SWR-Sendung "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit" - April 2007

Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern. Nachfolgend erhalten Sie einen aktuellen Überblick der Sendungen "Schätze der Welt - Erbe der Menschheit" vom Südwestrundfunk:
Sonntag, 1. April 2007, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Der Geirangerfjord. Die karge Majestät, Norwegen

Dienstag, 3. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Was von Dschingis Khan übrig blieb. Das Orchon Tal und Merv, Mongolei und
Turkmenistan

Dienstag, 10. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Klöster der Zisterzienser. Fontenay und Studley, Frankreich und
Großbritannien

Sonntag, 15. April 2007, 21.00 Uhr, 3sat
Wh.: Dienstag, 17. April 2007, 15.30 Uhr, 3sat
Limes. Grenze zu den Barbaren, Deutschland (Erstsendung)

Dienstag, 17. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Hansestädte Skandinaviens. Bryggen und Visby, Norwegen und Schweden

Freitag, 20.April 2007, 16.30 Uhr, 3sat
Entlang der Seidenstrasse - Buchara, Taxila, Isfahan

Sonntag, 22. April 2007, 21.00 Uhr, 3sat
Wh.: Dienstag, 24. April 2007, 15.30 Uhr, 3sat
Das Fort von Bahrain. Perle im Arabischen Golf, Bahrain (Erstsendung)

Dienstag, 24. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Europas Kulturhauptstädte 2010. Istanbul und Essen, Türkei und Deutschland

Sonntag, 29. April 2007, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Istanbul. Metropole dreier Weltreiche, Türkei

Sonntag, 29. April 2007, 21.00 Uhr, 3sat
Das Bewässerungssystem des Oman. Von Sonne und Sternen dirigiert, Oman
(Erstsendung)


Und hier die ausführlichen Informationen zu unseren Sendungen:


Sonntag, 1. April 2007, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Der Geirangerfjord. Die karge Majestät, Norwegen

Unter den Fjorden Westnorwegens nimmt der Geiranger einen besonderen Rang ein. Wie kein anderer lockt der tief im Land zwischen hohen Bergen gelegene Fjord seit weit über hundert Jahren Touristen an. Naturfreunde, "Nordlandfahrer", wie einst der letzte Deutsche Kaiser, Wilhelm II., der immer wieder mit seiner Yacht "Hohenzollern" hier aufkreuzte. Sie alle ließen sich von einer Landschaft gefangen nehmen, die selbst Norwegens Königin Sonja nicht anders als mit dem Wort "majestätisch" zu kennzeichnen weiß. Sie tat dies in einem Gästebuch auf einem jener alten Bauernhöfe an den Steilufern des Fjords. Die Höfe liegen meist auf hohen Klippen und sind nur über steile Pfade zu erreichen. Bewirtschaftet wird heute keiner mehr, die letzten wurden in der Mitte des vorigen Jahrhunderts verlassen. Zu karg, zu mühselig und auch gefährlich war das Leben dort, in solch einer Einsamkeit. Die Bewohner zog es fort von hier, viele bis nach Amerika. Heute aber werden die Höfe vor dem Verfall geschützt, sie sind wiederentdeckt worden. Als Kulturerbe.

Buch und Regie: Andreas Christoph Schmidt



Dienstag, 3. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Was von Dschingis Khan übrig blieb. Das Orchon Tal und Merv, Mongolei und Turkmenistan

Ein heiliger Fluss. Wenig erforscht und mythenumwoben durchquert er das Herz der Mongolei. Der Orchon ist die Lebensader der Region und seine Täler sind seit alters her Nomadenland. Hunnen und Uiguren siedelten hier, an den Ufern des Orchon wurden alttürkische Stammesfürsten bestattet und bis heute lebt man im Orchon-Tal fast ausschließlich von der Viehzucht. Umso verwunderlicher, dass bereits frühe nomadische Gesellschaften wie die Uiguren inmitten der zentralmongolischen Grassteppe die Stadt Karabalgas bauten, ein frühes Zentrum des Seidenstraßenhandels. Eine Stadt aus Lehm für mehr als 10 000 Bewohner, Reste der dem extremen Klima angepassten Architektur haben sich bis heute erhalten. Karabalgas blieb nicht die einzige Stadt im Land der Nomaden: 1235 ließ Dschingis Khan im Orchon-Tal die Hauptstadt der Mongolen bauen, eine prachtvolle Palastanlage mit gepflasterten Strassen und luxuriösen Empfangshallen, die Voraussetzung für den ersten mongolischen Staat. Im Orchon-Tal lag das Verwaltungszentrum für ein Imperium, das vom Pazifik bis zum Mittelmeer reichte.

