Schinkels Sternenhimmel leuchtet wieder

Festgottesdienst in Neuhardenberg zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten: Mit einem Festgottesdienst am Reformationstag, dem 31. Oktober 2007, wird um 14 Uhr die Restaurierung der Neuhardenberger Kirche gefeiert. Die Evangelische Kirchengemeinde Neuhardenberg mit Pfarrer Thomas Krüger und der Fördervereinsvorsitzende Uwe Rosenberg laden die Freunde und Förderer der Schinkelkirche, die die Restaurierungsarbeiten seit Herbst 1999 begleitet haben zum Festgottesdienst und anschließenden Empfang ein.
Die Schinkelkirche in Neuhardenberg wurde 1802-09 anstelle der 1801 durch einen Dorfbrand zerstörten barocken Dorfkirche errichtet. Mit der Planung beauftragt war der damals 20-jährige Karl Friedrich Schinkel. Die Bauausführung lag in den Händen von Bauinspektor Mellin, der den Schinkelentwurf veränderte. Auftraggeber war Friedrich Wilhelm Bernhard von Prittwitz, der damalige Besitzer des Gutes Quitlitz, wie Neuhardenberg vormals hieß. Der Neubesitzer des Gutes, Karl August Fürst von Hardenberg, beauftragte Schinkel 1817, einen Um- und Anbau der Kirche vorzunehmen. Schinkels rechteckiger Kirchenbau wird durch einen quadratischen Westturm ergänzt. Über einem hohen blockhaften Turmunterbau erhebt sich ein mit schmalen Rundbogenblenden gegliederter Aufsatz. Ein niedriges Kegeldach überfängt die Fassaden, die durch gequaderte Pilaster gegliedert werden. Schmale, hohe Rundbogenfenster und ein in der Mitte angeordnetes Portal ergänzen die Fassadengestaltung.

Das Innere ist ein zweigeschossig gegliederter Saal mit einer dreiseitig umlaufenden Empore, die nur den halbrund schließenden Altarraum auslässt. Den Saal überfängt eine Tonnengewölbe, das mit goldenen Sternen auf blauem Grund geschmückt ist. An beiden Seiten der in der Mittelachse liegenden Kanzel sind die Wandfelder mit Bildern der vier Evangelisten von Josef Bertini aus Potsdam geschmückt. Die Ausstattung der klassizistischen Kirche mit dem gusseisernen Altarleuchter und dem mit Reliefs verzierten Taufständer war 1818 fertiggestellt. Ein Jahr nach dem Tode des Staatskanzlers von Hardenberg (1822) fügte Schinkel an der Ostseite der Kirche ein Mausoleum in Gestalt eines dorischen Tempels mit Gedenktafel zu Ehren des Fürsten an.

Gravierende Schäden an der Bauhülle sowie im Innenbereich machten umfangreiche Sanierungsarbeiten erforderlich. Mauerwerk, Dachtragewerk, Dachdeckung, Turm und Fassaden mussten instand gesetzt werden. Dabei unterstützt wurde die Gemeinde auch von der Landeskirche, vom Land, der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der Reemtsma-Stiftung und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die die Instandsetzung allein mit über 140.000 Euro förderte.

Damit ist die Neuhardenberger Kirche eines von über 390 Denkmalen, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale seit 1990 allein in Brandenburg fördern konnte.

Bonn, den 29. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse


Schinkels Sternenhimmel leuchtet wieder
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