den
übermenschlichen Taten eines Gehetzten. Dessen tragische Geschichte erzählt
die filmische Dokumentation über die Festung in den Wolken - ein
sagenhaftes, aber wahres Kapitel aus der früheren Geschichte einer Insel
voller Legenden.
Buch und Regie: Hannes Schönemann und Thomas Uhlmann
Sonntag, 15. Juli 2007, 11.00 h, SWR Fernsehen
Segovia, Kulissen für Machtspiele, Spanien
Segovia ist eine Stadt mit vielen Ansichten. Wie auf einer Bühne bieten
sich die eindrucksvollen Bauwerke dar. Das römische Aquädukt, der Alcázar
oder die Kathedrale.
Der Film bringt diese mächtigen Kulissen zum Leben, er erzählt
entscheidende Kapitel der Stadtgeschichte. Von den römischen Sklaven, die
20.000 Tonnen Granitquader übereinander türmten, um das Aquädukt des
Kaisers inmitten der Stadt zu errichten. Eine Wunderleistung der
Ingenieurskunst, das bis 1974 benutzt wurde.
Der Film erzählt auch die dramatische Geschichte der machthungrigen
Prinzessin Isabella, die sich 1474 in Abwesenheit ihres Mannes Ferdinand
zur rechtmäßigen Königin von Kastilien krönen ließ. Oder die Geschichte des
gescheiterten Revolutionärs, Juan Bravo, der den Aufstand der "Comuneros"
anführte und dafür von Karl V. hingerichtet wurde. Kurz danach gab Kaiser
Karl den Auftrag, die zerstörte Kathedrale neu zu erbauen. So entstand
eines der letzten Monumentalbauwerke Segovias, ein weiterer Baustein für
eines der grandiosesten Kulissen Spaniens.
Buch und Regie: Ursula Böhm
Dienstag, 17. Juli 2007, 15.30 h, 3sat
Weimar, Die Stadt im Park, Deutschland
Es war ein Glücksfall, dass die aufgeklärten Herrscher des kleinen
Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach die Reformbedürftigkeit des Landes
erkannten und mit Erfolg versuchten, bürgerliche Persönlichkeiten an ihren
Hof zu binden, die kulturell und politisch reformerisch wirksam werden
sollten. So kamen dort universelle Geister zusammen. Herzog Anna Amalia
berief 1772 den Dichter Christoph Martin Wieland als Prinzenerzieher.
Johann Wolfgang Goethe folgte 1775 der Einladung des jungen Herzog Carl
August und wurde bald zu Weimars Zentralgestirn. Johann Gottfried Herder
kam ein Jahr später, um die Stellung als oberster Geistlicher anzutreten.
Friedrich Schillers Dichterbund mit Goethe und seine Arbeit insbesondere
für das Theater führte zu einer Glanzzeit des klassischen Weimar.
Ute Geisler folgt in ihrem Film den Spuren dieser Persönlichkeiten und
zeigt das, was heute noch vom klassischen Weimar zeugt und weswegen die
UNESCO die Stadt als Weltkulturerbe ausgezeichnet hat. Das Wittumspalais
etwa oder die Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek mit ihrem einmaligen
Buchbestand. Die Schlösser Belvedere, Tiefurt und Ettersburg. Die
Wohnhäuser von Goethe und Schiller und ihre letzte Ruhestätte, die
Fürstengruft. Verbunden werden diese Objekte immer wieder durch die
ausladenden Parklandschaften Weimars. Einer von ihnen, der Park an der Ilm
mit Goethes Gartenhaus, ist das vielleicht populärste Denkmal Weimars.
Buch und Regie: Ute Geisler
Dienstag, 17. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Schlösser des Absolutismus, Drottningholm und Blenheim
Auf der "Insel der Königinnen" wurde im 17. Jahrhundert das Schloss von
einer Königin, Hedwig Eleonora, erbaut. Eine halbe Stunde von Stockholm
entfernt, ist es heute der Wohnsitz von Königin Silvia und König Carl XVI
Gustav.