Inmitten der Wüste Karakum in Turkmenistan speist der Fluß Murghab eine große Oase. In ihr wuchs ab dem 6. Jh.v.Chr. eine Weltstadt heran, die im Mittelalter viele hunderttausend Einwohner zählte: Merv. Legendär reich war die Oasenstadt, ein wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße, ein geistiges Zentrum der islamischen Welt. Merv erreichte seine Blütezeit im 11. und 12. Jahrhundert als östliche Hauptstadt des Seldschuken - Reiches, kurz bevor die Stadt auf grausame Weise unterging. Erbaut war Merv ganz aus Lehm. Reste der dem extremen Klima angepassten Architektur haben sich bis heute erhalten: die massiven Stadtmauern, Palastbauten, Gebäude für Bibliotheken, Wasserspeicher und Mausoleen, die noch heute von Pilgern besucht werden.

Buch und Regie: Elke Werry und Manfred Linke


Dienstag, 10. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Klöster der Zisterzienser. Fontenay und Studley, Frankreich und Großbritannien

Frankreich am Ende des 11. Jahrhunderts. Das Christentum hat sich durchgesetzt. Die adligen Äbte der Benediktinerklöster leben im Wohlstand. Das Ideal der Mönche, Armut und Bescheidenheit, scheint vergessen. In Burgund gründet sich ein neuer Orden. Er ruft seine Anhänger zur Rückkehr zu urchristlichen Idealen auf: zu Arbeit und Armut, zu Demut und Weltabgeschiedenheit.
Die Mönche gründen ihr erstes Kloster "Citeaux", nach ihm nennen sie sich später Zisterzienser. Die Ordensgemeinschaft wächst schnell. Die Mönche roden die Wälder und regulieren die Flüsse. Ihre Ordenshäuser ziehen sich bald durch ganz Frankreich bis nach Deutschland. Unter ihnen wird auch das Kloster Fontenay gegründet.
Diese bis heute gut erhaltene Abtei gilt als Prototyp zisterziensischer Klosterbaukunst. Ihre stark gegliederte Struktur und Einfachheit zeugt für die autoritäre Strenge, wie sie der Heilige Bernhard gefordert hatte.

Ein Park, knorrige Bäume, vom Wind, wie von Riesenhand, verdreht. Rudel von Damwild und Rehe äsen im hohen Gras. Im Tal spiegelt sich die Natur in einer künstlichen Seenplatte: Der Besucher steht in Lord Aislabie's "Watergarden". Im Wasser spiegeln sich auch kleine griechische Tempel und gotische Türmchen, denn im 18. Jahrhundert war es Mode, die Parks adliger Landsitze mit griechischen Tempeln und gotischen Türmchen zu schmücken, - echte Ruinen standen hoch im Kurs. Und der Lord besaß eine wirklich großartige Ruine in seinem Park. Geht man auf gepflegten Parkwegen am Bach entlang, der die künstlichen Seen durchfließt, fällt der Blick auf "Fountains Abbey" oder das, was von dem einst größten englischen Zisterzienser Kloster in Yorkshire übrig ist, eine beeindruckende Ruine. 1132 waren 13 Mönche aus dem Benediktiner Kloster York in das unbewohnte, wilde Tal gezogen, das der Skell Bach durchfloss. Sie waren "Aussteiger", verachteten Wohlleben und Bequemlichkeit, die sich in den Klöstern ausgebreitet hatten. Ihr Vorbild: Ein Kloster in Burgund in Citeaux - lateinisch cisterzium- . Die englischen Mönche schlossen sich den "Zisterzienstern" an. Dieser Mönchsorden schrieb Architekturgeschichte, sein Stil: Großartige Schlichtheit. Kein Prunk durfte in den Kirchen die Andacht stören, die Wände waren weiß geputzt und nur an Säulenkapitellen konnten die Steinmetze ihr Können beweisen. Turmlos musste die Kirche sein, Hochbauweise galt als Zeichen des Hochmuts, - doch das erste, was von Fountains Abbey, und schon von weitem, ins Auge fällt: Der hohe spätgotische Turm - er wurde zum Wahrzeichen des Klosters. Dieser Turm war erst 300 Jahre nach der Gründung der Kirche hinzugefügt worden, ein Beweis für den Wohlstand des Klosters. Die Zisterzienser von Fountains Abbey waren im internationalen Wollhandel tätig und besaßen riesige Ländereien, - doch 1539 brach die Erfolgsgeschichte ab. Fountains Abbey wurde, wie die meisten Klöster, von Heinrich VIII aufgelöst. Spätere Besitzer nutzten Kloster und Kirche als Steinbruch, bis Lord Aislabie den dekorativen Wert der Ruine erkannte und sie als Blickfang in der romanischen Naturkulisse seines Parks "Studley Royal" nutzte.

