Landesbischöfin in St. Johannis

Restaurierungen des Innenraums des Lüneburger Gotteshauses abgeschlossen: Mit einen Festgottesdienst mit Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann wird am 9. Dezember 2007 um 10.00 Uhr die Evangelisch-Lutherische St. Johanniskirche in Lüneburg nach mehrjähriger Restaurierung wieder eröffnet.
Nach 12.00 Uhr ergänzen Orgelmusik, Erläuterungen zur Renovierung, das Singspiel "Johannes der Täufer" für Kinder um 14.00 Uhr sowie adventliche Musik um 15.00 und 17.00 Uhr das Programm des Festtages. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die die Restaurierungsarbeiten 2006 und 2007 mit bisher 150.000 Euro unterstützte, wird durch Dipl.-Ing. Ingrid Bathe als zuständiger Projektarchitektin vertreten.

Die Johanniskirche in Lüneburg wurde erstmals 1174 erwähnt. Mit ihren verschiedenen Bauphasen und der prachtvollen Ausstattung bezeugt die Kirche die einstige Bedeutung Lüneburgs als eine der größten deutschen Gewerbestädte des Mittelalters. Der Kirchturm mit seinem spitzen Turmhelm ist ein weithin sichtbarer Teil der Stadtsilhouette.

Durch Urkunden sind umfangreiche Baumaßnahmen auf Initiative des Welfenhauses zwischen 1289 und 1308 belegt. Der damals entstandene Kernbau umfasste einen quadratischen Westturm, eine dreischiffige Halle und einen einschiffigen Chor.

Die Erweiterung des Kernbaus begann Mitte des 14. Jahrhunderts. Ein Brand im Jahr 1406 war Anlass für die Erneuerung des Glockenturms und des Turmhelms, die bis 1425 erfolgte. Heute zeigt sich die Kirche als fünfschiffige Halle über fast quadratischem Grundriss. Die Seitenschiffe schließen polygonal ab und werden von Kreuzrippengewölben überspannt. Im Westen erhebt sich der mächtige Turm mit achtseitigem Spitzhelm, von zwei Kapellen flankiert. Seit 1466 kam es immer wieder zu Instandsetzungen der Außenhaut, durchgreifende Arbeiten wurden 1833, 1909 und seit 1970 ausgeführt. Die Versteigerung von Kunstgegenständen aus der Kirchenausstattung im Jahr 1856 leitete die Erneuerung des Innenraumes ein.

Die wertvollen Glasmalerei-Fenster - die mittelalterlichen gingen im 18. Jahrhundert verloren - wurden von den Bürgern der Stadt gestiftet und entstanden 1870 und 1904/06 unter anderem in den Werkstätten Franz Lauterbach in Hannover und Carl de Bouché in München.

Bei restauratorischen Voruntersuchungen im Innenraum wurden vier Farbsysteme nachgewiesen, die erstmals nach Jahrhunderten freigelegt und für eine kurze Betrachtung, Sicherung und Dokumentation zugänglich gemacht wurden. Sie wurden nach Freilegung und Konservierung der mittelalterlichen Fassungen dokumentiert und durch einen neuen Farbanstrich konserviert. Damit ist hier ein neuer Mosaikstein im Kontext mit der norddeutschen Backsteingotik entdeckt und in die kunsthistorische Betrachtung eingefügt worden.

Die Johanniskirche in Lüneburg ist damit eines von mehr als 170 Förderprojekten allein in Niedersachsen, die die in Bonn ansässige private Stiftung aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale und durch private Spenden fördern konnte. Bundesweit konnte die DSD bereits mit über 400 Millionen Euro mehr als 3.200 Denkmale retten helfen.

Bonn, den 7. Dezember 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

Landesbischöfin in St. Johannis
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