In der reizvollen Wasserlandschaft am Mälarsee gelegen, vereinen sich hier
Kultur und Natur aufs schönste. Der Film führt durch das Ensemble von
Schloss, Chinaschlösschen und Schlosstheater und zeigt die Vielfalt
verschiedener Stilformen: Barock, Rokkoko und Frühklassik. Im Theater mit
der original erhaltenen Bühnenmaschinerie finden jeden Sommer Festspiele
statt, die die große Theatertradition bis heute lebendig erhalten.
Heute wohnt der elfte Herzog von Marlborough auf Schloss Blenheim. Im
Sommer für Besucher geöffnet, widmet sich der Herzog in den übrigens
Jahreszeiten dem gesellschaftlichen Leben des Adels.
Das Schloss mit seinen 200 Zimmern und einem großen Park ist ein Beispiel
für die Landschaftsarchitektur der englischen Romantik. Es war ein Geschenk
von Königin und Parlament an den Feldherrn Churchill. Dieser erste Herzog
von Marlborough konnte 1704 die Franzosen in Blindheim schlagen.
Der Film führt anhand der Biografie Sir Winston Churchills über seinen
Vorfahren, den ersten Herzog von Marlborough, durch das Schloss und dessen
Geschichte.
Buch und Regie: Hartmut Schwenk und Gabi Reich
Sonntag, 22. Juli 2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
Arles ? Römische Spuren und die Stadt Vincent van Goghs, Frankreich
Römische Kultur und romanisches Erbe prägen das Stadtbild und die
Geschichte von Arles.
Arles war die zweitgrößte Stadt des römischen Imperiums. Ein halbes
Jahrhundert später entwickelte sich Arles zu einem religiösen Zentrum.
Arles ist aber auch die Stadt Vincent van Goghs. Er zog im Februar 1888
nach Arles. Hier schuf er seine bekanntesten Werke. Zusammen mit Paul
Gauguin wollte er eine Künstlerkolonie gründen. Das Zusammenleben der
beiden Maler endete jedoch in einem Zusammenbruch van Goghs. Nach seiner
Selbstverstümmelung und wiederholten Anfällen geistiger Verwirrung ging van
Gogh von Arles in die Heilanstalt von St.-Remy-de-Provence.
In vielen Briefen an seinen Bruder Theo beschreibt Vincent van Gogh seine
Sicht auf Arles. Diese Briefe dienen dem Film als Textgrundlage und stehen
in einem reizvollen Kontrast zu dem römisch-romanischen Weltkulturerbe.
Buch und Regie: Frank Hertweck
Sonntag, 22. Juli 2007, 21.00 h, 3sat
(Wh: Di. 24. Juli 2007, 15.30 h, 3sat)
Avignon, Exil der Päpste, Frankreich
Das Volkslied über eine alte Steinbrücke hat den Namen Avignon weltbekannt
gemacht. Doch ihre wahre Bedeutung erlangte die Stadt im 14. Jahrhundert,
als sie Sitz der Päpste war. Auf Grund kriegerischer Unruhen in Italien
flüchtete der Papst aus Rom. Die Kurie geriet unter den Machteinfluss des
französischen Königs, und das Papsttum wurde nach Avignon gezwungen. "Wo
der Papst ist, da ist Rom" und um dem päpstlichen Exil Glanz und Würde zu
verleihen, wurde eine mächtige gotische Festung gebaut, die Kirche und
Palast zugleich war.
Sieben französische Päpste residierten in Avignon. 67 Jahre war die Stadt
Sitz des Heiligen Stuhls und Zentrum der Christenheit. Avignon wurde zum
magischen und kulturellen Mittelpunkt Europas. Mitte des 14. Jahrhunderts
stieg die Einwohnerzahl innerhalb von 35 Jahren von etwa 6000 auf 30.000.
In der Zeit wirtschaftlicher und kultureller Blüte, zeigte sich aber auch
die Vergänglichkeit des Reichtums. Die Verschwendungssucht der Päpste,
Korruption und Ämterschacher, beschleunigten den Autoritätsverlust des
"Heiligen Stuhls" von Avignon. Die sogenannte "Babylonische Gefangenschaft"
endete 1376 und Rom wurde wieder Sitz der Päpste.