Buch und Regie: Werner Brüssau, Kurt Feyerabend und Christian Romanowski

Sonntag, 15. April 2007, 21.00 Uhr, 3sat
Wh.: Dienstag, 17. April 2007, 15.30 Uhr, 3sat
Limes. Grenze zu den Barbaren, Deutschland (Erstsendung)

Fast 550 Kilometer zieht sich der Obergermanisch-Raetische Limes ? die Grenze Roms zu den Barbaren ? quer durch Deutschland. Der Limes lag auf dem Gebiet des heutigen Hessen, Baden-Württemberg und Bayern und grenzte die nördlich der Donau liegenden Teile der römischen Provinz Raetia und die rechtsrheinischen Teile der Germania Superior nach Osten ab. Zunächst nur ein Postenweg, wurde der Limes ab Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr. zu einer imposanten Grenzanlage mit Palisaden, Gräben, Wällen und Wachtürmen ausgebaut, in Raetien später dann noch durch eine Mauer verstärkt. Die Besatzungen der über 900 Wachtürme hatten Sichtkontakt. Denn der Limes war nicht als ein militärisches Bollwerk konzipiert, sondern als eine ausgeklügelte Überwachungs- und Fernmeldeanlage. Bei Einfällen der Barbaren konnten die über 120 kleineren und größeren Kastelle im Rückraum der Grenze rasch mit Licht- und Hornsignalen alarmiert werden. Deren schnelle Eingreiftruppen schnitten dann den Eindringlingen mit einem Zangenangriff den Rückzug ab. Schnurgerade zog sich der Limes hunderte von Kilometern durch die Landschaft. Eine gewaltige Ingenieurleistung, von der aber nur noch wenige Spuren erhalten sind. So geben vor allem die Grabungen der Archäologen Auskunft über das Leben am Limes. Auf der Basis ihrer Erkenntnisse wurden auch Wachtürme samt Palisaden, Graben und Wall rekonstruiert. Die früheste und wohl berühmteste Rekonstruktion einer römischen Militäranlage am Limes ist die Saalburg bei Bad Homburg. Seine Majestät höchstpersönlich, der preußische Kaiser Wilhelm II, machte sich die Idee zu Eigen, in den Wäldern des Taunus ein Grenzkastell teilweise wiederaufzubauen. Heute hilft der Computer, sich eine Vorstellung von bedeutenden Stätten des Limes zu machen - wie von dem Kastell Aalen, dem größten römischen Reiterlager nördlich der Alpen. Doch trotz 200 Jahren wissenschaftlicher Forschung am Limes bleibt vieles im Dunkeln, wurde schon immer über den Zweck der Anlage spekuliert. So kommen immer mehr Wissenschaftler zu der Auffassung, dass der Limes neben seiner militärischen Bedeutung vor allem als territoriale Grenzlinie zur wirtschaftlichen Kontrolle gesehen werden muss. Der Limes als Wohlstandsgrenze - es zeigt sich, welche Aktualität das größte Bodendenkmal Europas hat. 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.

Buch und Regie: Willy Meyer


Dienstag, 17. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Hansestädte Skandinaviens. Bryggen und Visby, Norwegen und Schweden

Die norwegische Hansestadt Bergen ist seit 1360 einer der wichtigsten Stützpunkte der Hanse. Hier wurden seither Waren aus aller Welt umgeschlagen. Die deutschen Handelsherren lebten in einem eigenen Viertel: "Bryggen", zu deutsch "Brücke". Das Bild dieses Hafenviertels wird bestimmt durch die erdfarbenen und matt gestrichenen Kontorhäuser aus Holz. Fern von ihrer Heimat führten die deutschen Kaufmänner - nach hanseatischem Recht unverheiratet - ein hartes und entbehrungsreiches Leben. Viele dieser Männer begannen in Bryggen ihre Karriere. Von ihnen und ihren Geschichten erzählt der Film.

Im 12. und 13. Jahrhundert, über 150 Jahre hinweg war Visby auf Gotland die modernste und größte Stadt des Ostseeraums. Es bestanden dort Handelsbeziehungen nach Nowgorod und bis in den islamischen Raum hinein. So stellte die Stadt für die Hanse einen Schlüssel zum Osthandel dar. Deutsche, russische und gotländische Kaufleute bestimmten das Leben und bauten neben steinernen Lagerhäusern auch Kirchen. Von ihnen sind heute nur noch weitgehend Ruinen erhalten. Dafür wird das mittelalterliche Stadtbild nicht zuletzt von der gewaltigen Mauer geprägt, welche sich als Ring um die ganze Stadt zieht. Sie ist eine der wenigen vollständig erhaltenen ihrer Art in Europa.


