Restaurierung der Stiepeler Dorfkirche ist abgeschlossen

Gemeinde und Freundeskreis in Bochum-Stiepel feiern: Am Reformationstag, dem 31. Oktober 2007 feiern die Evangelische Kirchengemeinde Stiepel mit ihrem Pfarrer Jürgen Stasing und der Freundeskreis Stiepeler Dorfkirche mit seinem Vorsitzenden Dieter Lohmeyer den Abschluss der umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen an dem romanischen Kirchenbau.
Zum Dankgottesdienst um 18.00 Uhr und der anschließenden Gelegenheit zur persönlichen Begegnung und zum Gespräch im neuen Gemeindehaus sind alle Freunde und Förderer eingeladen. 2008 wird die 1000 Jahre alte Kirche, die zu den bedeutendsten Bauwerken Bochums zählt, mit einer Sonderbriefmarke der Deutschen Post gewürdigt.

Erstmals wurden um 900 abgabepflichtige Höfe in der "villa Stipula" in Urkunden genannt. 1001 schenkte Kaiser Otto III. den zum karolingisch-ottonischen Reichshof gehörenden Haupthof in Stiepel dem Grafen Luitger. Der erste Bau der Kirche, eine Saalkirche, wurde um 1008 von Luitgers Ehefrau Imma, einer Schwester des Bischofs Meinwerk von Paderborn, gestiftet. Sie erhielt von Bischof Heribert von Köln durch direkte Vermittlung Kaiser Heinrich II. die Erlaubnis, in Stiepel eine Eigenkirche errichten zu dürfen, die sie der Muttergottes weihte.

In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts entstand der Kern des heutigen Baus als kleine romanische, gewölbte Basilika über kreuzförmigem Grundriss. Ein kurzes Mittelschiff wurde von zwei Seitenschiffen flankiert und durch ein Querhaus ergänzt. Die vermutlich rechteckig abgeschlossene Hauptapsis hinter einem Chorjoch ersetzte um 1400 ein gotischer Chor. Im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts erfolgte der Ausbau zur Hallenkirche, indem die Seitenschiffe verbreitert und in einer Höhe mit dem Mittelschiff mit einem Rippengewölbe überspannt wurden. Die vielfältigen Veränderungen und Umbauten machen die Kirche zu einem wichtigen baugeschichtlichen und kunsthistorisch bedeutenden Zeugnis.

Etwa 1150-70 entstanden die ersten der heute noch erhaltenen reichen Wand- und Gewölbemalereien, die 1952 aufgedeckt wurden. Dazu gehören farbkräftige Marmorierungen an den Bögen, Gurten und Gewölbezwickeln ebenso wie Ornamentbänder. In den Gewölbekappen finden sich streng stilisierte Lebensbäume, an den Schildbögen gemalte Teppiche. Auf der Triumphbogenwand steht der segnende Christus zwischen Kain und Abel, an den Wänden finden sich Darstellungen des bethlehemitischen Kindermordes und der Flucht nach Ägypten. Mitte des 13. Jahrhunderts entstanden weitere Aus- und Übermalungen, so etwa ein Drachenkampf des Heiligen Georgs. Eine Darstellung von Christus im Hause des Simon, Apostelfiguren, des Weltenrichters, die Darstellung des Paradieses und die Geburt Christi stammen aus dem 16. Jahrhundert.

Bei der notwendigen Gesamtsanierung des Denkmals unterstützte die Kirchengemeinde der engagierte Freundeskreis, der Bund, das Land NRW und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit rund 190.000 Euro. Die Dorfkirche von Bochum-Stiepel ist eines von über 200 Förderprojekten der Bonner Denkmalschutz-Stiftung, die sie dank privater Spenden und aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale allein in NRW fördern konnte. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wird in Bochum/Dortmund von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Regine Vogt und Wolfgang D. Drüll unterstützt.

Bonn, den 29. Oktober 2007/ Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Restaurierung der Stiepeler Dorfkirche ist abgeschlossen
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