Dieter Kunze und Hans Werner Heitmann von den Ortskuratorien Stade und Bremervörde überreichen die Bronzeplakette, die an die Förderung durch die Denkmalschutz-Stiftung erinnern soll. Mit dem Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale" soll auch nach Abschluss der Baumaßnahmen an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die DSD unterstützte die Restaurierung am Marschensaal 2005 mit 10.000 Euro.
Die Hofanlage in Sandstedt war Wohnsitz des im 19. Jahrhunderts bekannten norddeutschen Dichters und Publizisten Hermann Allmers (1821-1902), der u.a. den Text für das Brahmslied "Feldeinsamkeit" schrieb. Das Hermann Allmers Haus wurde 1842 von Allmers Vater als Niederdeutsches Hallenhaus errichtet. Allmers, der häufig auf Reisen war und eine eigene Kunstsammlung aufbaute, ließ das Gebäude nach dem Tod seiner Eltern von 1860 bis 1862 durch den Berliner Baurat Wilhelm Stock erweitern. Das Wohnhaus orientiert sich an englischen Landhäusern der Zeit. Der teilweise figürliche Fassadenschmuck stammt von Allmers Freund, dem Bremer Bildhauer Diedrich Kropp.
Im Erdgeschoss richtete Allmers zum Garten hin den so genannten Antikensaal ein, in dem er seine umfangreiche Sammlung von Abgüssen antiker Bildhauerei und seine auf Italienreisen entstandenen Zeichnungen ausstellte. Im Obergeschoss findet sich der so genannte "Marschensaal", den Heinrich von Dörnberg, Erwin Küsthardt, Hugo Händler und Arthur Fitger mit Gemälden ausstattete. Die Arbeiten am Marschensaal dauerten fast 30 Jahre. Bedeutend ist Heinrich von Dörnbergs Alfresco-Marschenfries, der in sechs Szenen kulturgeschichtlich das Leben in den Marschen darstellt. Dabei werden die Maximen der Romantik aufgenommen, in dem regionale Geschichte durch den Rückgriff auf heimische Sagen und Märchen in einen gemeinschaftlichen nationalen Zusammenhang gebracht werden.
Allmers plante schon zu Lebzeiten mit dem Umbau des Hauses sowohl ein Museum als auch einen lebendigen Ort der Kunst zu schaffen an dem sich Künstler untereinander oder auch mit interessierten Laien austauschen konnten. Die Tatsache, dass Allmers das Gebäude gestaltete und bewohnte und dass es heute fast unverändert als eine der wenigen authentisch erhaltenen Dichterwohnungen überliefert ist, machen es zu einem kulturgeschichtlich wichtigen Zeugnis für die Region.
Die in Bonn ansässige private Denkmalschutz-Stiftung konnte seit ihrer Gründung 1985 aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale, zeitweiligen Bundeszuschüssen und privaten Spenden bundesweit über 390 Millionen Euro für die Rettung und Bewahrung von mehr als 3.200 historischen Baudenkmalen zur Verfügung stellen. Der Marschensaal im Allmershaus ist eines von allein über 160 Förderprojekten der Stiftung in Niedersachsen.
Bonn, den 16.Februar 2007/Schi
Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

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