Buch und Regie: Ursula Böhm und Hartmut Schwenk


Freitag, 20.April 2007, 16.30 Uhr, 3sat
Entlang der Seidenstrasse - Buchara, Taxila, Isfahan

Seide, das ist der Inbegriff von Luxus. Seide, das ist die Faser, welche aus den Kokons der Seidenspinnerraupen erzeugt wird. Der Seidenspinner war ursprünglich nur in China beheimatet. Seit dem 2. Jahrhundert vor Christus trieben die Chinesen einen einträglichen Handel mit dem begehrten Stoff. Und dieser Handel führte über die Seidenstrasse. Es gab freilich nicht nur eine, es gab mehrere Seidenstrassen. Ein Karawanensystem, das China über Zentralasien mit den Küsten des Mittelmeeres verband. Die Bezeichnung geht übrigens auf den Deutschen Forschungsreisenden Ferdinand von Richthofen zurück, er benannte die Routen nach ihrem wichtigsten Handelsgut. Viele Orte an der ehemaligen Seidenstrassen haben bis heute einen mythischen Klang. Unser Film führt uns in drei legendäre Städte. Legendär reich war einst die Oasenstadt Buchara, im heutigen Usbekistan. Ein wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße und Zentrum des Islams in Zentralasien. Noch heute schimmern die Kuppeln blau und glänzen die Fassaden der Medresen und Moscheen. Blau sei die erste Farbe der Stadt, sagt Tohir, Keramikermeister in Buchara. Vom Schneiden des Tons bis zur fertigen Fayence zeigt der Film seine Arbeit . Mit ihm erleben wir eine lebendige, mittelalterliche Stadt. Als Alexander der Große 326 v. Chr. Taxila erreicht, ist er nicht nur der große Stratege, sondern ein Bote griechischer Kultur. Er erobert die älteste Siedlung Bhir Mound, die heute - unweit von Islamabad, der Hauptstadt Pakistans, gelegen - nur noch aus unregelmäßigen Mauerfundamenten besteht.
Im Gebiet um Taxila erreicht die Vermählung griechischer und indischer Einflüsse ihren Höhepunkt: Hier entsteht die Gandhara-Kultur. Sie gibt dem Buddhismus ein griechisches Gesicht. Das überlieferte Bilderverbot, das auch der Buddhismus kennt, gerät ins Wanken, aus den traditionellen Buddhasymbolen Rad, Lotosblüte, Thron, Fuß oder Stupa erwächst der Gott Buddha mit menschlichem Antlitz.
Nach dem Paradiesvorstellungen des Korans wollte Schah Abbas Ende des 16. Jahrhunderts Isfahan zu einer modernen Stadt umbauen. Isfahan, im heutigen Iran, wurde zu einem wichtigen Handelszentrum, in dem Religiosität und Kommerz die tragenden Säulen waren. Die Verbindung von Geistigem und Weltlichen, von Glauben und Architektur wird auf dem Königsplatz Medan-e Schah deutlich, auf dem sich Moschee und Basar gegenüber stehen. Mit 500 m Längen ist dieser Platz der größte der Welt.

Ein Film von Rolf Lambert, Frank Hertweck und Rüdiger Lorenz


Sonntag, 22. April 2007, 21.00 Uhr, 3sat
Wh.: Dienstag, 24. April 2007, 15.30 Uhr, 3sat
Das Fort von Bahrain. Perle im Arabischen Golf, Bahrain (Erstsemdung)

Eine sagenhafte Insel. Begehrt von Eroberern, Seeräubern und Königen gleichermaßen. Bahrain im Persischen Golf. Mehr als 4000 Jahre reicht die Siedlungsgeschichte des geografisch, strategisch und kulturell zentral gelegenen Eilandes zurück. Die Zivilisationen seiner Siedler und Eroberer aus Mesopotamien, Persien, Indien und Europa haben sich abgelagert wie Sedimentgestein. 160 000 Hügelgräber sind die unübersehbaren Zeugen seiner langen Geschichte und machen Bahrain bis heute zur größten Nekropole der Erde. Über allem thront die Festung Qal´ at al- Bahrain. Sie ist die krönende Spitze des Kulturberges, welche die Portugiesen im 16.Jahrhundert der mythenreichen Insel aufgesetzt haben. Von der Insel aus kontrollierten die jeweils Mächtigen den Seehandelsweg zwischen Ostasien, Indien und dem Vorderen Orient. Und sie begehrten die Datteln, das Wasser ihrer Brunnen und vor allem seine kostbaren Perlen. Denn diese wurden als die Schönsten der Welt gehandelt.

