Restaurierung des Studentendorfes Schlachtensee nach 50 Jahren

Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligt: Genau 50 Jahre nach der Grundsteinlegung am 10. Oktober 1957 durch den damaligen Regierenden Bürgermeister Willy Brandt und die Berlin-Beauftragte der amerikanischen Regierung, Eleanor Lansing Dulles, können die Arbeiten an der Instandsetzung des Studentendorfes Schlachtensee in Berlin Zehlendorf-Steglitz beginnen.
Zum Festakt anlässlich des Jubiläums um 15.00 Uhr sprechen neben dem Präsidenten der Freien Universität, Professor Dr. Dieter Lenzen und dem Vorsitzenden des Stadtentwicklungsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses, Dr. Thomas Flierl, auch John M. Koenig, der Gesandte der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika, Karsten Dietrich Voigt, der Koordinator für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit des Auswärtigen Amtes und Landeskonservator Professor Dr. Jörg Haspel. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die sich an der Instandsetzung beteiligt, wird von Dr. Peter Schabe, dem für Berlin zuständigen Gebietsreferenten der Stiftung, vertreten. Neben der Amerika-Gedenkbibliothek und der Kongresshalle entstand das 1957 von der US-Regierung gestiftete Studentendorf seinerzeit als Träger freiheitlicher und politischer Wertvorstellungen mit hohem Symbolwert.

Das von 1957 bis 1964 mit seiner Campus-Architektur nach amerikanischem Vorbild errichtete Bauensemble des Studentendorfs Schlachtensee gehört mit seiner städtebaulichen Struktur zu den herausragenden Beispielen der frühen Nachkriegsmoderne in Berlin. In Anlehnung an Interbau und Scharounsches Kulturforum ist im Studentendorf die Idee der Stadtlandschaft in gelungener Form verwirklicht worden. Das Studentendorf besteht aus 23, seit 1991 denkmalgeschützten Flachdachhäusern. Sie liegen frei um einen Platz mit Bürgermeisterei/Rathaus (Verwaltung mit Technikzentrale), Gemeinschaftshaus (mit Theatersaal, Mensa und Restaurant), Kindergarten und Bibliothek. Die Anlage wurde von den ehemaligen Scharoun-Mitarbeitern Gogel, Fehling und Pfankuch konzipiert.

Die scheinbar locker in den Freiraum gruppierten Baukörper sind ein besonders prägnantes und in der Qualität herausragendes Beispiel für die Architektur und Gartenarchitektur der 50er Jahre. Auch in den Einzelformen der aus vier Bautypen zusammengesetzten Gruppenhäuser ist die Einfachheit und grazile Leichtigkeit der Architektur der 50er Jahre zu erkennen. Dabei ergibt sich eine rhythmische Abfolge von offenen und geschlossenen, engen und weiten Räumen sowohl im Außenbereich als auch im Inneren der Häuser.

Mit der nun beginnenden Förderung des Hauses 4 ist das Studentendorf eines von allein über 120 Berliner Förderprojekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die sie dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale seit ihrer Gründung 1985 unterstützen konnte. Bundesweit konnte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung bereits mehr als 3.200 bedrohte Denkmale mit über 390 Millionen Euro unterstützen.

Bonn, den 9. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Restaurierung des Studentendorfes Schlachtensee nach 50 Jahren
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