Plakette für das Senftenschlössle

Ortskuratorin übergibt Ehrentafel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Untermünkheim: Nach der erfolgreichen Restaurierung des Senftenschlössle in Untermünkheim im Landkreis Schwäbisch Hall überreicht Gisela Lasartzyk vom Ortskuratorium Stuttgart der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am 25. Januar 2007 um 11.00 Uhr eine Plakette der Stiftung an Uwe Brode.
Unter der Bauherrschaft von Uwe Brode wurde das 1515 als Herrensitz für Melchior Senft erbaute Gebäude zum Radler-Hotel. Mit dem Hinweis "Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale" soll auch nach Abschluss der Baumaßnahmen an vorbildlichen Projekten das Engagement der privaten Förderer der Stiftung und der GlücksSpirale sichtbar bleiben und zu weiterer Unterstützung motivieren.

Das sogenannte Senftenschlössle ist ein turmartiges Gebäude, das sich Melchior Senft, der einer der angesehensten und begütertsten Haller Stadtadelsfamilien angehörte, erbauen ließ. Die beiden unteren Geschosse des insgesamt dreigeschossigen Baus sind in Stein ausgeführt, das darüber liegende in Fachwerk. Das von einem Krüppelwalmdach abgeschlossene Fachwerkgeschoss zeigt eine spätmittelalterliche Eichenkonstruktion mit Zierfachwerk, auch "Wilder Mann" genannt. Das Schlössle stellt baugeschichtlich ein wichtiges und frühes Übergangsbeispiel von der mittelalterlichen sogenannten alemannischen Fachwerkbauweise mit Verblattung zur neuzeitlichen, sogenannten fränkischen Fachwerkbauweise mit Verzapfung dar.

Trotz der im 19. und 20. Jahrhundert erfolgten Umbauten ist das Gebäude weitgehend in seinem spätgotischen Originalzustand erhalten. Zu den kostbaren Zeugnissen der Erbauungszeit zählen auch die Wandmalereien des 16. Jahrhunderts im Inneren. Das Senftenschlössle ist damit eines der ganz wenigen in ihrer historischen Form erhaltenen Beispiele burgähnlicher Landsitze, wie sie im ausgehenden Mittelalter das Patriziat der (Reichs-)-Städte im weiten Umkreis der jeweiligen Stadt - in diesem Fall Schwäbisch Hall - besaß. Die für ältere herrschaftliche Wohnsitze außerhalb der Städte zu beobachtende auffallende Dreigeschossigkeit im Unterschied zur sonstigen Bebauung sowie das repräsentative Fachwerkgeschoss sind die Besonderheiten dieser Bauten.

Nachdem das Gebäude längere Zeit ohne Nutzung im Eigentum der Gemeinde infolge mangelhafter Bauunterhaltung bereits Feuchtigkeitsschäden in der Dach-, Fachwerk- und Deckenkonstruktion sowie durch aufsteigende Feuchtigkeit im Sockelmauerwerk aufwies, übernahm Uwe Brode 2002 das Denkmal, um hier ein Radler-Hotel am Kocher-Jagst-Radweg einzurichten. Beim Umbau blieb der Grundriss weitgehend unverändert und Eingriffe in die historische Bausubstanz konnten auf das Notwendigste beschränkt werden.

Die in Bonn ansässige private Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich an der Restaurierung der Wand- und Deckenmalereien mit 40.000 Euro . Bundesweit konnte sie aus den Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und privaten Spenden über 390 Millionen Euro für die Rettung und Bewahrung von mehr als 3.200 historischen Baudenkmalen zur Verfügung stellen. Das Senftenschlössle ist eines von allein über 115 Förderprojekten der Stiftung in Baden-Württemberg.


Pressemeldung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
Bonn, den 23. Januar 2007/Schi

Plakette für das Senftenschlössle
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