Buch und Regie: Horst Brandenburg


Dienstag, 24. April 2007, 23.30 Uhr, SWR Fernsehen
Europas Kulturhauptstädte 2010. Istanbul und Essen, Türkei und Deutschland

Istanbul, Metropole und Kapitale dreier Weltreiche, Schmelztiegel verschiedener Kulturen, einzige Stadt auf zwei Kontinenten. Das römische Reich und seine Kultstätten gaben die Fundamente für Konstantinopel, Hauptstadt des byzantinischen Reiches, worauf die Osmanen ihre Herrschaft mit ihren Monumenten gründeten. Die Altstadt von Istanbul, ausgelegt auf sieben Hügeln wie Rom, gilt nicht nur mittelalterlichen Dichtern als Augapfel aller Städte. Ungebrochen zieht sie Menschen in ihren Bann wie eine Fata Morgana am Schnittpunkt von Orient und Okzident. Das historische Istanbul auf der Landzunge zwischen Goldenem Horn, Marmarameer und Bosporus scheint wie keine andere Metropole dazu bestimmt, Ost und West in eine Synthese zusammenzuführen, wie es Goethe im "West-östlichen Diwan" vorschwebte.

Die Zeche Zollverein in Essen ist die am vollständigsten erhaltene Zechenanlage in Europa. Sie wurde 1986 stillgelegt, aber schon lange vorher war geplant, die Zeche für künftige Generationen zu nutzen. Umwidmung und aufwendige Restauration sind die Stichwörter für einen neuen Umgang mit dem alten Industrierelikt: der Weg führt von der Kohle zur Kunst. Im Kesselhaus der Zeche, wo einst der Dampfdruck für die Bewetterungsanlagen des Untertageabbaus erzeugt wurde, ist heute das Designmuseum Nordrheinwestfalen. Im Turbinenhaus genießt man jetzt im Gourmetrestaurant "Casino Zollverein" exklusive Speisen zwischen Stahlträgern und alten Kesseln. Im Salzlager der Kokerei fand Kabakovs "Haus der Träume" Platz. In der großen Lesebandhalle wurden früher an vielen Bändern Gesteinsbrocken aus der Kohle gelesen - nun finden in ihr Konzerte statt.

Buch und Regie: Gabi Reich und Gisela Mahlmann


Sonntag, 29. April 2007, 11.00 Uhr, SWR Fernsehen
Istanbul. Metropole dreier Weltreiche, Türkei

Ausführliche Informationen siehe Dienstag, 24. April 2007

Buch und Regie: Gabi Reich


Sonntag, 29. April 2007, 21.00 Uhr, 3sat
Das Bewässerungssystem des Oman. Von Sonne und Sternen dirigiert, Oman
(Erstsendung)

Auf den Bergen des Oman stehen alte Wachtürme. Sie dienen nicht militärischen Zwecken, sondern der Wasserüberwachung. Tausende Kanäle durchziehen das Land. Viele sind mehr als 10 km lang. Überirdisch, durch Tunnel und über Viadukte geleitet, mit Verteilerarmen im Fingersystem, kunstvoll, in der Tradition durch Erfahrung verfeinert, ohne hydraulisches Hilfswerk, nur von Gefällen geleitet, eine geniale Ingenieursleistung, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die sogenannten Aflaaj bilden eines der raffiniertesten Bewässerungssysteme der Erde. Das trockene Wüstenland hätte ohne seine Wasserkanäle keine Überlebenschance. Seit vier Tausend Jahren wird im Sultanat Oman auf der Arabischen Halbinsel, das Wasser konsequent gesammelt, gemessen und nach sozialen Regeln verteilt. Maßstab ist an vielen Orten noch immer die Natur. In Al Jeela, hoch in den Bergen, gibt es weder Strom noch Satellitenempfang. Hier sind Sonne und Sterne noch die Wegweiser im Universum und bestimmen darüber, wie und wann das Wasser freigegeben und verbraucht werden darf. Sonne und Sterne dirigieren im Oman das Überlebensprinzip Aflaaj.

Buch und Regie: Horst Brandenburg

Viel Vergnügen mit den Sendungen wünscht Ihnen:

Goggo Gensch
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