Krematorium wird Kulturhaus

Heimat-Forum Tuttlingen feiert Einweihung: Pünktlich zum 80-jährigen Bestehen des Alten Krematoriums in Tuttlingen kann das Heimatforum Tuttlingen e.V. am 8. Oktober 2007 um 11 Uhr Oberbürgermeister Michael Beck, Dr. Sven von Ungern-Sternberg, Regierungspräsident Freiburg und Dr. Volker Scholz von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zur Eröffnung als Kulturhaus begrüßen.
Nach der umfangreichen Instandsetzung des Denkmals wird es mit einem Kulturprogramm von 12.30 bis 18.00 Uhr der Öffentlichkeit übergeben. Die Oliver Schulz BigBand, eine Märchenstunde mit Renate Zöpfgen und Orgelbesichtigungen mit Ursula Gossing stehen ebenso auf dem Programm wie eine Multimedia-Informationen zum Alten Friedhof und Krematorium von Erwin Ulmer sowie Kaffee und Kuchen.

Das alte Krematorium in Tuttlingen wurde 1926/27 auf Initiative des dortigen Feuerbestattungsvereins erbaut und gehört zu den frühen Krematorien Deutschlands. Bei dem Entwurf handelte es sich um ein Spätwerk des Tuttlinger Architekten und Stadtbaumeisters Friedrich August Schmid.

Eine breite Treppe führt zum neobarocken, zweigeschossigen Kuppelbau der Einsegnungshalle, die mit bunten Bleiglasfenstern und mit einem Glockendach ausgestattet ist. Die Halle wird von zwei etwas niedrigeren Gebäudeteilen flankiert, die zu den Seitenflügeln überleiten. Neben der Einsegnungshalle befanden sich Räume für die Verwaltung, den Geistlichen und die Trauernden. In den Flügelbauten waren Leichenzellen, ein Arzt- und ein Wärterzimmer, ein Zimmer für das Gericht und ein Sezierraum untergebracht.

Hinter dem Krematorium schließt sich eine ausgedehnte Friedhofanlage an. Die gesamte Anlage ist in allen Details der Ausstattung noch unverändert aus der Bauzeit erhalten geblieben. Seit 1982 war das Krematorium ungenutzt und in vernachlässigtem Zustand. Im Jahr 2002 dachte die Stadt als Eigentümerin an einen Abriss, um Platz für ein Pflegeheim mit betreutem Wohnen zu schaffen. Dies forderte den Widerstand der Tuttlinger Bevölkerung heraus. Der daraufhin gegründete Förderverein überzeugte die Stadt von einer Nutzung als Bürger- und Kulturhaus.

An der Restaurierung hat sich neben dem Land, der Kommune, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 84.000 Euro beteiligt. Das Alte Krematorium ist damit eines von über 120 Förderprojekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz allein in Baden-Württemberg dank privater Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale fördern konnte. Bundesweit stellte die private Bonner Denkmalschutz-Stiftung seit ihrer Gründung 1985 Dank privater Spenden und Mitteln der Lotterie GlücksSpirale bisher über 390 Millionen Euro für mehr als 3.200 Förderprojekte zur Verfügung.

Bonn, den 4. Oktober 2007/Schi
Deutsche Stiftung Denkmalschutz - Presse

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