Avignon, einst Weltbühne für Politik und Kultur, war mehr als ein halbes
Jahrtausend nur regional bedeutend. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde der
Papstpalast zum nationalen Kulturerbe erklärt und damit wandelte sich die
Stadt zur einzigartigen Theaterkulisse. Damals waren es fromme Pilger,
Gesandte der adligen Höfe, Kaufleute, Gaukler und Bettler, die nach Avignon
kamen. Heute sind es vor allem Kunstinteressierte und Theaterbegeisterte,
welche die einstige Stadt der Päpste besuchen.
Avignon steht für Kunst und Kultur. Avignon ist weltoffen und lädt ein,
provencialische Lebensart kennenzulernen, denn noch immer gilt: "Sur le
pont d'Avignon..."
Buch und Regie: Hans-Jürgen Grundmann
Dienstag, 24. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Ägyptisches Welterbe, Memphis und Theben
Ägypten, eines der klassischen Reiseziele. Am Nil entlang wandelt man hier
auf den Spuren der Pharaonen.
Gegenüber der Millionenstadt Kairo erheben sich die berühmtesten Pyramiden
der Welt, darunter die herausragenden Cheops-, Chefren-, und Mykerionos
Pyramiden, die Grabstätten der gleichnamigen Pharaonen.
Als Ägypten um 2.900 v. Christus zu einem Großreich vereinigt wurde,
wählten die Pharaonen das im südlichen Nildelta gelegene Memphis als
Hauptstadt. Die Epoche der Pyramidenbauten, die im Alten Reich einsetzte,
fand ihren Höhepunkt schließlich in den großen Pyramiden von Giseh, der
Stadt der Toten.
Beim Anblick dieser faszinierenden Monumente stellt sich der Besucher immer
wieder die gleiche Frage: wie war es möglich, die riesigen Steinquader mit
den Hilfsmitteln der damaligen Zeit auf solche Höhen zu bewegen? Alleine
für die 146 m hohe Cheops-Pyramide, deren Seiten jeweils eine Fläche von
20.000 Quadratmetern aufweisen, verbauten die Arbeiter 2,3 Millionen
Quader, die bis zu drei Tonnen schwer waren. Auch die Wissenschaft
rätselt- und streitet bis heute, welche der aufgestellten Thesen über die
Bauweise der Ägypter richtig ist. Fest steht lediglich, dass man sich zum
Transport der Steinblöcke bereits Hebelwirkung und die schiefe Ebene
zunutze machte.
Mehr als tausend Jahre später erlebte Ägypten mit den Ramses-Pharaonen noch
einmal eine große Zeit, auch wenn Memphis schließlich seine Bedeutung
verlor.
Die Königsstadt Theben, am Ostufer des Nils gelegen, beherrschte vier
Jahrhunderte lang Ägypten und war zeitweilig Zentrum des östlichen
Mittelmeerraumes. Seine Blütezeit erlebte Theben im Neuen Reich während der
18. Dynastie, deren Pharaonen ihren unermesslichen Reichtum zur
Verschönerung ihrer Residenz verschwendeten.
Das "hunderttorige" Theben war so groß, dass heute die Orte Luxor, Karnak
und die umliegenden Dörfer das ursprüngliche Gebiet nicht bedecken können.
Unermesslich alt war der Hauptort Oberägyptens schon um 1280 v. Chr. und
trotzdem vergänglich, weil er aus getrockneten Nilschlammziegeln gebaut
wurde.
Nur die Tempel aus Stein sind geblieben: Der Luxor-Tempel und die riesige
Tempelstadt von Karnak; der Amun-Tempel von Karnak: der größte Sakralbau
der Welt. Der Luxor-Tempel, mit Karnak durch eine drei Kilometer lange, von
Sphingen gesäumte Allee, verbunden, war das zweitwichtigste Heiligtum
Thebens. Die Gott Amun geweihte Anlage besitzt außer einer Fülle von
Reliefs riesige Statuen von Ramses II., der wie kein anderer Herrscher
Theben mit Denkmälern geschmückt hatte.
