Am 29. April 2007 um 9.00 Uhr feiert die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde gemeinsam mit Regionalbischof Wilfried Beyhl die Kircheneinweihung mit einem Festgottesdienst und einer Kirchenparade der örtlichen Vereine. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die im vergangenen Jahr 105.000 Euro beisteuern konnte, wird von Günther Liebschwager, dem Ortskurator in Mainleus-Franken der Stiftung, vertreten.
Die Ortschaft Melkendorf gehört zu den wenigen Urpfarreien des Obermaingebiets, das von Würzburg aus in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts christianisiert wurde. Eine erste Siedlung und eine Kirche, wohl aus Holz, entstanden im 9. Jahrhundert. Anfang des 12. Jahrhunderts wurde ein romanischer Steinbau errichtet, der 1430 den Hussiten zum Opfer fiel. Zwei in die jetzige Kirche eingemauerte Würfelkapitelle stammen noch von diesem Bau. Der Wiederaufbau Mitte des 15. Jahrhunderts erfolgte als Kirchenburg: Einem saalartigen Langhaus mit vier Fensterachsen wurde östlich ein mächtiger Chorturm mit Spitzhelm vorgestellt. Der Kirchhof wurde durch rechteckig angelegte Wehrmauern mit Ecktürmen eingefriedet.
Nach Brandschäden während des Markgräflerkrieges 1553 wurde die Kirche bis 1559 wiederhergestellt. 1730-32 erfolgte auf Veranlassung der Patronatsherren von Guttenberg die barocke Umgestaltung zu einer Markgrafenkirche. Dafür wurde im Osten als Zentrum der Liturgie ein Kanzelaltar errichtet und der Einbau von auf drei Seiten umlaufenden Doppelemporen vorgenommen.
Als Ort früher Christianisierung während der Karolingerzeit, als baulicher Niederschlag einer wechselvollen Geschichte, an der alle Epochen vom frühen Mittelalter bis zur Neuzeit materielle Spuren hinterlassen haben, und als typische und qualitätvolle Umgestaltung eines gotischen Kirchenbaus zu einem Gemeinderaum entsprechend der Leitidee des Protestantismus im 18. Jahrhundert darf die Melkendorfer St. Aegidius-Kirche als ein Baudenkmal von
überregionaler Bedeutung gelten.
Probleme an der Dachkonstruktion, verbunden mit Feuchte- und Fäulnisschäden aufgrund eingedrungener Nässe führten zu deutlichen Wandverformungen und anhaltenden Rissbildungen. Schäden an Putz und Turmdeckung sowie Konstruktionsfehler am Glockenstuhl mussten dringend behoben werden. Allein die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellte 2006 dafür 105.000 Euro bereit.
Die St. Aegidienkirche in Kulmbach-Melkendorf ist damit eines von über 110 Projekten der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bayern, die sie dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale unterstützen konnte. Bundesweit konnte sie seit ihrer Gründung 1985 aus privaten Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale mehr als 390 Millionen Euro für über 3.200 Denkmale zur Verfügung stellen.
Pressemitteilung - Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Bonn, den 26. April 2007/Schi

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