Plakette für Villa Ohl in Wipperfürth

Ortskurator übergibt Ehrentafel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: Nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten an der Villa Ohl in der Sauerländer Straße in Wipperfürth erhält die klassizistische Villa nun eine Plakette, die dauerhaft auf die Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hinweist.
Mit Hilfe der Stiftung konnte die Restaurierung des Schnitzwerkes im Giebel erfolgen. Am 29. Oktober 2007 überbringt Professor Dr. Berthold Stötzel, Ortskurator Siegen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, um 9.00 Uhr die Bronzetafel an Dipl.-Ing. Heiko Voss. Mit dem Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale" soll auch nach Abschluss der Baumaßnahmen an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Stiftung sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren.

1812 ließen sich die Pulverfabrikanten Carl Theodor und Gottlieb Cramer am Ortseingang von Ohl eine repräsentative Villa im bergisch-klassizistischen Stil erbauen. Das traufständige Gebäude erhebt sich mit fünf Achsen über einem fast quadratischen Grundriss. Oberhalb eines hohen Sockels ist der Bau gänzlich verschiefert, ein flaches Walmdach mit Gauben deckt ihn ab. Auf der straßenseitigen Schauseite treten die mittleren drei Achsen leicht vor und werden von weiß gefassten, kannelierten Holzpilastern mit ionischen Kapitellen gerahmt. Ein flacher dreieckiger Zwerchgiebel mit zentralem Ochsenauge und rahmendem Rankenschnitzwerk bekrönt den Risalit.

In der Mittelachse liegt das rundbogige Eingangsportal des Hauses, das mit Oberlicht und profiliertem Gebälk geschmückt ist. Die beiden die Tür flankierenden Fenster sind ebenfalls durch profilierte Gebälkstücke betont. Die gesamte Fassade gliedern kannelierte Pilaster an den Hausecken, ein Traufgesims mit kräftigem Zahnschnittfries und hölzerne Klappläden.

Im Inneren hat sich eine repräsentative Eingangshalle erhalten. Sie ist mit Steinplatten ausgelegt, mit hölzernen Kassettenvertäfelungen verkleidet und mit Stuck verziert. Eine Eichenholztreppe auf elliptischem Grundriss durchläuft mit offenem Treppenauge das Haus bis zum Dachgeschoss. Die Wohnräume besitzen stuckierte Ofennischen. Die originale Raumabfolge, Gesimse und Türen sind erhalten. Die aufwendig gestaltete weitgehend originale Villa verkörpert ein qualitätvolles Beispiel einer Fabrikantenvilla im Stil des Klassizismus mit regional bergischem Einfluss.

Die in Bonn ansässige Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) konnte seit ihrer Gründung 1985 aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und privaten Spenden allein in NRW über 200 Denkmäler fördern. Bundesweit stellte die private Stiftung über 390 Millionen Euro für mehr als 3.200 historische Baudenkmale zur Verfügung. In Siegen wird die Stiftung seit 2002 von einem ehrenamtlichen Ortskuratorium unter der Leitung von Professor Dr. Berthold Stötzel unterstützt.

Bonn, den 26. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse


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