Buch und Regie: Ralph Ströhle und Jens Dücker
Sonntag, 29. Juli 2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
Blaenavon. Eisenhart und Kohleschwarz, Großbritannien
Feuer, Eisen, Kohle und Gips: Ende des 18. Jahrhunderts begann die Nutzung
der Bodenschätze, die die raue Landschaft Südwales hervorbrachte. Während
1789 Frankreich von der Revolution erschüttert wurde, begann in Blaenavon
die industrielle Revolution und aus einer vergessenen Landschaft wurde
eines der größten Industriezentren der Welt. Innerhalb weniger Jahre
entstanden neue Verkehrswege: Schienen, Tunnel, Brücken. In der Tiefe der
Erde wurden Kammern und Wege ausgehöhlt, und Unmengen von Kohle, Eisenerz
und Gipserde gefördert.
Aus ganz Europa kamen die Arbeiter. Bauern wurden zu Bergarbeitern. Für
wenig Geld wurde die anstrengende Arbeit in langen Arbeitstagen bewältigt.
Rund um die Kohlehalden und Fördertürme lebten die Menschen in engen
Reihenhäusern. Für Tausende war Blaenavon Schicksal, Mühsal, aber auch
Zukunftssicherung und Hoffnung auf ein besseres Leben.
Symbol für die Schaffenskraft und Leistung der Bergarbeiter war die Grube
"Big Pit", der erste große Schacht von Blaenavon. Heute zeugt sein
Förderturm mit dem großen Förderrad von der Leistung der Menschen der
frühen Industrialisierung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Blaenavon
zu Ende ging. Mit dem Versiegen der Bodenschätze verloren die Menschen in
Blaenavon ihre Existenzgrundlage. Sie gingen und hinterließen eine
Landschaft, in der die Spuren ihrer Arbeit noch zu finden sind.
Buch und Regie: Horst Brandenburg
Sonntag, 29. Juli 2007, 21.00 h, 3sat
(WH: Dienstag, 31. Juli 2007, 15.30 h, 3sat)
21.00 h Krakau, Die heimliche Hauptstadt, Polen
Die Bedeutung von Krakau liegt nicht in seiner Größe. Die Stadt hat 750.000
Einwohner. "Aber was für Menschen!" sagen die Krakauer.
Die wahre Bedeutung Krakaus liegt darin, dass in der Stadt an der Weichsel
die Wurzeln der polnischen Nationalidentität liegen.
In der stürmischen tausendjährigen Geschichte des polnischen Staates war
Krakau stiller Zeuge seines Anfangs, seiner Höhepunkte und seiner
Untergänge. Schon im Jahre 1000 wurde hier ein Bisturm gegründet und 1038
wurde Krakau vom König Kasimir dem Erneuerer zur polnischen Hauptstaddt
ernannt. Aus dieser Zeit stammen erste Bauten auf dem Wawalhügel.
Über Jahrhunderte wurden in Krakau polnische Monarchen gekrönt und auch
begraben. In Krakau wurde die älteste Universität Polens gegründet. Durch
sie wurde die Stadt zum Wissenschafts- und Kulturzentrum Osteuropas.
In seiner Geschichte wurde Krakau mehrmals verwüstet und zertrümmert, u.a.
von Tataren und Schweden. Jede Zerstörung der Stadt oder einzelner Teile
war eine Gelegenheit architektonische Änderungen einzuführen.
So stehen heute gotische Gebäude neben Barock- und Renaissancebauwerken.
Der Film von Janusz Plonski zeigt die wichtigsten Plätze von Polens
heimlicher Hauptstadt. Das Wawelschloss, auf einer Anhöhe etwas abseits der
Altstadt mit seiner wunderschönen Kathedrale. Die Universität an der auch
Nikolaus Kopernikus studiert hat. Und die Marienkirche mit dem größten
Krakauer "Schatz", dem Veit-Stoß-Altar. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der
Nürnberger Künstler eingeladen, um diesen Altar, der die wichtigsten
Stationen im Leben Marias zeigt, zu bauen.
