Mesnerhaus in Inzigkofen wird eingeweiht

Mesnerhaus in Inzigkofen wird eingeweiht: Volkshochschule feiert Abschluss der Sanierungsarbeiten. Die Einweihung des "Mesnerhauses" im Volkshochschulheim feiert die Gemeinde Inzigkofen am 31. März 2007.
Zum Festprogramm um 11.00 Uhr erwarten Bürgermeister Bernd Gombold und die Volkshochschulleiterin Renate Krausnick-Horst den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günter Oettinger, Landeskonservator Prof. Michael Goer und auch Dr. Gerold Jaeger, Ortskurator Tübingen/Rottenburg der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD). Nach den Grußworten und der Schlüsselübergabe durch den Architekten Bruno Siegelin besteht die Möglichkeit zur Besichtigung.

Bereits 1354 gründeten die Franziskanerinnen in Inzigkofen ein Kloster, das 1394 in ein Augustinerchorfrauenstift umgewandelt wurde. Die Dreiflügelanlage ist um einen offenen Innenhof erbaut. Die heutigen Klausurbauten stammen von Michael Beer aus den Jahren 1659-63. Vom Vorgängerkloster, das um 1475 entstand, übernahm Beer den zweigeschossigen Osttrakt, Gastbau oder Mesnerhaus genannt.

Zum Kloster, eine der besterhaltenen Klosteranlagen des 17. Jahrhunderts in Südwestdeutschland, gehören der zweigeschossige Kreuzgang, der im Untergeschoss

mit Gratgewölben und im Obergeschoss mit einer Balkendecke versehen ist, das Badhaus, ein Backhaus, die Zehntscheuer, die spätere "Orangerie" der fürstlichen Hofgärtnerei sowie der Klostergarten mit in der Gartenmauer integrierter Kapelle der Muttergottes von Einsiedeln. Im hufeisenförmigen Nordwestflügel befinden sich u.a. der Prälatensaal und die ehemalige Hauskapelle. Die ehemalige Klosterkirche, heute katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist, wurde 1780 von Christian Großbayer unter Einbeziehung von Teilen der 1665 geweihten Vorgängerkirche von Michael Beer gebaut.

Das ehemalige Kloster dient seit 1948 als unabhängige, überkonfessionelle und
überparteiliche Einrichtung der Freien Erwachsenenbildung, dem Volkshochschulheim. Vom Altbesitzer, dem Haus Hohenzollern-Sigmaringen, wurden in den letzten Jahrzehnten nur allernotwendigste Bauunterhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Insbesondere das Gästehaus, auch Mesnerhaus genannt, und die Nebengebäude waren substantiell stark gefährdet und bedurften der gründlichen Sanierung. Vor allem waren Mauerwerks- und Feuchtigkeitsschäden in den Dächern zu beheben. Nachdem die Gemeinde Itzigkofen 2002 das gesamte Klosterareal käuflich erworben hatte, um es weiterhin der Bildungseinrichtung zur Verfügung stellen zu können, konnten die Instandsetzungsarbeiten beginnen.

Finanziert wurden die Arbeiten vom Landesamt für Denkmalpflege, der Kommune, der Landesstiftung und der Denkmalstiftung Baden-Württemberg sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Allein die DSD unterstützte die Arbeiten am Dach und im Inneren mit 400.000 Euro. Die Förderung war dank der Lotterie GlücksSpirale möglich, deren Destinatär die DSD ist. Neben dem Mesnerhaus konnten so bereits über 110 Projekte allein in Baden-Württemberg von der in Bonn ansässigen Stiftung gefördert werden. Dank der GlücksSpirale sowie aus privaten Spenden konnte sie bundesweit bisher über 380 Millionen Euro für den Erhalt von mehr als 3.200 Denkmalen zur Verfügung stellen.


Bonn, den 28. März 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Mesnerhaus in Inzigkofen wird eingeweiht
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