Buch und Regie:Janusz Plonski
Dienstag, 31. Juli 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Das Erbe der Maya, Tikal und Copan
Die Maya, die Menschen aus Mais herrschten bis ins 8. Jahrhundert nach
Christus in Mittelamerika. Die ältesten Zeugnisse ihrer Kultur stammen aus
dem 3. Jahrtausend vor Christus
Als die Spanier im 16. Jahrhundert auf ihren Eroberungszügen die
Regenwälder von Peten im heutigen Guatemala durchquerten, stießen sie auf
gespenstische Kulissen. Riesige Pyramiden, weitläufige Plätze, gewaltige
Paläste. Sie standen vor den Toren Tikals, der ehemaligen Metropole der
sagenumwobenen Maya, einer Stadt, die in ihrer Blüte bis zu 80.000 Menschen
beherbergte.
Im 8. Jahrhundert nach Christus wurde Tikal jedoch von der Bevölkerung
innerhalb kurzer Zeit verlassen. Was war passiert? Aus dem Rätsel wurde
bald ein Mythos, der bis heute die Maya als ein friedliches Volk darstellt,
das in enger Verbundenheit mit der Natur gelebt haben soll. Doch die
Geschichte der Maya in Tikal war eine andere, wie neue wissenschaftliche
Forschungsarbeiten belegen. Es ging um Macht, um Selbstverherrlichung und
um Vergöttlichung einer herrschenden Elite, die rücksichtslos ihren
Lebensraum ausbeutete. Das Resultat war ein ökologischer Supergau, aber
auch eine der bedeutendsten Hochkulturen des Altertums.
Copan im heutigen Honduras wurde von dem amerikanischen Archäologen John
Lloyd Stephens wiederentdeckt. In der Blütezeit lebten in Copán etwa 24.000
Menschen. Ohne Zweifel steht sie an erster Stelle aller Mayastädte, was die
Vielzahl der Skulpturen, Altäre und Stelen anbelangt.
Auf den meisten dieser Stelen ist der 13. Mayaherrscher abgebildet, der als
"König der Künste" in die Geschichte eingegangen ist. Nach seinem Tod baute
sein Nachfolger eine riesige Treppe. Auf ihr wurde in unzähligen Glyphen
die Geschichte Copáns erzählt. Es ist die größte zusammenhängende
Maya-Inschrift, die man bisher gefunden hat.
Buch und Regie: Marcus Vetter, Jens Dücker und Peter Wendt
Und hier eine Vorschau auf unsere Sendungen im August 2007
Sonntag, 5. August 2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
New Lanark. Recht auf ein besseres Leben, Großbritannien
Dienstag, 7. August 2007, 15.30 h, 3sat
Porto. Impressionen aus einer trotzigen Stadt, Portugal
Dienstag, 5. August 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Heilige Berge. Tongariro und Uluru, Neuseeland / Australien
Sonntag, 12.August2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
Die Wachau ? Eine Landschaft die lächelt, Österreich
Sonntag, 12.August 2007, 21.00 h, 3sat
Wh.: Dienstag, 14.August 2007, 15.30 h, 3sat
21.00 h Graz. Als ob man zum Frieden käme ...
Dienstag, 14. August 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Das alte Siam. Ayuttathaya und Sukhothai, Thailand
Sonntag 19.August 2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
Edinburgh. Hauptstadt Schottlands, Großbritannien
Sonntag, 19.August 2007, 21.00 h, 3sat
Wh.: Dienstag, 21.August 2007, 15.30 h, 3sat
Liverpool. Drei Grazien, ein Beatle und ein Fluß, Großbritannien
Dienstag, 21.August 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Fließende Romantik. Mittleres Rheintal und die Wachau, Deutschland /
Österreich
Sonntag, 26.August 2007, 09.00 h, SWR Fernsehen
Das historische Tallinn. Die alte Hauptstadt Reval, Estland
Sonntag, 26.August 2007, 21.00 h, 3sat
Wh.: Dienstag, 28. August 2007, 15.30 h, 3sat
Die Altstadt von Vilnius Rom des Ostens, Litauen
Dienstag, 26. August 2007, 23.30 h, SWR Fernsehen
Das Erbe der Sklaverei. Abomey und Gorée, Benin / Senegal
Viel Vergnügen mit den Sendungen wünscht Ihnen:
Goggo Gensch
SÜDWESTRUNDFUNK
FS Kultur und Gesellschaft
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